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Kokzidioidomykose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Klassifikation nach ICD-10
B38 Kokzidioidomykose
B38.0 Akute Kokzidioidomykose der Lunge
B38.1 Chronische Kokzidioidomykose der Lunge
B38.2 Kokzidioidomykose der Lunge, nicht näher bezeichnet
B38.3 Kokzidioidomykose der Haut
B38.4 + G02.1 Kokzidioidomykose der Meningen
B38.7 Disseminierte Kokzidioidomykose
Generalisierte Kokzidioidomykose
ICD-10 online (WHO-Version 2019)
Lebenszyklus von Coccidioides
Lebenszyklus von Coccidioides

Die Kokzidioidomykose, die auch als Talfieber, Wüstenfieber, Wüstenrheumatismus oder San Joaquin (Valley) Fever bezeichnet wird, ist eine Infektionskrankheit, welche durch den Pilz Coccidioides immitis hervorgerufen wird.

Der Erreger wird meist über die Atemluft aufgenommen (Inhalation). Da bei trockenem Klima viele Sporen aufgewirbelt werden und es dadurch zu einer aerogenen Übertragung und Infektion über die Luftwege kommt, ist die Kokzidioidomykose in semiariden, wüstenartigen Regionen häufig. Endemiegebiete auf dem amerikanischen Doppelkontinent sind der Südwesten der Vereinigten Staaten (Arizona, Texas; die gesamte Grenzregion zu Mexiko), das nördliche Mexiko und Teile Boliviens, Paraguays und Argentiniens.[1][2] Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch. In 40 % der Fälle kommt es nach einer Inkubationszeit von 1 bis 3 Wochen zu Symptomen, die einem grippalen Infekt ähneln (Entzündung der Atemwege, Arthralgien, Abgeschlagenheit und erhöhte Körpertemperatur). Zusätzlich können Hauterscheinungen (multifomeartiges Erythem, Erythema nodosum) auftreten[3]. Verrukös-ulzerös-vegetierende Herde der Haut können auch primär auftreten, wenn die Haut die Eintrittspforte des Erregers ist. In den Vereinigten Staaten, wo die Erkrankung meist unter dem Namen Valley Fever bekannt ist, wird seit Jahren ein kontinuierlicher Anstieg der Inzidenz, vor allem im Südwesten des Landes beobachtet. Im Jahr 2011 wurden 22.401 Fälle an die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) gemeldet, wobei die tatsächliche Zahl an Infektionen sicher höher liegt und bis auf etwa 150.000 pro Jahr geschätzt wird, weil viele Pilzinfektionen nicht als solche erkannt werden.[4]

Besonders gefährdet sind Personen, die sich berufsbedingt in diesen Gegenden aufhalten (Militärpersonen, Archäologen) sowie Schwangere, Personen mit Immunschwäche, Afroamerikaner und Asiaten.[1] Es kann – insbesondere bei immunsupprimierten Patienten – zu einer hämatogenen Streuung kommen. Dabei entstehen granulomatöse Läsionen in den Gelenken oder auch in den Meningen, was in letzterem Fall häufig einen tödlichen (letalen) Ausgang nimmt.

Therapie der Wahl sind orale Azol-Antimykotika.

Einzelnachweise

  1. a b Coccidioidomycosis (Valley Fever). (Nicht mehr online verfügbar.) CDC, archiviert vom Original am 18. Juli 2013; abgerufen am 19. Juli 2013 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cdc.gov
  2. Valley Fever in People. (Nicht mehr online verfügbar.) University of Arizona, archiviert vom Original am 24. August 2013; abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.vfce.arizona.edu
  3. P. Fritsch: „Dermatologie und Venerologie“. 2. überarb. Auflage 2004, Springer-Verlag, ISBN 3-540-00332-0
  4. Tom Geoghegan: Valley fever: An incurable illness in the dust. BBC News, 16. Juli 2013, abgerufen am 18. Juli 2013 (englisch).

Literatur

  • Hoffmann-La Roche AG, Urban & Schwarzenberg (Hrsg.): Roche Lexikon Medizin. 4., neubearbeitete und erweiterte Auflage. Urban & Schwarzenberg, München u. a. 1998, ISBN 3-541-17114-6.
  • Werner Köhler, Hans J. Eggers, Bernhard Fleischer, Reinhard Marre, Herbert Pfister, Gerhard Pulverer (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie. 8., völlig neu bearbeitete Auflage. Urban & Fischer, München u. a. 2001, ISBN 3-437-41640-5, S. 695.
  • Ernst G. Jung (Hrsg.): Dermatologie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Hippokrates-Verlag, Stuttgart 1991, ISBN 3-7773-1021-2, S. 117.
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!
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Kokzidioidomykose
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