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Altselingsbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Altselingsbach
Koordinaten: 49° 28′ 28″ N, 10° 37′ 13″ O
Höhe: 347–375 m ü. NHN
Einwohner: 72 (1. Jun. 2017)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 91459
Vorwahl: 09107

Altselingsbach ist ein Ortsteil des Marktes Markt Erlbach im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografie

Das Dorf liegt am Selingsbach, der ein linker Zufluss der Zenn ist. Im Westen erhebt sich der Steinberg, ca. 0,5 km nordwestlich des Ortes liegt das Waldgebiet Brand, im Süden grenzt das Waldgebiet Fichtlein an. Ca. 0,75 km südwestlich liegt das Flurgebiet Alte Hohenroth.[2]

Geschichte

Der Ort wurde 1145/53 in einer Bulle des Papstes Eugen III. neben anderen Orten erstmals namentlich erwähnt, in der dem Kloster Heilsbronn Besitzungen zugesichert wurden.[3] 1169 erwarb das Kloster Gefälle in „Selhesbach“.[4] 1255 wird der Ort als „Selhesperge“ in einer Urkunde erwähnt, in der Albert von Hohenlohe dem Kloster Heilsbronn durch Überlassung von Gefällen u. a. in Selingsbach Schadenersatz leisten wollte.[5] Das Kloster hatte dort eine 95 Morgen große Waldung, Steinberg genannt.[6] Insgesamt erwarb das Kloster sieben Anwesen. Im Dreißigjährigen Krieg blieben fünf davon bewohnt.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Altselingsbach 11 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Neuhof inne. Alle Anwesen hatten das Kastenamt Neuhof als Grundherrn.[8]

1810 kam Altselingsbach an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde es dem 1811 gebildeten Steuerdistrikt Linden zugeordnet. 1813 wurde die Ruralgemeinde Altselingsbach gebildet, zu der Hagenhofen, Hohenroth, Pilsenmühle und Röschenmühle gehörten.[9] Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim.[10] Ab 1862 wurde Altselingsbach vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Markt Erlbach (1920–1929: Finanzamt Markt Erlbach, ab 1929: Finanzamt Fürth) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Markt Erlbach, 1880–1950er Amtsgericht Markt Erlbach, ab 1950er Amtsgericht Fürth. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 7,897 km².[11] Seit 1950 wird das Wasserhaus als Ortsteil geführt.[12]

Am 1. Januar 1970, also noch vor der Gebietsreform in Bayern, wurde die Gemeinde Altselingsbach aufgelöst: Hohenroth wurde nach Trautskirchen eingemeindet, alle übrigen Ortsteile nach Markt Erlbach.[13]

Baudenkmal

Baubeschreibung: Liste der Baudenkmäler in Markt Erlbach#Altselingsbach

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Altselingsbach

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 230 259 246 244 245 248 249 243 267 274 271 271 251 250 246 240 234 224 233 322 302 250 224 236
Häuser[14] 41 41 44 49 49 43 42 45
Quelle [15] [16] [17] [17] [18] [17] [19] [17] [17] [20] [17] [17] [21] [17] [17] [17] [22] [17] [17] [17] [12] [17] [11] [23]

Ort Altselingsbach

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002017
Einwohner 61 80 77* 73 74 65 55 96 73 75 70* 72*
Häuser[14] 13 11 22 15 10 13 14 17*
Quelle [15] [16] [18] [19] [20] [21] [22] [12] [11] [23] [24] [1]
* inklusive Röschenmühle

Religion

Seit der Reformation ist der Ort überwiegend protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Kilian (Markt Erlbach) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Michael (Wilhermsdorf) gepfarrt.

Verkehr

Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Hohenroth, nach Hagenhofen und an der Röschenmühle vorbei nach Neuselingsbach zur Staatsstraße 2255. Eine Anliegerstraße führt zum Wasserhaus.

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b www.markt-erlbach.de
  2. Altselingsbach im BayernAtlas
  3. G. Muck, Bd. 1, S. 46.
  4. G. Muck, Bd. 1, S. 50.
  5. G. Muck, Bd. 1, S. 71.
  6. G. Muck, Bd. 2, S. 310.
  7. G. Muck, Bd. 2, S. 361.
  8. H. H. Hofmann, S. 80.
  9. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 32 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 224.
  10. H. H. Hofmann, S. 197.
  11. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 803 (Digitalisat).
  12. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1093–1094 (Digitalisat).
  13. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 535.
  14. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  15. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 5 (Digitalisat). Für die Gemeinde Altselingsbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Hagenhofen (S. 35), Hohenroth (S. 43), Pilsenmühle (S. 10) und Röschenmühle (S. 76).
  16. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 95 (Digitalisat).
  17. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 179, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  18. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1059, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  19. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1223–1225, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1159 (Digitalisat).
  21. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1231 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1269 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 176 (Digitalisat). Gemeinde existierte zum Stichtag der Volkszählung (27. Mai) nicht mehr.
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 340 (Digitalisat).
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