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Mille Miglia 1947
Sportwagenrennen Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Die 14. Mille Miglia fand am 22. und 23. Juni 1947 statt. Sie führte über 1833 km von Brescia nach Rom und wieder zurück nach Brescia.





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Die Vorgeschichte
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Die Zerstörungen und Verwüstungen, die die Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs in vielen europäischen Staaten hinterlassen hatten, machten die rasche Wiedergeburt es Motorsports in vielen Ländern unmöglich. Anders war die Lage in Italien. Obwohl Mittelitalien von schweren Kämpfen entlang der Gustav-Linie betroffen war, gab es schon 1946 wieder Straßenrennen. Der Italienische Faschismus endete in den letzten Kriegstagen 1945. Benito Mussolini war am 28. April 1945 gemeinsam mit seiner Geliebten Clara Petacci von kommunistischen Partisanen erschossen worden, und Viktor Emanuel III. hatte zugunsten seines Sohnes Umberto II. abgedankt. Italien war nach der Wahl der Verfassunggebenden Versammlung 1946 eine Demokratie.
Die Mille-Miglia-Gründer Aymo Maggi, Giovanni Canestrini und Renzo Castagneto waren 1946 nur noch zu dritt, nachdem Franco Mazzotti 1942 beim Abschuss seiner Savoia-Marchetti SM.75 über der Straße von Sizilien gestorben war. Sie machten sich Ende 1946 daran, die Mille Miglia zu reaktivieren. Der schwere Unfall 1938, bei dem drei Erwachsene und sieben Kinder starben, war längst vergessen. Die vielen Toten des Krieges hatten die Katastrophe verblassen lassen. Geblieben war die Erinnerung an ein 1000-Meilen-Rennen, das italienische Hersteller und Fahrer anzog und Menschenmassen an die nicht abgesperrten Straßen brachte. Ohne große Probleme gelang es den Organisatoren, von den öffentlichen Stellen die Genehmigung für ein Rennen 1947 zu erhalten. Trotz der Rationierung stellte die italienische Interimsregierung ausreichend Benzin zur Verfügung, um die Teilnehmer an den Depotstellen mit Treibstoff zu versorgen. Als die Geschäftsleitung des Reifenherstellers Pirelli bekanntgab, jedes Fahrerteam erhalte vier neue Reifen für das gemeldete Fahrzeug gratis, gab es einen Meldeboom. Als die Organisatoren erfuhren, dass viele Fahrer kein Interesse an einem Rennstart hatten, sondern lediglich die Reifen haben wollten, gab es solche nur für Teams, die am Renntag zum Start erschienen.
Die Route wich wesentlich von den bisherigen Strecken ab. Diesmal wurde zuerst an der Adria entlang Richtung Rom gefahren und auf der Rückfahrt nach Norditalien durch die Toskana. Erstmals gastierte die Mille Miglia in den oberitalienischen Großstädten Turin und Mailand. Mit einer Distanz von 1833 Kilometer war es das bis dahin längste 1000-Meilen-Rennen.
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Das Rennen
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Die Route
Brescia – Verona – Venedig – Padua – Rovigo – Ferrara – Ravenna – Forlì – Rimini – Pesaro – Fano – Furlopass – Foligno – Spoleto – Sommapass – Terni – Rom – Civitavecchia – Grosseto – Livorno – Pisa – Florenz – Futapass – Raticosapass – Bologna – Modena – Reggio nell’Emilia – Parma – Piacenza – Voghera – Alessandria – Asti – Turin – Novara – Mailand – Bergamo – Brescia
Teams, Fahrzeuge und Fahrer
1947 kehrte die Mille Miglia zu ihrem Ursprung als Rennen für italienische Teams, Fahrzeuge und Fahrer zurück. In Frankreich und dem Vereinigten Königreich herrschten Währungsbeschränkungen, die eine Reise nach Italien unmöglich machten. Sportwagenrennen waren in den Vereinigten Staaten so gut wie unbekannt. Dieses Segment des Motorsports entwickelte sich erst mit der Gründung des Sports Car Club of America 1947. Teilnehmer aus Deutschland kamen aus politischen Gründen sowieso nicht infrage. Somit blieben die Italiener unter sich.
