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Inman Line
ehemalige britische Reederei Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die Inman Line war eine britische Reederei des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit Sitz in Liverpool, die einen regelmäßigen Liniendienst nach Philadelphia und später nach New York City unterhielt.
Geschichte
Zusammenfassung
Kontext
1850 wurde die Liverpool & Philadelphia Steam Ship Company von dem Geschäftsmann William Inman gegründet, um einen regelmäßigen Liniendienst von Liverpool nach Philadelphia zu unterhalten. Inman bewies darin Mut, von Anfang ausschließlich eiserne Schraubendampfer einzusetzen, ein Schiffstyp, der sich gerade erst im Transatlantikverkehr zu bewähren begann. Die Reederei bekam keine staatlichen Subventionen, doch es gelang Inman, in das Monopol des Auswanderertransportes der Packetsegler einzubrechen, was für ein gutes Auskommen sorgte. Inman war der erste, der Zwischendeckpassagiere mit Dampfschiffen nach Nordamerika beförderte. Die Schiffe waren leicht daran zu erkennen, dass alle Namen mit dem Präfix "City of ....." begannen; zudem hatten sie einen Klippersteven, mit dem sie fast wie Segelschiffe wirkten.
Die Geschäfte liefen gut. Der Auswandererstrom nahm ständig zu, die Schraubendampfer verbrauchten 50 Prozent weniger Kohle als die Raddampfer und waren sehr wirtschaftlich. 1854 hatte die Reederei zwei schwere Verluste zu verkraften. Die City of Glasgow (das erste Schiff der Linie) war im Atlantik verschollen, und der neuerbaute Dampfer City of Philadelphia war auf seiner Jungfernfahrt bei Kap Race gesunken. Doch Inman gab nicht auf, statt Philadelphia wurde 1857 New York neuer Endhafen, und die Reederei hieß nun Liverpool, New York & Philadelphia Steamship Company. Die Aussicht auf höhere Gewinne hatten Inman wohl zu diesem Schritt bewogen, doch gleichzeitig drohte ein verschärfter Konkurrenzkampf.
1869 eroberte die City of Brussels zum ersten Mal für Inman das Blaue Band mit mehr als 14 Knoten, Cunards Raddampfer waren geschlagen. 1870 ergab sich neue Konkurrenz durch die schnellen Schiffe der White Star Line. Die Reederei geriet in finanzielle Schwierigkeiten und musste 1875 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Die Reederei änderte erneut ihren Namen, und zwar in Inman Steamship Company Ltd. Im selben Jahr eroberte die City of Berlin das Blaue Band zurück, verlor es aber kurz darauf wieder an die White Star Line. 1879 griff die Guion Line mit der Arizona in den Wettbewerb ein, womit sich der Konkurrenzkampf weiter zuspitzte.
1881 konterte Inman mit der City of Rome, mit 8415 BRT damals das größte Schiff der Welt und mit ihren drei Schornsteinen eine imposante Erscheinung. Ihre Geschwindigkeit war allerdings enttäuschend: Statt 18 lief sie gerade mal 16 Knoten, zu langsam um der Guion Line das Blaue Band abzujagen.
Kurz nach dem Stapellauf der City of Rome starb Inman. Der Abstieg der Inman Line war nicht mehr aufzuhalten, 1883 war die City of Brussels nach einer Kollision gesunken und die restliche Flotte musste dringend erneuert werden. Für die Überfahrt brauchte man zwei Tage länger als die Konkurrenz. Es fehlte an Geld, bei einem Buchwert der Flotte von 168500 Pfund Sterling hatte man Verbindlichkeiten in Höhe von 265500 Pfund. Die Inman Line zeigte, wie tödlich ein versagender Blau-Band-Renner in diesem unerbittlichen Konkurrenzkampf wirken konnte.
1886 ging die Inman Line in die freiwillige Liquidation, um eine Neugründung zu ermöglichen. Die Inman & International Steamship Co. Ltd. war entstanden. Eigentümer war die US-Reederei International Navigation Company mit Sitz in Philadelphia. Die Flotte wurde modernisiert, und bei der Werft J. & G. Thomson in Glasgow gab man zwei Neubauten in Auftrag. Sie stellten alles bisher da gewesene in den Schatten. 1888 liefen die Schwesterschiffe City of Paris und City of New York vom Stapel, mit 10499 BRT waren sie die größten bis dahin gebauten Passagierschiffe. Die City of Paris eroberte dann auch das Blaue Band von Cunards Etruria und Umbria für Inman zurück. Die White Star konterte mit Teutonic und Majestic, verlor es aber 1889 wieder an Inmans City of New York.
1892 entschied der US-Kongress per Sondergesetz, dass die Inman-Schiffe in den USA angekauft werden durften. Die Inman Line wurde 1893 aufgelöst und ihre ehemaligen Schiffe für die American Line, einer Reederei der International Navigation Company, registriert. Das “City of …” wurde aus den Namen der Schiffe gestrichen. Damit war ein Name, der das Bild des Transatlantik-Dienstes entscheidend mitgeprägt hatte, für immer verschwunden.
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Schiffe der Inman Line 1850–1889
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Weblinks
Commons: Inman Line – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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