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Külsheim (Bad Windsheim)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Külsheim
Koordinaten: 49° 30′ 56″ N, 10° 25′ 22″ O
Höhe: 315 m ü. NHN
Einwohner: 284 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91438
Vorwahl: 09841
St. Walburga

Külsheim ist ein Ortsteil der Stadt Bad Windsheim, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geographie

Das Kirchdorf liegt in der Windsheimer Bucht und ist von Feldern umgeben. Durch den Ort fließt der Kühwasengraben, der ein linker Zufluss der Aisch über ihren Flutkanal ist. Im Nordwesten liegt das Flurgebiet In der Mürben, im Süden grenzt das Gewerbegebiet von Bad Windsheim an und im Westen der Kurpark.[1]

Geschichte

Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich während der merowingischen Siedlungszeit der Fränkischen Landnahme.[2] 790 wird der Ort anlässlich einer Schenkung an das Kloster Lorsch erstmals als „Gullesheim“ urkundlich im Lorscher Codex erwähnt.[3] Der Ortsname enthält den Personennamen des fränkischen Siedlers namens Gullo.[4] Wesentlich älter dürfte die Burg sein, die auf den Resten einer ehemaligen keltischen Fliehburg errichtet wurde, vermutlich eine Wallanlage aus der Zeit etwa 450 v. Chr. Die Burg war Sitz der Ritter von Külsheim, einem gegen Ende des 10. Jahrhunderts angesehenen Geschlechts, die Lehensleute der Herren von Hohenlohe waren.[2] Külsheim war zu dieser Zeit ein Reichsdorf. Unter König Albert wurde das Reichsdorf an die Herren von Hohenlohe verpfändet. Diese wiederum verkauften es infolge von Schulden an die Reichsstadt Rothenburg.[4]

Im Jahr 1285 wird in einer Urkunde des Kaisers Rudolf bestätigt, dass das Kloster Heilsbronn u. a. in Külsheim begütert ist.[5] Insgesamt erwarb das Kloster vier Bauernhöfe und eine Wiese.[6]

1348 bis 1350 wird ein Friedrich Esel, Ritter zu Külsheim genannt. 1381 wurde die Burg durch Truppen der Reichsstadt Windsheim wegen Raubrittertums zerstört als sich das Volk gegen den Adel auflehnte. Um 1413 waren die Ritter von Külsheim ausgestorben.[2] 1525 gingen die Hoheitsrechte an Kasimir, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach über.[4] Die Reformation wurde 1525 eingeführt.[7]

Im März 1648, am Ende des Dreißigjährigen Kriegs, wurde Külsheim durch schwedische Truppen, die Windsheim belagerten, fast völlig zerstört. Außer der Kirche und eines Hauses musste der Ort komplett abgerissen werden.[2]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Külsheim 44 Haushalte. Das Hochgericht übte die Reichsstadt Windsheim aus. Sie hatte ggf. an das brandenburg-bayreuthische Vogtamt Lenkersheim auszuliefern. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Reichsstadt Windsheim inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 21 Anwesen der Reichsstadt Windsheim, 21 Anwesen dem Fürstentum Bayreuth (Kastenamt Ipsheim: 12, Kastenamt Windsheim: 5, Klosteramt Birkenfeld: 4), 1 Anwesen dem Schwarzenbergischen Amt Seehaus und 1 Anwesen der Rieterischen Verwaltung Kornburg.[8]

Im Jahr 1810 kam Külsheim an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 das Steuerdistrikt Külsheim gebildet, zu dem die Orte Erkenbrechtshofen, Humprechtsau, Oberntief und Unterntief gehörten. 1817 wurde die Ruralgemeinde Külsheim gebildet, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde aufgespalten in:

  • Ruralgemeinde Humprechtsau;
  • Ruralgemeinde Külsheim mit Erkenbrechtshofen;
  • Ruralgemeinde Oberntief mit Unterntief.[9]

Die Ruralgemeinde Külsheim unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Windsheim und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Die freiwillige Gerichtsbarkeit über ein Anwesen hatte jedoch bis 1848 das Herrschaftsgericht Hohenlandsberg der Fürsten Schwarzenberg inne.[10] Ab 1862 wurde Külsheim vom Bezirksamt Uffenheim (1938 in Landkreis Uffenheim umbenannt) und ab 1856 vom Rentamt Windsheim (1920 in Finanzamt Windsheim umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Windsheim, ab 1880 Amtsgericht Windsheim. Die Gemeinde hatte 1961 eine Gebietsfläche von 8,947 km².[11]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Külsheim am 1. Mai 1978 nach Bad Windsheim eingemeindet.[12]

Baudenkmäler

  • St. Walburga, evang.-luth. Pfarrkirche
  • Schloßstr. 5: ehemaliges Gasthaus
  • Schloßstr. 6: ehemalige Zehntscheune

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Külsheim

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Külsheim

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970
Einwohner 353 407 427 427 440 438 442 455 440 419 411 386 385 376 372 372 374 333 323 509 448 421 414 458
Häuser[13] 68 75 75 76 74 73 72 81
Quelle [14] [15] [16] [16] [17] [16] [18] [16] [16] [19] [16] [16] [20] [16] [16] [16] [21] [16] [16] [16] [22] [16] [11] [23]

Ort Külsheim

Jahr 001818 001840 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987 002011
Einwohner 246 310 343 342 334 295 288 344 326 384 293 284
Häuser[13] 52 59 59 57 57 56 65 76
Quelle [14] [15] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [11] [23] [24]

Verkehr

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt zur Staatsstraße 2253 bzw. nach Bad Windsheim zur Kreisstraße NEA 40.

Literatur

Einzelnachweise

  1. Külsheim im BayernAtlas
  2. a b c d Külsheim auf der Website mgoesswein.de
  3. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 5), Urkunde 3601, 7. August 790 – Reg. 2230. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 225, abgerufen am 15. Juli 2018.
  4. a b c R. Hoeppner (Hrsg.), S. 75.
  5. G. Muck, Bd. 1, S. 91.
  6. G. Muck, Bd. 2, S. 383.
  7. Max Döllner (1950), S. 192.
  8. H. H. Hofmann, S. 108f.
  9. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 73 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 227.
  10. H. H. Hofmann, S. 214.
  11. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, DNB 453660959, Abschnitt II, Sp. 830 (Digitalisat).
  12. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 723.
  13. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  14. a b Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 51 (Digitalisat). Für die Gemeinde Külsheim zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Erkenbrechtshofen (S. 23).
  15. a b Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 262 (Digitalisat).
  16. a b c d e f g h i j k l m n Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis : Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192). München 1954, DNB 451478568, S. 185, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  17. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1096, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  18. a b Kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. Adolf Ackermann, München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871, Viehzahlen von 1873), Sp. 1263, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1198 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1271 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1309 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, DNB 453660975, Abschnitt II, Sp. 1132–1133 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, DNB 740801384, S. 175 (Digitalisat).
  24. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 338 (Digitalisat).
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