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Żółtnica

Siedlung in Polen Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Żółtnica (deutsch Soltnitz, früher Soltenitz) ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Das Dorf gehört zur Gmina Szczecinek (Landgemeinde Neustettin) im Powiat Szczecinecki (Neustettiner Kreis).

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Ortsbild (2019)

Geographische Lage

Das Dorf liegt in Hinterpommern, etwa 150 km östlich von Stettin und etwa 8 km südöstlich der Stadtmitte von Neustettin. Südöstlich des Dorfkerns fließt der Altmühlbach, der östlich in die Küddow (poln. Gwda) mündet.

Geschichte

Zusammenfassung
Kontext

Schon im Mittelalter hatte die alteingeborene hinterpommersche Familie Lembcke in Soltnitz wie auch im Nachbarort Trabehn Besitz; im 15. Jahrhundert war Peter to der Soltenische und Tribbene (1415–1500) hier Grundherr.[1] In einer Urkunde vom 14. Januar 1584 werden hier sowie in Trabehn Hans Lembcke und dessen Söhne Joachim und Friedrich angeführt.[2]

Im 18. Jahrhundert war das Dorf zweigeteilt in einen königlichen Anteil, der dem Domänenamt Neustettin unterstand und dessen „ritterfreie“ Vorwerke durch fachlich qualifizierte Landwirte gegen Hinterlegung einer Kaution vom Fiskus gepachtet werden konnten, und einen adligen Anteil, auf dem Adelsfamilien auf ihrem Lehen saßen. Seit 1717 hatte auch die Familie Bandemer hier Grundbesitz;[2] deren Anteile wurden am 1. Dezember 1797 auf Antrag eines Erben allodifiziert.[3]

Um das Jahr 1896 befand sich das Gut Soltnitz im Besitz eines von Saporski, und das Gut Soltnitzschäferei gehörte dem Besitzer Müller.[4]

Am 1. April 1927 betrug die Flächengröße des Guts Soltnitzschäferei 311 Hektar, und am 16. Juni 1925 wurden in diesem Gutsbezirk 130 Einwohner gezählt.[5]

Um 1930 hatte die Gemarkung der Gemeinde Soltnitz eine Flächengröße von 34,7 km², und im Gemeindegebiet standen insgesamt 224 bewohnte Wohnhäuser an 14 verschiedenen Wohnorten:[6]

  1. Achimshöh
  2. Bahnhof Soltnitz
  3. Beyersmühle
  4. Buchholz
  5. Haßland
  6. Marienhof
  7. Neuhof[7]
  8. Soltnitz C
  9. Soltnitz
  10. Soltnitzer Forsthaus
  11. Soltnitzermühle[8]
  12. Soltnitzschäferei[7]
  13. Waldarbeitergehöft Abbau Soltnitz
  14. Zedlitzhof

Um 1933 gab es in dem Dorf bei über 1400 Einwohnern zwei Gasthöfe, eine Bäckerei, eine Metzgerei, ein Gemischtwaren-Geschäft, eine Niederlassung der Ländlichen Spar- und Darlehnskasse, eine Branntweinbrennerei, zwei Mühlen, eine Ziegelei, eine Viehhandlung sowie verschiedene Handwerksbetriebe.[9]

Bis 1945 bildete Soltnitz eine Landgemeinde im Landkreis Neustettin in der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Das Dorf war Sitz des Amtsbezirks Soltnitz.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Soltnitz zusammen mit Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Von der polnischen Behörde wurde das Dorf nun unter der Bezeichnung „Żółtnica“ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus dem Kreisgebiet vertrieben.

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Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...

Kirche

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Glockengestühl aus dem 19. Jahrhundert

Die 1945 anwesende Dorfbevölkerung war mit wenigen Ausnahmen evangelisch. Ihr stand im 19. Jahrhundert ein aus vorreformatorischer Zeit stammendes Kirchengebäude zur Verfügung, das unter dem Patronat der Gutsherrschaft stand.

Pfarrer bis 1945
  • Gregor Moller, genannt in der Visitation von 1587, im Amt bis 1614[21]
  • Johann Brache, seit 1614 im Amt[21]
  • Beyer, 1824[22]
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Verkehr

Etwa 2 ½ km nördlich des Dorfes verläuft die Bahnstrecke Chojnice–Runowo Pomorskie (Konitz–Ruhnow), an der eine Eisenbahnstation besteht.

Literatur

  • Soltnitz, Dorf, Kreis Neustettin, Provinz Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Soltnitz (meyersgaz.org).
  • Soltnitzschäferei, Gutsbezirk, Kreis Neustettin, Provinz Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org).
  • Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, 2. Band: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 721, Ziffer 15 (Google Books), und S. 769–770, Ziffer 57 (Google Books).
  • Hans Moderow, Ernst Müller: Die Evangelischen Geistlichen Pommerns von der Reformation bis zur Gegenwart. Auf Grund des Steinbrück'schen Ms. bearbeitet. 2. Teil: Ernst Müller: Der Regierungsbezirk Köslin. Sannier, Stettin 1912.
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Commons: Soltnitz – Sammlung von Bildern

Belege

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