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Wilhelm Uhlig (Bildhauer)

deutscher Bildhauer Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Wilhelm Uhlig (* 28. Januar 1930 in Guttenberg; † 5. August 2022 in Nürnberg[1]) war ein deutscher Bildhauer.

Leben und Werdegang

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Wilhelm-Uhlig-Weg an der Stadtmauer von Bad Neustadt

Wilhelm Uhlig verbrachte seine Kindheit und frühe Jugend auf Schloss Guttenberg in Oberfranken. Nach dem frühen Tod des Vaters im Jahr 1941 übersiedelte die Familie – Uhlig hatte 4 Geschwister – nach Bad Neustadt in der Röhn. Im Jahr 1945 geriet der Fünfzehnjährige im sogenannten „Osteinsatz“ in die Wirren des Kriegsendes. Die unmittelbare Nachkriegszeit verbrachte er als Schiffsjunge auf See.[2]

Von 1951 bis 1959 studierte Wilhelm Uhlig an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg bei Hans Wimmer. 1959 hielt er sich mit einem Stipendium des DAAD in Rom auf und arbeitete in der Villa Massimo an seiner wohl bekanntesten Figur, dem sogenannten „Römischen Jüngling“. 1962/63 ließ er die später mehrfach preisgekrönte Plastik, die ihm hohe Anerkennung einbrachte, in Rom erstmals gießen.

1966 heiratete Uhlig in zweiter Ehe die Lehrerin Ursula Stockmeier, die in den folgenden Jahrzehnten für eine Vielzahl von bedeutenden Arbeiten des Künstlers Modell stand.[3]

1972 übernahm der Künstler eine Professur an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Zu seinen Studenten gehörten u. a. Michaela Biet, Hannes Arnold, Yoshimi Hashimoto und Clemens Heinl. Von 1984 bis 1987 war er Präsident der Akademie in Nürnberg.[4] 1983 wurde er als ordentliches Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste in München gewählt. Er war Mitglied der Künstlergruppe Der Kreis.

Seit 1951 verband ihn eine enge Freundschaft Bildhauerkollegen Walter Ibscher, mit dem er an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg studiert hatte.

Uhlig lebte und arbeitete wie Ibscher in Nürnberg,[5] wo er im August 2022 im Alter von 92 Jahren starb.[6]

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Werk

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Ursel in Bad Neustadt an der Saale

Wilhelm Uhlig gilt mit seinem überwiegend figürlichen Œuvre als ein Bildhauer in der Nachfolge der Münchner Bildhauerschule, dem es gelang, Tradition und Innovation zu einem höchst eigenständigen, harmonischen und in sich homogenen Werk zu verschmelzen.

Als ein Schüler Hans Wimmers an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg profitierte Uhlig davon, dass Wimmer die von Adolf von Hildebrand und Hermann Hahn geprägte Münchner Tradition nach der Zäsur des Kriegsendes nicht gänzlich verwarf, sondern – durch neue Impulse belebt und behutsam weiterentwickelt – an die nächste Generation weitergab.[7] Entgegen dem damaligen Zeitgeist plädierte Wimmer dafür, den Gegenstand – im Wesentlichen das Menschenbild – nicht völlig aufzugeben, eine Vorgabe, die Uhligs Veranlagung entsprach und für sein gesamtes Lebenswerk maßgeblich blieb.[8] Bekannt und viel zitiert ist sein Ausspruch: „Ein schöne Figur, ein guter Kopf ist das Ziel, das muss genügen.“[9]

Neben der Lehre Wimmers nannte Uhlig selbst stets auch das Werk Wilhelm Lehmbrucks als einen wichtigen Bezugspunkt.[10]

Im Zentrum von Wilhelm Uhligs Œuvre stehen ganzfigurige Darstellungen und Köpfe bzw. Porträtbüsten, in geringerer Zahl auch Tierdarstellungen. Vereinfachung, Verdichtung und ganzheitliche Erfassung der Figur bestimmen seine Bildhauerei von Beginn an, auch die Gestaltungsmittel der Verfremdung und Torsierung spielen in seinem Werk eine – wenn auch untergeordnete – Rolle. In den zahlreichen Porträts, aber auch in seinen Figuren strebte der Künstler danach, Individualisierung und Erfassung des universell Gültigen in Einklang zu bringen.

Uhlig fertigte seine Arbeiten in Gips, Ton und Stein häufig in Lebensgröße oder leichter Überlebensgröße, und ließ einen Gutteil insbesondere auch seiner ganzfigurigen Arbeiten in Bronze gießen.

Arbeiten in öffentliche Sammlungen

  • Büsten von Albert Einstein und Theresia Gerhardinger in der Walhalla
  • Kunsthalle Schweinfurt
  • Ring der Skulpturen im Kurpark Bad Staffelstein[11]
  • Taube und Ursel (Bad Neustadt an der Saale – Pershore Garten)
  • Trauernde (Bad Neustadt an der Saale – Aussegnungshalle Stadtfriedhof)
  • Ehrenmal (Bad Neustadt – Kolpingstraße)
  • Figur Edith Stein und der Brunnen Papst Johannes XXIII. (Bad Neustadt an der Saale – Pfarrer Alois-Friedrich-Platz)
  • liegende Brunnenfigur (Bad Neustadt an der Saale – Kurhausstraße)
  • Quellnymphe (Bad Neustadt an der Saale – vor dem Hohntor)

Werke (Auswahl)

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Schwarzes E in Nürnberg
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Auszeichnungen

Uhlig erhielt u. a. folgende Ehrungen:[13]

Literatur

  • Ulrich Gertz u. a.: Der Bildhauer Wilhelm Ulrich. Arbeiten aus vierzig Jahren. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 1991.
  • Wilhelm Uhlig (Hg.): Wilhelm Uhlig. Köpfe und Figuren. Museen der Stadt Nürnberg, Nürnberg 2005.
  • Begegnungen. In: Alfred Eckert: Wind unter den Flügeln. Leben und Werk des Bildhauers und Grafikers Walter Ibscher. Verlag Dr. Herbert Winter, Fürth 2006, S. 220 ff.
  • Uhlig, Wilhelm. In: Oberste Baubehörde München (Hrsg.): Bildwerk Bauwerk Kunstwerk – 30 Jahre Kunst und Staatliches Bauen in Bayern. Bruckmann, München 1990, ISBN 3-7654-2308-4, S. 196, 290291.
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Commons: Wilhelm Uhlig – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

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