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Hausorden der Treue

Hausorden von Baden Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Hausorden der Treue
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Der Hausorden der Treue ist der Hausorden von Baden und wurde ursprünglich durch Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach als Lohn für Verdienste und aus Anlass der Grundsteinlegung seiner späteren Residenz Karlsruhe am 17. Juni 1715 gestiftet. Der Orden wurde nach der Sitte mit französischem Namen benannt und hieß „Ordre de la Fidélité“. Später wurde er in „Orden der Treue“ umbenannt. Die Ordensdevise Fidelitas ist Bestandteil des Karlsruher Stadtwappens.

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Ordenskreuz bis 1803
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Bruststern bis 1803
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Bruststern ab 1840
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Geschichte

Zusammenfassung
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Die Ordensstiftung am Bauplatz des Karlsruher Schlosses geschah noch vor der Grundsteinlegung des Schlossturms und am gleichen Tag, der auch als Gründungsdatum der Stadt Karlsruhe gilt. In den Anfangsjahren der Stadt bis etwa 1732 waren die vom Schloss ausgehenden Radialstraßen der Stadt nach den Ordensrittern benannt. Dies geschah auf Vorschlag des Stiftungsritters und Karlsruher Obervogts Johann Christian von Günzer, der auch ein Stadtwappen mit dem Schriftzug Fidelitas vorschlug.[1]

Mit der Erwerb der Kurwürde am 8. Mai 1803 teilte Markgraf Karl Friedrich von Baden die Ritter in eine Großkreuz- und eine neue Kommandeursklasse, die auch mit Stern verleihen werden konnte. Ab 1814 wurde nur noch das Großkreuz verliehen. Ab 17. Januar 1840 wurde der Orden in ihn „Hausorden der Treue“ umbenannt und als höchster Orden von Baden bestimmt. Mit den Statuten vom 17. Juni 1840 wurde die Kommandeursklasse aufgehoben und bestimmt, dass der Orden nur noch an die Prinzen des Hauses, fremde Souveräne und höchste Staatsdiener mit dem Prädikat „Excellenz“ verliehen werden durfte. 1902 wurde schließlich noch das Prinzessinnenkreuz gestiftet, das den geborenen und angeheirateten Prinzessinnen des markgräflichen Hauses vorbehalten war.

Der Orden wird nach der Abschaffung der Monarchie in Deutschland weiterhin als Hausorden des markgräflichen Hauses verliehen.

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Ordensdekoration

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Ordenskreuz ab 1877

Die Ordensdekoration besteht aus einem achtspitzigen rotemaillierten goldgeränderten Johanniterkreuz mit kleinen goldenen Kugeln an den Spitzen. In den Kreuzwinkeln sind die goldenen Initialen C des Stifters eingebracht. Eine schwebende goldene Krone über dem oberen Kreuzarm ist mit dem Tragering versehen. Das runde Mittelschild ist goldgefasst und weiß emailliert. Über drei grüne Berge sind die Initialen in Gold und die Ordensdevise FIDELITAS. Die Rückseite zeigt das Wappen von Baden (auf Gold ein roter Schrägbalken).

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Ordensband und Trageweise

Das Band ist orange und hat einen Silberstreifen an beiden Seiten.

Der Orden wird als Schärpe über die rechte Schulter zur linken Hüftseite getragen. Auf der linken Brustseite war der Platz für den zusätzlichen Ordensstern. Dieser ist aus Silber und achtstrahlig. Auf der Vorderseite ist ein orangefarbenes Medaillon. Vier goldene doppelte C sind jedoch auf den silbernen Strahlen aufgelegt.

Verleihungspraxis

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Friedrich Wilhelm von Steuben (1730–1794)
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Erbgroßherzog Friedrich von Baden mit Ordensstern

Mit der Verleihung des Hausordens der Treue an fremde Souveräne, Mitglieder regierender Häuser, Fürsten und Fürstenmäßige war bis 1877 auch die gleichzeitige Verleihung des Großkreuzes des Ordens vom Zähringer Löwen verbunden. Ab 1877 kam stattdessen das Großkreuz des Ordens Berthold des Ersten zur Verleihung.

Verleihungszahlen

Bis zum Ende der Monarchie in Deutschland lassen sich folgende Verleihungszahlen, ohne die Mitglieder des großherzoglichen Hauses, dokumentieren.[2]

Weitere Informationen Ausführung, Verleihungen ...

Folgende Personen erhielten den Orden in Brillanten:[3]

Weitere Informationen Verleihungsjahr, Empfänger ...

Nach dem Tod eines Inhabers waren die Insignien rückgabepflichtig.

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Literatur

  • Lars Adler: Die Ordensstiftungen der Markgrafen von Baden 1584–1803: adlige Korporationen im Spiegel fürstlicher Landespolitik. („Phaleristische Monographien“, Band 5), mit einem Vorwort von Bernhard Prinz von Baden. Konstanz 2008, ISBN 3-937064-07-9.
  • Lars Adler: Friedrich Wilhelm von Steuben als Ritter des Markgräflich badischen Ordens der Treue: der Fall einer durch Adelsanmaßung erlangten Ordensmitgliedschaft im 18. Jahrhundert. In: Herold-Jahrbuch des Herold, Verein für Heraldik, Genealogie und Verwandte Wissenschaften. N.F., 11. Band (2006). ISBN 3-7686-3081-1, ISBN 978-3-7686-3081-8, S. 9–32.
  • Lars Adler: Ordenspokal und Temperantiabecher. Gläsergarnitur des badischen Fidelitasordens. In: Orden und Ehrenzeichen. Hrsg.: Deutschen Gesellschaft für Ordenskunde e. V. 10. Jahrgang (2008), Heft Nr. 54, April 2008, S. 74–80.
  • Lars Adler: Die Fidelitasritter im historischen Gedächtnis der Fächerstadt. Stadtgründung und Ordensstiftung. In: Blick in die Geschichte (Karlsruher stadthistorische Beiträge; Bd. 5, 2008–2013). Karlsruhe 2013. S. 150–154.
  • Lars Adler: Der Fidelitas-Orden. Adlige Treue und städtisches Gedächtnis. In: Karl Wilhelm 1679–1738. Katalog zur Großen Landesausstellung Baden-Württemberg vom 9. Mai bis 18. Oktober 2015, Hrsg. vom Badischen Landesmuseum Karlsruhe, München 2015, S. 159–165.
  • Maximilian Gritzner: Handbuch der Ritter- und Verdienstorden aller Kulturstaaten der Welt. Leipzig 1893 (Digitalisat des Originals im Internet Archive), Nachdruck des Originals (2000): ISBN 3-8262-0705-X
  • Arnhard Graf Klenau: Orden in Deutschland und Österreich. Band II, Graf Klenau Verlag, Offenbach 2008, ISBN 3-937064-13-3.
  • Moritz Ruhl: Die Orden, Wappen und Flaggen aller Regenten und Staaten. Leipzig 1884, Nachdruck: Offenbach am Main 1998, ISBN 3-932543-73-4.
  • Hof- und Staats-Handbuch des Grossherzogthums Baden. 1841 Statuten und Liste der Ordensträger in der Google-Buchsuche
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Commons: Hausorden der Treue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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