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Ust-Nera

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Siedlung städtischen Typs
Ust-Nera
Усть-Нера (russisch)
Уус Ньара (jakutisch)
Föderationskreis Ferner Osten
Republik Sacha (Jakutien)
Ulus Oimjakonski
Gegründet 1930er-Jahre
Siedlung städtischen Typs seit 1950
Bevölkerung 6463 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+10
Telefonvorwahl (+7) 41154
Postleitzahl 678730
Kfz-Kennzeichen 14
OKATO 98 239 551
Geographische Lage
Koordinaten 64° 34′ N, 143° 14′ OKoordinaten: 64° 34′ 5″ N, 143° 14′ 10″ O
(64° 34′ 5″ N, 143° 14′ 10″O)
Lage in Russland
(64° 34′ 5″ N, 143° 14′ 10″O)
Lage in der Republik Sacha‎

Ust-Nera (russisch Усть-Нера, jakutisch Уус Ньара/Uus Njara) ist eine Siedlung städtischen Typs in der ostsibirischen Republik Sacha (Jakutien) in Russland mit 6463 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1] Sie ist größter Ort und Verwaltungssitz des Oimjakonski ulus.

Geografie

Ust-Nera liegt 870 km nordöstlich der Republikshauptstadt Jakutsk, im Tscherskigebirge an der Mündung der Nera in den Mittellauf der Indigirka (der Namensbestand Ust ist vom russischen ustje, Mündung, abgeleitet).

Das Klima ist ausgeprägt hochkontinental. Der Ort liegt damit in einem der kältesten bewohnten Gebiete der Erde: der „Kältepol“ Oimjakon liegt etwa 125 km Luftlinie südlich von Ust-Nera.

Ust-Nera ist Verwaltungszentrum des Oimjakonski ulus (entsprechend einem Rajon).

Der Ort ist über eine befestigte Straße mit dem Zentrum der benachbarten Oblast Magadan am Ochotskischen Meer verbunden. Nach Jakutsk gibt es keine ganzjährig befahrbare Straßenverbindung. Ust-Nera hat einen Flugplatz (IATA-Code USR), es besteht eine tägliche Verbindung nach Jakutsk.

  • Blick auf Ust-Nera mit der Indigirka
    Blick auf Ust-Nera mit der Indigirka
  • Straße in Ust-Nera (2011)
    Straße in Ust-Nera (2011)
  • Gewerbegebiet und Ruinen (2016)
    Gewerbegebiet und Ruinen (2016)
  • Überschwemmung 1959
    Überschwemmung 1959
  • Ust-Nera Anfang der 1960er Jahre
    Ust-Nera Anfang der 1960er Jahre

Geschichte

Der Ort entstand im Zusammenhang mit der Entwicklung des Goldbergbaus an der Kolyma und Indigirka Ende der 1930er Jahre. 1950 erhielt es den Status einer Siedlung städtischen Typs. Am 3. Juni 1954 übernahm es die Funktion als Verwaltungssitz des seit 20. Mai 1931 bestehenden Oimjakonski rajon (Ulus) vom namensgebenden Dorf Oimjakon.

Als Sitz des Arbeitslagers IndigirLag (Indigirka-ITL) des Dalstroi von 1949 bis 1958 war Ust-Nera eines der Zentren des Gulag in diesem Teil Sibiriens.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Jahr Einwohner
1959 10.789
1970 7.820
1979 10.399
1989 12.535
2002 9.457
2010 6.463

Anmerkung: Volkszählungsdaten

Wirtschaft

Hauptwirtschaftszweig in und um Ust-Nera ist der Goldbergbau. Es gibt zudem Ansätze für die Entwicklung von Tourismus (insbesondere Bergtouren, auch im Winter).

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. IndigirLag im Internetportal GULAG des Memorial Deutschland e. V.
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