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Lettische Marine
Teilstreitkräfte Lettlands Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die offizielle Bezeichnung der Marine der Republik Lettland ist Latvijas Jūras spēki (Lettische Seestreitkräfte). Die Teilstreitkraft der Nationalen Streitkräfte beitreibt Stützpunkte in Liepāja und Riga.
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Geschichte
Zusammenfassung
Kontext
Die Jahre 1919–1940

Nachdem das Land 1918 unabhängig geworden war, gab das Hauptquartier der lettischen Armee am 10. August 1919 die formelle Gründung einer eigenständigen Marine bekannt. Im Jahr 1921 wurde das erste lettische Schiff, die Virsaitis (vormals SMS M68), in Dienst gestellt, die in der Folgezeit als Flaggschiff diente. Trotz geringer finanzieller Spielräume des kleinen Landes, konnten die Seestreitkräfte in den nächsten Jahren ausgebaut werden. So gelangen z. B. 1926 der Aufbau einer eigenen Marinefliegerdivision und die Beschaffung zweier U-Boote. Insgesamt verfügte man 1927 über sechs Kriegsschiffe und ein Hilfsschiff sowie mehrere kleine Boote.
Die Besetzung Lettlands durch sowjetische Truppen am 17. Juni 1940 bedeutende nicht nur für den Staat, sondern auch für seine Seestreitkräfte, das vorläufige Ende. Nach der Eingliederung in die Sowjetische Marine, wurden die meisten der ehemals lettischen Kriegsschiffe im Zweiten Weltkrieg zerstört.[1]
Die Zeit seit 1991

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit begann Lettland im Jahr 1991 mit dem Neuaufbau seiner Streitkräfte. Als Aufgaben für die Marine wurden dabei die Sicherung der eigenen Seegrenzen, die Minenräumung und -zerstörung definiert. Am 11. April 1992, der seitdem als Datum der Neuaufstellung der Seestreitkräfte gilt, wurde erstmals an Bord eines Bootes die Marineflagge der neuen Seestreitkräfte Lettlands gehisst. Die ersten Einheiten der Flotte waren ehemalige Fischerei-Patrouillenboote der lettischen SSR. In den folgenden Jahren wurden ausgemusterte Schiffe ausländischer Marinen (unter anderem auch aus Beständen der Volksmarine) übernommen. Im Oktober 1996 wurde eine dauerhafte Kooperation mit den Seestreitkräften Litauens und Estlands beschlossen. Aus dieser entwickelte sich bis 1998 der gemeinsame Minensuchverband BALTRON. Seit dem Beitritt zur NATO im Jahr 2004 nehmen Schiffe der lettischen Seestreitkräfte regelmäßig an Manövern des Militärbündnisses, wie z. B. BALTOPS, SQUADEX oder Open Spirit, teil. Zudem beteiligt sich das Land an verschiedenen internationalen Kampfeinsätzen.[2][3] Weiterhin wurde seitdem die Flotte und deren Ausrüstung einer Modernisierung unterzogen.
Zu den Aufgaben der Seestreitkräfte gehört auch die Küstenwache. Hierfür wurde zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Riga ein nationales Koordinationszentrum (MRCC RIGA) aufgebaut, das rund um die Uhr aktiv ist.[4]
Befehlshaber der Seestreitkräfte
Folgende Personen waren im Laufe der Jahre die Befehlshaber der lettischen Seestreitkräfte:[1][5]
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Organisation
Zusammenfassung
Kontext
Die lettischen Seestreitkräfte gliedern sich in sieben Bereiche. Diese sind:[6]
- Marinestab (lettisch Jūras spēku štābs)
- Küstenwache (Krasta apsardzes dienests)
- Minenabwehrgeschwader (lettisch Mīnu kuģi eskadra)
- Patrouillengeschwader (Patruļkuģi eskadra)
- Meeresüberwachungs- und Kommunikationsdienst (Jūras novērošanas un sakaru dienests)
- Marinearsenal (Baltijas valstu pretmīnu aprīko juma darbnīca)
- Marineorchester (Jūras spēku orķestris)
Das Minenabwehrgeschwader, die Meeresüberwachung und das Arsenal haben, wie auch der Stab der Seestreitkräfte und das Marineorchester, ihren Sitz in Liepāja. Das Patrouillengeschwader und die Küstenwache sind hingegen in Riga angesiedelt.
Zwischen den drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen gibt es eine Absprache bezüglich der gemeinsamen Ausbildung von bestimmten Spezialkräften. So befindet sich beispielsweise die zentrale Schule für die Marinetaucherausbildung in Liepāja.[7]
Dienstgrade und Dienstgradabzeichen
Offiziere
Unteroffiziere und Mannschaften
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Ausrüstung
Die lettische Marine verfügt etwa über einen Bestand von 18 Seefahrzeugen:
- Patrouillenschiffe (Patruļkuģi)
- 5 Boote der Skrunda-Klasse
- Minenabwehrschiffe (Mīnu kuģi)
- 5 Boote der Imanta-Klasse
- Kommando- und Versorgungsschiff (lettisch Štāba un apgādes kuģi )
- 1 Schiff der Vidar-Klasse
- 1 Schiff der Buyskes-Klasse
- 6 SAR-Schiffe (Küstenwache)
Darüber hinaus verfügte Lettland vor dem Zweiten Weltkrieg noch über eine U-Boot-Flotte.[8]
Mit den Patrouillenbooten der Skrunda-Klasse setzte Lettland, als erster der drei baltischen Staaten, einen neu entwickelten Schiffstyp in der Marine ein. Bei diesen Schiffen handelt es sich um SWATH-Patrouillenboote, die auf einem Konzept der deutschen Werft Abeking & Rasmussen beruhen und z. T. in Lettland gefertigt wurden. Mit kurzfristig auf dem Vorschiff einrüstbaren Modulen lassen sich die Boote auch zur Minenabwehr oder als Taucherplattform einsetzen. Das erste Boot wurde 2011 ausgeliefert.[9] Die weiteren Schiffe wurden bei Riga Shipyard gebaut. 2014 wurde die „Rezekne“ als Letztes in Dienst gestellt.
Siehe auch
Literatur
- Eric Wertheim: The Naval Institute Guide to Combat Fleets of the World: Their Ships, Aircraft, and Systems, US Naval Institute Press, 2007, ISBN 1-59114-955-X, S. 442 ff.
- Ulf Kaack: Typenatlas NVA: Die Schiffe der Volksmarine 1960–1990, GeraMond Verlag GmbH, 2014, ISBN 978-3-86245-649-9
Weblinks
Commons: Latvijas Jūras Spēki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
- Internetseite der Seestreitkräfte (lettisch)
Einzelnachweise
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