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Göttelhöf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Göttelhöf
Gemeinde Gerhardshofen
Koordinaten: 49° 36′ 7″ N, 10° 41′ 40″ O
Höhe: 337–349 m ü. NHN
Einwohner: 131 (7. Dez. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91466
Vorwahl: 09163

Göttelhöf ist ein Ortsteil der Gemeinde Gerhardshofen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografie

Nördlich des Dorfes liegt der Göttelhöfer Berg, im Osten das Waldgebiet Dachsbau und im Südosten die Bertholdwaldung.[2]

Geschichte

Der Ort wird 1317/22 als „Katelnhoustete“ erstmals namentlich erwähnt. Das Hochstift Würzburg trug zu dieser Zeit Konrad von Pahres (vgl. auch Kästel) im Ort zwei Huben und den Zehnten von einer dieser Huben als Lehen auf. 1404 unterstand „Ködelhofe“ bereits dem Amt Dachsbach der Burggrafschaft Nürnberg. Burggraf Johann III. verlieh in diesem Jahr Wilhelm von Seckendorff den kleinen Zehnten des Ortes. 1434 werden im burggräflichen Salbuch zwei Bauern in „Kotelhoffen“ verzeichnet, die das Reutgeld an das Amt Dachsbach zu entrichten hatten. 1502/06 bestand „Kotelhoff“ aus zwei Höfen, die dem Herrn Targas von Heßberg gehörten. 1718 gab es im Ort 6 Untertansfamilien.[3]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Göttelhöf 4 Haushalte. Das Hochgericht übte teils das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach, teils das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Neustadt an der Aisch aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Neustadt an der Aisch inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 2 Anwesen dem Kastenamt Neustadt und 2 Anwesen dem Rittergut Neuhaus.[4]

1810 kam Göttelhöf an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Göttelhöf 1811 dem Steuerdistrikt Diespeck zugeordnet. 1813 wurde es der Ruralgemeinde Dettendorf zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Göttelhöf gebildet, zu der die Orte Aichen, Altenbuch, Burgstall und Sengersberg gehörten.[5] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt). Drei Anwesen unterstanden jedoch bis 1848 in der freiwilligen Gerichtsbarkeit dem Patrimonialgericht Neuhaus der Freiherren von Crailsheim.[6] Ab 1862 wurde Göttelhöf vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Neustadt an der Aisch, ab 1880 Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,885 km².[7]

Am 1. Juli 1971 wurde Göttelhöf im Zuge der Gebietsreform nach Gerhardshofen eingemeindet.[8]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Göttelhöf

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 128 149 185 182 161 147 148 159 168 166 148 133 122 126 112 114 112 100 98 131 125 126 122 119
Häuser[9] 27 26 30 29 30 24 23 24
Quelle [10] [11] [12] [12] [13] [12] [14] [12] [12] [15] [12] [12] [16] [12] [12] [12] [17] [12] [12] [12] [18] [12] [7] [19]

Ort Göttelhöf

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002016
Einwohner 85 100 98 99 111 77 80 89 87 85 90 131
Häuser[9] 17 18 19 19 18 17 18 32
Quelle [10] [11] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [7] [19] [20] [1]

Religion

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch. Die Bewohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Peter (Gerhardshofen) gepfarrt.

Verkehr

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Willmersbach, zur Staatsstraße 2414 ca. 0,5 km östlich von Hohholz und an Altenbuch vorbei die Bundesstraße 470 kreuzend nach Rappoldshofen.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b Einwohnerzahlen auf der Website gerhardshofen.de
  2. Göttelhöf im BayernAtlas
  3. H. Sponholz (Hrsg.), S. 97f.
  4. H. H. Hofmann, S. 97.
  5. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 59 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 221.
  6. H. H. Hofmann, S. 186.
  7. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 805 (Digitalisat).
  8. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  9. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1846, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  10. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 30 (Digitalisat). Für die Gemeinde Göttelhöf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Aichen (S. 4), Altenbuch (S. 4), Burgstall (S. 15) und Sengersberg (S. 85).
  11. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 198 (Digitalisat). Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 167 Einwohner.
  12. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  13. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1056, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  14. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1221, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  15. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1155–1156 (Digitalisat).
  16. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1228 (Digitalisat).
  17. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1266 (Digitalisat).
  18. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1097 (Digitalisat).
  19. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 339 (Digitalisat).
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