Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – 800 m (Frauen) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1968/Leichtathletik – 800 m (Frauen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 800-Meter-Lauf
Geschlecht Frauen
Teilnehmer 24 Athletinnen aus 16 Ländern
Wettkampfort Estadio Olímpico Universitario
Wettkampfphase 17. Oktober 1968 (Vorläufe)
18. Oktober 1968 (Halbfinale)
19. Oktober 1968 (Finale)
Medaillengewinnerinnen
Madeline Manning (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA)
Ileana Silai (Rumänien 1952
 ROM)
Maria Gommers (NiederlandeNiederlande NED)

Der 800-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt wurde am 17., 18. und 19. Oktober 1968 im Estadio Olímpico Universitario ausgetragen. 24 Athletinnen nahmen teil.

Olympiasiegerin wurde die US-Amerikanerin Madeline Manning. Silber gewann die Rumänin Ileana Silai, Bronze ging an Maria Gommers aus den Niederlanden.

Die DDR – offiziell Ostdeutschland – wurde durch Karin Burneleit und Barbara Wieck vertreten. Wieck schied im Vorlauf aus, Burneleit scheiterte im Halbfinale.
Läuferinnen aus der Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 2:00,5 min Vera Nikolić (Jugoslawien
 Jugoslawien)
London, Großbritannien 20. Juli 1968[1]
Olympischer Rekord 2:01,1 min Ann Packer (Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien) Finale von Tokio, Japan 20. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athletinnen traten am 17. Oktober zu insgesamt vier Vorläufen an. In der Vorrunde und auch im Halbfinale am 18. Oktober qualifizierten sich die jeweils vier Laufbesten für die nächste Runde. Das Finale fand am 19. Oktober statt.

Zeitplan

17. Oktober, 11.00 Uhr: Vorläufe
18. Oktober, 16.40 Uhr: Halbfinale
19. Oktober, 17.50 Uhr: Finale[2]

Anmerkung: Alle Zeiten sind Ortszeit Mexiko-Stadt (UTC −6)

Die qualifizierten Athletinnen sind hellblau unterlegt.

Vorrunde

Datum: 17. Oktober 1968, ab 11.00 Uhr[3]

Vorlauf 1

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Vera Nikolić Jugoslawien
 Jugoslawien
2:05,7 min 2:05,78 min
2 Laine Erik Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
2:06,5 min 2:06,52 min
3 Paola Pigni ItalienItalien Italien 2:06,7 min 2:06,72 min
4 Karin Burneleit Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
2:07,1 min 2:07,13 min
5 Francea Kraker Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:07,3 min 2:07,34 min
6 Elizabeth Chesire Kenia
 Kenia
2:10,9 min 2:10,92 min

Vorlauf 2

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Maria Gommers NiederlandeNiederlande Niederlande 2:04,0 min 2:04,06 min
2 Ileana Silai Rumänien 1965
 Rumänien
2:04,1 min 2:04,11 min
3 Sheila Taylor Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:04,1 min 2:04,17 min
4 Anna Simina Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
2:04,4 min 2:04,48 min
5 Barbara Wieck Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
2:08,5 min 2:08,18 min
6 Channa Shezifi IsraelIsrael Israel 2:09,2 min 2:09,23 min

Vorlauf 3

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Maryvonne Dupureur FrankreichFrankreich Frankreich 2:09,5 min 2:09,55 min
2 Doris Brown Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:09,5 min 2:09,54 min
3 Pat Lowe IrlandIrland Irland 2:09,5 min 2:09,57 min
4 Sylvia Potts NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2:09,6 min 2:09,63 min
5 Eeva Haimi FinnlandFinnland Finnland 2:09,6 min 2:09,67 min
6 Tilly van der Made NiederlandeNiederlande Niederlande 2:10,5 min 2:10,59 min

Vorlauf 4

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Madeline Manning Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:08,7 min 2:08,74 min
2 Abby Hoffman KanadaKanada Kanada 2:08,9 min 2:08,94 min
3 Jaroslava Jehličková Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
2:08,9 min 2:08,96 min
4 Ilja Keizer-Laman NiederlandeNiederlande Niederlande 2:08,9 min 2:08,96 min
5 Annelise Damm Olesen DanemarkDänemark Dänemark 2:09,0 min 2:09,1 min
6 Joan Page Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:10,2 min 2:10,21 min

Halbfinale

Datum: 18. Oktober 1968, ab 16.40 Uhr[3]

Maria Gommers, Nr. 60, und Ilja Keizer-Laman, Nr. 62, bei einem Wettkampf 1969. Gommers gewann in Mexiko-Stadt die Bronzemedaille, Keizer-Laman scheiterte im Halbfinale
Maria Gommers, Nr. 60, und Ilja Keizer-Laman, Nr. 62, bei einem Wettkampf 1969. Gommers gewann in Mexiko-Stadt die Bronzemedaille, Keizer-Laman scheiterte im Halbfinale

