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Willi Schaeffers

deutscher Kabarettist und Schauspieler (1884–1962) Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Willi Schaeffers
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Willi Schaeffers (* 2. September 1884 in Landsberg an der Warthe, Provinz Brandenburg[1] als Friedrich Wilhelm Richard Schäffer; † 10. August 1962 in München) war ein deutscher Kabarettist, Conférencier, Kabarettleiter und Schauspieler. Er wirkte in über 40 Filmen mit.

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Willi Schaeffers und Lene Ludwig mit Maske Schaeffers’, 1938

Leben

Zusammenfassung
Kontext

Willi Schaeffers war ein Sohn des Buchhändlers und Journalisten Richard Schaeffer und seiner Ehefrau Hedwig geb. Schachert. Seine Schwester Elfriede war Geigerin und Ehefrau des Malers Raoul Hausmann. Schaeffers wuchs in Berlin auf und besuchte das Realgymnasium in Seesen, wo er bereits im Alter von 15 Jahren ein Schüler-Kabarett inszenierte.[2] 1902 trat er erstmals an Wanderbühnen in Ostpreußen und Schlesien auf. Er war Schüler an der Schauspielschule des Düsseldorfer Schauspielhauses bei Louise Dumont und wurde Ensemblemitglied des Stadttheaters Posen. Schaeffers Begegnung mit dem Kabarettisten Rudolf Nelson führte zu einer 17 Jahre andauernden Verbundenheit.[2]

Zu dieser Zeit begann Schaeffers, der ab 1909 in Berlin lebte, als Kabarettist aufzutreten. Gastauftritte führten ihn nach Hamburg und München. 1910 kam er zum Stummfilm.[2] Im Ersten Weltkrieg war er Soldat. Nach einer Verwundung betätigte er sich als Unterhaltungskünstler in Lazaretten und Kasernen.

Gleich nach dem Ersten Weltkrieg erschien er wieder auf den Berliner Bühnen. Vor allem in Operetten und Revuen hatte er zahlreiche Auftritte. 1928 erhielt er den Harry Lamberts-Paulsen Ring. Besonders bekannt wurden seine Darbietungen als Conférencier im Kabarett der Komiker, dessen Direktor er von 1938 bis 1944 war. Im ersten deutschen Tonfilm Die Nacht gehört uns von 1929 war er in einer Chargenrolle besetzt, was symptomatisch für seine Filmrollen war.[2]

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Grabstein von Willi Schaeffers auf dem Friedhof Heerstraße in Berlin-Westend

In verschiedenen Spielfilmen übernahm Schaeffers kleine Nebenrollen. Seine Spezialität war die Karikierung von Wichtigtuern und Besserwissern bis hin zum Kaiser von China in Prinzessin Turandot. Stärker im Mittelpunkt stand er bei einigen Kurzspielfilmen, die im Vorprogramm gezeigt wurden.

Seit 1910 war er mit Gertrud „Traute“ geb. Noack verheiratet[3]; die Ehe wurde 1959 geschieden. Der gemeinsame Sohn Peter war Filmproduzent, Schlagertexter und Musikverleger.

Willi Schaeffers starb am 10. August 1962 im Alter von 77 Jahren in einem Münchener Krankenhaus an einem Hirnschlag.[4] Beigesetzt wurde er auf dem landeseigenen Friedhof Heerstraße im heutigen Ortsteil Berlin-Westend (Grablage: 15-157).[5] Die letzte Ruhestätte von Willi Schaeffers war von 1975 bis 2001 als Ehrengrab des Landes Berlin gewidmet.[6] Das Grab wurde inzwischen aufgelöst, der Grabstein ist jedoch als Gedenkstein neben der Grabstelle erhalten geblieben.[7]

Im Rahmen einer TV-Dokumentation über Kabarettisten während der Nazi-Zeit wurde Schaeffers irrtümlich eine zynische Aussage über „Konzertlager“ zugeordnet, die aber von Kurt Wallner vorgetragen wurde.[8]

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Filmografie

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Werke

  • Alles gestohlen. Ein merkwürdiges Gemisch von Blödsinn, Geschmacklosigkeiten und geistreich sein sollenden Gedichten in 7 Abteilungen. Borngräber, Berlin 1910.
  • Ich warne Neugierige oder Wer's zu spät liest wird bestraft! 1 Lehrlingsstück, 3 Gesellenstücke, das andere alles (327) Meistervortragsstücke aus der Werkstatt von Schaeffers and sons Ltd. Borngräber, Berlin 1912.
  • mit Hans Gerbeck: Revolution im Bienenkorb. Komödie in 3 Akten und einem Vorspiel. Meisel, Berlin 1912 (Unverkäufliches Bühnenmanuskript).
  • als Herausgeber: Bunte Platte. Ein Vortragsbuch für Jedermann. Staneck, Berlin 1953.
  • Tingeltangel. Ein Leben für die Kleinkunst. Aufgezeichnet von Erich Ebermayer. Broschek, Hamburg 1959.

Literatur

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Commons: Willi Schaeffers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

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