Zeilenbau

die Anordnung von langen, schmalen Wohngebäuden quer zur Verkehrsstraße / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Als Zeilenbau oder Zeilenbauweise wird die Anordnung von langen, schmalen Wohngebäuden quer zur Verkehrsstraße bezeichnet.[1] Die Gebäude werden dann durch Fußwege erschlossen. Diese Bauform entstand als Reaktion auf die Blockbebauung mit ihren engen Höfen einerseits und der Gartenstadtbewegung andererseits. Zeilenbauten setzen im Kontrast dazu auf Funktionalität in Form einer optimalen Ausrichtung aller Gebäude zu Luft und Sonne, wirtschaftlichen Argumenten, einer durchgehenden Begrünung der Zwischenräume und Lärmschutz durch Herausverlegung der Hauptverkehrsstraßen.[2]

Zeilenbau in der Parkwohnanlage Zollhaus, Nürnberg 1961
Zeilenbau in Saltaire, England, 1893
Hellerhofsiedlung in Frankfurt Blockbildung durch Zeilen, 1901–1904
Lageplan der Siedlung Alte Heide in München von 1918

Abgesehen von der Anordnung in Zeilen können die Häuser sehr unterschiedlichen Charakter haben. Alleine in Karlsruhe-Dammerstock gibt es Doppelhäuser, Einfamilien-Reihenhäuser, Geschosswohnungsbauten mit Höhen von E+3 bis E+5 und ein Laubengang-Haus.[3]

Die Nachteile der Zeilenbebauung wurden schon 1929 erkannt, als ein Architekten-Wettbewerb für die Reichsforschungssiedlung Haselhorst das Prinzip auf große Flächen übertrug. Es ergaben sich Eindrücke von Monotonie und fehlender Individualität.