Lauf 1

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Madeline Manning Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:05,8 min 2:05,82 min
2 Ileana Silai Rumänien 1965
 Rumänien
2:05,9 min 2:05,94 min
3 Pat Lowe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:06,6 min 2:06,62 min
4 Abby Hoffman KanadaKanada Kanada 2:07,0 min 2:07,03 min
5 Karin Burneleit Deutschland Demokratische Republik 1968
 DDR
2:08,4 min 2:08,41 min
6 Anna Simina Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
2:08,5 min 2:08,54 min
7 Ilja Keizer-Laman NiederlandeNiederlande Niederlande 2:14,8 min 2:14,88 min
DNF Vera Nikolić Jugoslawien
 Jugoslawien

Lauf 2

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Maria Gommers NiederlandeNiederlande Niederlande 2:05,1 min 2:05,13 min
2 Doris Brown Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:05,2 min 2:05,23 min
3 Sheila Taylor Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:05,2 min 2:05,29 min
4 Maryvonne Dupureur FrankreichFrankreich Frankreich 2:05,5 min 2:05,58 min
5 Laine Erik Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
2:06,0 min 2:06,09 min
6 Sylvia Potts NeuseelandNeuseeland Neuseeland 2:07,2 min 2:07,27 min
7 Paola Pigni ItalienItalien Italien 2:07,8 min 2:07,82 min
8 Jaroslava Jehličková Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
2:13,5 min 2:13,59 min

Finale

Platz Name Nation Offizielle Zeit
handgestoppt
Inoffizielle Zeit
elektronisch
Anmerkung
1 Madeline Manning Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:00,9 min 2:00,92 min OR
2 Ileana Silai Rumänien 1965
 Rumänien
2:02,5 min 2:02,58 min
3 Maria Gommers NiederlandeNiederlande Niederlande 2:02,6 min 2:02,63 min
4 Sheila Taylor Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:03,8 min 2:03,81 min
5 Doris Brown Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 2:03,9 min 2:03,98 min
6 Pat Lowe Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Großbritannien 2:04,2 min 2:04,25 min
7 Abby Hoffman KanadaKanada Kanada 2:06,8 min 2:06,99 min
8 Maryvonne Dupureur FrankreichFrankreich Frankreich 2:08,2 min 2:08,28 min

Datum: 19. Oktober 1968, 17.50 Uhr[3]

Favoritin war die jugoslawische Weltrekordlerin Vera Nikolić. Aus unbekannten Gründen hatte sie jedoch ihr Halbfinalrennen nach 300 Metern abgebrochen. Sie hatte unter erheblichem Erwartungsdruck ihrer Landsleute gestanden und vielleicht war die nervliche Belastung einfach zu groß[4]
Im Finale ging die US-Läuferin Madeline Manning mit scharfem Tempo in Führung. Bei 300 Metern wurde sie von der französischen Olympiazweiten von 1964 Maryvonne Dupureur abgelöst. Die 400-Meter-Marke wurde in schnellen 59,1 Sekunden durchlaufen. Hier übernahm die Rumänin Ileana Silai die Spitze, Manning blieb zunächst in Silais Windschatten. Dann setzte die US-Amerikanerin zu ihrem Finish an, passierte die Rumänin und setzte sich mit einem immer größer werdenden Vorsprung mehr und mehr ab. Im Ziel hatte sie ca. fünfzehn Meter Vorsprung. Madeline Manning wurde Olympiasiegerin vor Ileana Silai, die ihren zweiten Platz knapp gegen die Niederländerin Maria Gommers verteidigen konnte.
Die Siegerin verbesserte Ann Packers Olympischen Rekord um zwei Zehntelsekunden und blieb nur vier Zehntel über dem Weltrekord.[5]

Madeline Manning errang den ersten US-Olympiasieg über 800 Meter der Frauen.
Ileana Silai und Maria Gommers gewannen die ersten Medaillen in dieser Disziplin für ihre Länder.

Literatur

  • Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 384f

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 641 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 10. November 2017
  2. Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 10f, engl./frz. (PDF), abgerufen am 10. November 2017
  3. a b c Offizieller Report der Olympischen Sommerspiele 1968 S. 535, engl./frz. (PDF), abgerufen am 10. November 2017
  4. Ekkehard zur Megede, Die Geschichte der olympischen Leichtathletik, Band 2: 1948–1968, Verlag Bartels & Wernitz KG, Berlin, 1. Auflage 1969, S. 384
  5. SportsReference (engl.), abgerufen am 10. November 2017
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