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Cornrows
Frisur Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Cornrows (englisch corn ‚Mais‘, ‚Getreide‘ und rows ‚Reihen‘) oder Canerows (engl. to cane ‚flechten‘ bzw. cane ‚Zuckerrohr‘[1]), kurz Corns oder Rows, sind eine Flechtfrisur, bei der mehrstrangige Braids sehr nah an der Kopfhaut geflochten werden.

Bezeichnung
Der Name Cornrows entstand zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert und bezieht sich auf die Pflanzreihen in Mais- und Zuckerrohrfeldern in Amerika und der Karibik, wohin versklavte Afrikanerinnen und Afrikaner während des atlantischen Sklavenhandels verschleppt wurden.[2][3] Die aus Afrika stammende Frisur ist jedoch älter. Klassische Cornrows werden auf Yoruba kolese genannt, allgemein heißen Cornrows in Nigeria irun didi. In der nigerianischen Diaspora werden sie oft als didi braids bezeichnet.[1]
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Beschreibung
Zusammenfassung
Kontext
Cornrows werden als drei oder mehr Stränge an der Kopfhaut entlang geflochten, wobei eine aufwärts gerichtete Flechtbewegung verwendet wird, um einen jeweils durchgehenden, erhabenen Zopf zu bilden.[4] Im Gegensatz zu anderen Flechtfrisuren flicht man Cornrows, indem immer wieder eine neue Haarsträhne aufgenommen und in den Zopf integriert wird, wodurch die Zöpfe an der Kopfhaut anliegen. Die Anzahl der einzelnen Reihen kann bis über hundert betragen. Cornrows können gerade nach hinten (Straight Rows) oder in Mustern geflochten werden. Es gibt verschiedene Varianten:
- Knotless Rows: Es wird fließend Kunsthaar mit eingeflochten, sodass kein Knoten am Ansatz zu sehen ist.
- Knotty Rows: Der Flechtknoten ist am Ansatz sichtbar.
- Amazing Rows oder Designer Rows: Bezeichnung für aufwendigere Muster.
- Cherokee Cornrows: Die Endungen laufen lang aus (ähnlich wie bei Open Braids).
Das Flechten

Das Flechten von Cornrows ist, abhängig von der Sensibilität der Kopfhaut und der Vorsicht des Flechtenden, unangenehm bis schmerzhaft. Je länger das Kopfhaar ist, desto besser halten die Braids. So ist eine Haarlänge von fünfzehn bis zwanzig Zentimetern besonders für dickere Cornrows vorteilhaft. Die Flechtdauer richtet sich nach der Haarlänge und der Anzahl der Reihen sowie nach der Komplexität des Musters und beträgt zwischen dreißig Minuten und fünf Stunden.[5]
Cornrows können wenige Tage bis hin zu zweieinhalb Monaten halten, je nach Können des Flechtenden. Häufig wird auch Kunsthaar mit eingeflochten, welches die Haltbarkeit um einige Wochen verlängern kann.
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Geschichte
Zusammenfassung
Kontext
Cornrows gelten in vielen afrikanischen Kulturen sowie in der afrikanischen Diaspora als traditionelle Frisur der afrikanischen Flechtpraxis.[6] Sie lassen sich in Afrika bis 3000 v. Chr. zurückverfolgen. Im Alten Ägypten trugen Männer und Frauen Cornrows und Braids, die mit Gold und Perlen verziert waren.[3] Wie andere Flechtfrisuren auch konnten sie in afrikanischen Kulturen im Mittelalter Alter, Religion, Status und Rang anzeigen.[7] Während des transatlantischen Sklavenhandels war das Flechten von Cornrows eine Art, die eigene kulturelle Identität zu bewahren. Mündliche Überlieferungen weisen darauf hin, dass auf der Underground Railroad und in Kolumbien Cornrows als Landkarten, zu Übermittlung von Botschaften und zum Verstecken von Lebensmitteln verwendet wurden.[3]
Lange galten Cornrows und Braids im Allgemeinen in den USA aus rassistischen Gründen als unangemessene Frisur, die zur Kündigung und Benachteiligung führen konnte.[8] Cicely Tyson war 1963 die erste schwarze Frau, die in der amerikanischen Fernsehsendung East Side/West Side Cornrows in den Medien trug. Seitdem finden Cornrows zunehmend Verbreitung, auch in der Modewelt. So war etwa als eine der ersten das Model Karly Loyce mit Cornrows in der Werbekampagne von Célines Frühjahr/Sommer-Kollektion 2016 zu sehen.[7] Seit den 2010er Jahren werden Cornrows von Prominenten wie Beyoncé, Alicia Keys und Laverne Cox getragen.[3] Seitdem die weiße Schauspielerin Bo Derek 1979 in dem Film Zehn – Die Traumfrau Cornrows trug, waren die Frisur und ihre Trägerinnen, darunter Katy Perry, Kylie Jenner und Kim Kardashian, auch immer wieder Gegenstand von Diskussionen um kulturelle Aneignung.[8]
Weblinks
- Felicia P. Johnson: A Historical Glimpse About Your Braids, 2011 auf books.google.com
- Sonya Clark: French Braid and Cornrow, 2013 auf lsumoa.org
Einzelnachweise
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