Aphidophilie

Befähigung von Ameisen zur Symbiose / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Aphidophilie (Aphidoidea ‚Blattläuse‘ und griechisch φιλία philía ‚Zuneigung‘) bezeichnet die Befähigung einiger Arten verschiedener Gattungen von Ameisen (z. B. Schwarze Wegameise) zur Symbiose mit myrmekophilen Schnabelkerfen.

Eine Ameise beim Betrillern von Blattläusen
Eine Ameise nimmt einen Honigtautropfen von einer Blattlaus auf
Eine Ameise nimmt einen Honigtautropfen von einer Rindenlaus auf

Prinzipiell bezieht sich der Begriff Aphidophilie nicht ausschließlich auf Ameisen, andere aphidophile Lebewesen könnten auch Pflanzen darstellen, die bestimmte Schnabelkerfe (wie Pemphigus spirothecae) tolerieren. Das kann z. B. der Fall sein bei der Entstehung von Pflanzengallen, manche Gemeinschaften aus Schnabelkerfen und Wirtspflanze können den Anschein einer Symbiose erwecken.

Der Begriff Aphidophilie wird auch auf Viren angewendet, die Schnabelkerfe befallen.[1] Häufige aphidophile Viren z. B. in Ungarn sind: CMV, PVY, AMV und TSWV.[2] Im Folgenden wird Aphidophilie jedoch nur auf Ameisen bezogen.

Ein Gegenteil von Aphidophilie ist die Aphidophagie. Damit wird das Nachstellen und Fressen von Schnabelkerfen durch Prädatoren und Parasitoiden bezeichnet.[3]

Honigtau erzeugende Rindenläuse der Gattung Cinara auf dem mehrjährigen Holz der Fichte