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Wildwasseranlage
künstlich angelegte Wildwasserstrecke Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Eine Wildwasseranlage ist eine künstlich angelegte Wildwasserstrecke für das Wildwasserpaddeln, Playboating, Hydrospeed, Sit-on-Top und Rafting, sowie zum Trainieren und für Wettkämpfe im Wildwasserrennsport, Kanuslalom und Freestyle.

Künstliches Wildwasser
Zusammenfassung
Kontext

Künstliche Wellen
Die einfachste Form von künstlichem Wildwasser ist eine nachgeahmte stehende Welle in einem natürlichen Flussbett, wie beispielsweise die beiden stehenden Wellen in der Mur unter der Erzherzog-Johann- und der Radetzkybrücke in Graz. Häufig finden sich künstliche Wellen auch an Bauwerken, die für einen anderen Zweck gebaut wurden, beispielsweise am Ausfluss einer Pegelfassung oder an künstlichen Stufen, die zur Minderung der Fließgeschwindigkeit in einen Fluss gebaut wurden. Künstliche Wellen können auch in einen Kanal eingebaut werden, wie die Eisbach-Welle in München. Künstliche stehende Wellen sind nicht nur bei Kanuten beliebt, sondern auch bei Surfern.
Künstliche Wildwasserstrecken
Künstliche Wildwasserstrecken können auch nebenbei beim Wasserbau entstehen. So werden nicht selten in Außenkurven von schnell fließenden Flüssen in regelmäßigen Abständen Steinverhaue eingebaut, welche einerseits die Fließgeschwindigkeit bremsen und andererseits Kehrwässer bilden. Beispiele sind die Lieserschlucht bei Spittal oder die Thur bei Gütighausen (Koordinaten: Lage, auf dem Satellitenbild sind die Steinverhaue in der Aussenkurve sichtbar ).
Künstliche Wildwasseranlagen
Eine künstliche Wildwasseranlage besteht aus mehreren aneinandergereihten Hindernissen, die für den Wassersport gebaut wurden. Sie kann entweder in einem natürlichen Flussbett eingebaut werden oder in einem künstlichen Wildwasserkanal. Gegenüber einer natürlichen Wildwasserstrecke bieten Wildwasseranlagen mehrere Vorteile. Im Wettbewerb und im Training können künstliche Anlagen für gleichmäßigere Bedingungen sorgen. Sie sind gut zugänglich, wohingegen natürliche Strecken typischerweise in abgelegenen Gebirgstälern liegen. Wildwasseranlagen sind sicherer, da dort unterspülte Ufer und ähnliche Gefahrenquellen nach Möglichkeit ausgeschlossen werden. Der Wasserpegel kann oft durch Schleusen beeinflusst werden und es gibt in der Regel keine gefährlichen Pegelschwankungen (Sunk und Schwall) durch Wasserkraftwerke. Künstliche Anlagen kompensieren zumindest teilweise den mit dem zunehmenden Bau von Wasserkraftwerken einhergehende Verlust von natürlichen Wildwasserstrecken auf Wildflüssen und Wildbächen.
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Bau und Funktion
Wildwasseranlagen benötigen einen Höhenunterschied und genügend Wasser, damit die Strömung stark genug ist. Sie funktionieren entweder durch Einspeisung aus einem natürlichen Fluss, durch Pumpen, oder über die Tide.
Über veränderbare Einbauten und eine regulierbare Wasserströmung können mehrere Kombinations- und Variationsmöglichkeiten von Hindernissen und Wasserströmung eingestellt werden. Damit lassen sich sehr hohe Schwierigkeitsgrade erreichen, ohne unnötige Gefährdung der Wassersportler.

Bei Wildwasserkanälen mit Pumpen wird das Wasser wieder hochgepumpt, nachdem es die Strecke heruntergeflossen ist.
Für die olympische Kanusportart Kanuslalom muss die Paddel-Strecke bestimmte Kriterien erfüllen. Deshalb wurden im Zuge von Olympischen Spielen bereits mehrere Wildwasseranlagen mit Pumpen gebaut, wenn die austragende Stadt keine Strecke mit natürlichem Fluss in der Nähe besitzt. Die hohen Kosten für die Errichtung einer Anlage mit Pumpen gaben Anlass zu der Überlegung, den Kanuslalom aus den olympischen Sportarten zu streichen.
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Geschichte
Als erste künstliche Wildwasseranlage wurde für die Olympischen Spiele 1972 der Augsburger Eiskanal gebaut. In Sydney entstand das Penrith Whitewater Stadium für die Spiele 2000. In Athen wurde das Olympiako Kentro Kanoe/Kagiak Slalom im Helliniko Olympic Complex für die Spiele 2004 gebaut. Für die Bewerbung Leipzigs als Kandidat für Olympia 2012 entstand in Markkleeberg eine Wildwasserstrecke am Markkleeberger See. Nach Sydney und Athen wurde hier die dritte künstliche Sport- und Wettkampfanlage der Welt errichtet, die den neuen Richtlinien des Kanuslalomsports des ICF entspricht.
Liste von Wildwasseranlagen
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Weblinks
- Europäische Kanustrecken
- Kanupark Markkleeberg
- Kanusport-Anlage Bischofsmühle in Hildesheim
- Kanu-Leistungszentrum Hohenlimburg ( vom 6. Januar 2012 im Internet Archive)
- Konstrukteur von Sydney und Athen ( vom 15. April 2009 im Internet Archive)
Einzelnachweise
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