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Himmelreichstraße (Magdeburg)

Straße in Magdeburg, Sachsen-Anhalt Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Himmelreichstraße (Magdeburg)map
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Die Himmelreichstraße ist eine Straße in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

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Blick in die Himmelreichstraße vom Breiten Weg aus, 2024
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Blick von Westen

Lage und Verlauf

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Die Straße befindet sich in der Magdeburger Altstadt. Sie führt vom Breiten Weg aus, beginnend zwischen den Häusern Breiter Weg 180 und 181, über etwa 100 Meter nach Westen bis zur Krügerbrücke.

Die heutige Hausnummerierung verläuft mit den geraden Nummern, beginnend am Breiten Weg mit der Nummer 2 auf der Nordseite von Osten aus aufsteigend. Bereits mit der Nummer 8 mündet die Straße auf die Krügerbrücke. Dementsprechend müssten die ungeraden Nummern auf der Südseite angeordnet sein. Aktuell (Stand 2024) besteht dort jedoch keine Bebauung.

Historisch zog sich der Verlauf der Himmelreichstraße weiter nach Osten. Die Nummerierung begann mit der Nummer 1 auf der Nordseite, nahe des Breiten Wegs und stieg dann bis zur Nummer 3 an der Krügerbrücke auf. Auf der anderen Seite der Krügerbrücke befanden sich dann die Nummern ab 4 bis schließlich die Nummer 10 das Eckhaus zur Prälatenstraße war. Das südliche Eckhaus hatte die Nummer 11. Von dort lief die Nummerierung weiter aufsteigend nach Osten bis zur Nummer 21, nach der von Süden die Straße Krummer Ellbogen einmündete. Nach dem Krummen Ellbogen befanden sich dann noch die Häuser Nummer 22 und 23. Die Eckhäuser am Ostende gehörten jeweils zum Breiten Weg.

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Geschichte

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Im Mittelalter war der Bereich der späteren Himmelreichstraße von einem großen Brand betroffen. In der Folge wurde der ganze Bereich inklusive der angrenzenden Straßen als Auf dem Brande bezeichnet. Eine erste Erwähnung dieses Begriffs ist aus dem Jahr 1489 überliefert. 1552 findet sich auch der Name Brandtstraße. Der Name war jedoch auch für die Apfelstraße gebräuchlich, so dass Auf dem Brande aus Gründen der Unterscheidung weiterhin genutzt wurde. Noch bis in das 18. Jahrhundert hinein blieb dieser Name üblich. Erstmalig 1678 ist in Akten der Name Himmelreichsgasse überliefert, der sich dann 1683 auch in einem amtlichen Verzeichnis fand. Er wurde jedoch nur für den östlichen Bereich, zwischen Breitem Weg und Krügerbrücke, also etwa dem heutigen Verlauf genutzt. Anlass der Benennung war der Hausname des südlichen Eckhauses zum Breiten Weg Zum Himmelreich (Breiter Weg 181). Das westliche Teilstück wurde im 18. Jahrhundert als Auf dem Plan bezeichnet. Der Grund für diese Benennung ist unklar. Möglicherweise war in Folge des Brandes der Bereich länger nicht bebaut, so dass sich der Name als Bezeichnung für einen Platz erklären würde. Allerdings ist belegt, dass eine Bebauung bis 1632 erfolgt war, während der Name erst deutlich später auftrat. Die Unterscheidung zwischen Himmelreichsgasse und Auf dem Plan war noch 1800[1] bzw. 1803 geläufig. Ab 1807 wurde dann einheitlich der Name Himmelreichstraße gebraucht.

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Hauszeichenstele, 2024

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs blieb die Straße nur in ihrem östlichen Abschnitt erhalten. Der westliche Teil wurde im Zuge des sich nicht an die historische Stadtstruktur haltenden Wiederaufbaus überbaut. Abgesehen vom nordöstlichen Eckhaus Breiter Weg 180 ging auch die historische Bebauung verloren. In der Zeit der DDR entstand auf der Nordseite ein moderner fünfgeschossiger Wohnblock mit drei Eingängen.

Im Frühjahr 1960 wurde bei Schachtungen zur Errichtung eines Hotels, wohl im ursprünglichen westlichen Teil der Himmelreichstraße, Reste eines frühmittelalterlichen Hauses gefunden. Das Gebäude war im Kellerbereich aus Grauwackesteinen, die oberen Geschosse vermutlich in Fachwerkbauweise errichtet worden. Als Entstehungszeit wird die Zeit um das Jahr 1000 angenommen. Es wurde durch einen Brand vermutlich in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts zerstört. Mit der Ausgrabung zeigte sich dieser Bereich als früher Standort einer Bebauung. Zuvor war das Gebiet nicht zu den so alten Siedlungsgebieten der Stadt gerechnet worden.[2]

1990 wurde an der südwestlichen Ecke der Himmelreichstraße, an der Einmündung zur Krügerbrücke, die Hauszeichenstele errichtet. An ihr befinden sich, inspiriert durch die Namen tatsächlich einmal bestehender Hauszeichen, frei assoziierte Hauszeichen.

2024 wurden Pläne zur Neubebauung der Südseite der Himmelreichstraße bekannt. Danach bestehen Überlegungen dort ein Hotel mit 160 Zimmern zu errichten.[3]

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Sage

Für die Entstehung des Straßennamens gibt es die Haussage Zum Himmelreich. Nach der nahm im 13. Jahrhundert ein Ritter einen prußischen Heerführer gefangen, der sich in Hildegard, die Tochter des Ritters, verliebte. Ihm war aber, wegen seines zeitweisen Abfalls vom Christentum, vom Erzbischof die Buße auferlegt worden, Frauen nicht mehr zu berühren. Er hielt sich an die Buße, besuchte jedoch trotzdem jeden Tag seine Geliebte. Sein Weg führte ihn so zu seiner Geliebten und zur Läuterung seiner Seele und somit zum Himmelreich.[4]

(Historische) Häuser der Himmelreichstraße

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Da die heutige lückenhafte Nummerierung eine geordnete Darstellung erschwert, werden die Grundstücke entsprechend ihrer historischen Nummerierung geordnet.

Weitere Informationen Hausnummer, Name ...
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Literatur

  • Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 177 ff.
Commons: Himmelreichstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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