Auch Alfa Romeo konnte nicht mit Werkswagen antreten, da das Werksgelände in Mailand nach Bombenangriffen schwer beschädigt worden war. Obwohl mit der Wiederaufnahme der Produktion schnell eine neue Rennabteilung eingerichtet wurde, reichte die Aufbauzeit für eine Beteiligung an der Mille Miglia nicht aus. Das Werk unterstützte allerdings den Einsatz von Emilio Romano im Alfa Romeo 8C 2900B Berlinetta Touring mit Personal und Material. Wenige Tage vor dem Rennstart gelang es Romano Clemente Biondetti, den Sieger von 1938 als Co-Piloten zu gewinnen.
Die Fabrik von Enzo Ferrari in Maranello wurde 1944 ebenfalls beschädigt, die Fabrikation von Maschinenteilen ging aber fast ungehindert weiter. Ferrari hatte 1946 bereits 150 Mitarbeiter und machte sich an die Entwicklung der ersten Rennwagen-Modelle, die diesen Namen trugen. Mit dem von Gioacchino Colombo konstruierten Ferrari 125S gewann Franco Cortese wenige Wochen vor der Mille Miglia den Großen Preis von Rom. Es war der erste Sieg eines Ferrari-Rennwagens in der Geschichte des Motorsports. Cortese fuhr das Auto auch bei der Mille Miglia. Dazu meldete Enzo Ferrari einen schon sieben Jahre alten Auto Avio Costruzioni Tipo 815 für Enrico Beltracchini.
Ihr Mille-Miglia-Debüt gaben die Rennwagen der 1943 von Piero Dusio gegründeten Compagnia Industriale Sportiva Italiana. Fünf Werkswagen, darunter ein Cisitalia 202 MM Berlinetta Aerodinamica für Piero Taruffi und zwei Spider für Duiso und Tazio Nuvolari, gingen ins Rennen. Der inzwischen 55-jährige Nuvolari war in Italien längst ein Volksheld. Zu seinen unzähligen Erfolgen in den 1930er-Jahren zählten auch die Gesamtsiege bei der Mille Miglia 1930 und 1933. 1947 war er bereits ein kranker Mann und litt unter starkem Asthma bronchiale. Für Maserati startete Luigi Villoresi. Während des Krieges verbrachte er mehrere Jahre in einem Kriegsgefangenenlager und war, obwohl erst 36 Jahre alt, vollständig ergraut. Der „graue Fuchs“ steuerte einen Maserati A6GCS Berlinetta.
Der Rennverlauf
Da Mitfavorit Tazio Nuvolari als „Materialmörder“ galt, verfolgten Romano und Biondetti die Strategie der Technikschonung und lagen beim Zwischenstopp in Pesaro nur an der vierten Stelle. An der Spitze lagen Giuseppe Gilera und Giovanni Minozzi im Fiat 1100 S Berlinetta vor Nuvolari und dessen Teamkollegen Taruffi. Bei der Wende in Rom führte Nuvolari sieben Minuten vor Biondetti, der mit dem Alfa Romeo vor dem Rennen keinen Meter gefahren war. Ferrari-Pilot Cortese und Villoresi im Maserati waren bereits ausgefallen.
In Florenz hatte Biondetti den Rückstand auf Nuvolari um fünf Minuten verkürzt. Wie erwartet fuhr Nuvolari den kleinen Cisitalia beständig an der Belastungsgrenze und baute den Vorsprung in Bologna wieder auf neun Minuten aus. Heftige Regenschauer, die zwischen Mailand und Brescia niedergingen, sorgten für die Rennentscheidung. Obwohl Biondetti im geschlossenen Alfa Romeo gegenüber Nuvolari im offenen Cisitalia klare Vorteile während des Unwetters hatte, wäre dessen Rennsieg ohne technische Probleme am Spider wohl ausgeblieben. Nuvolari musste anhalten, um den nass gewordenen Verteiler zu tauschen und verlor dabei zwanzig Minuten. Im Ziel fehlten ihm dann 15 Minuten auf den siegreichen Alfa Romeo von Romano und Biondetti. Gesamtdritter wurde Inico Bernabei im Werks-Cisitalia 202 SMM. Die zwei von Enzo Ferrari gemeldeten Wagen fielen aus.
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Ergebnisse
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Schlussklassement
1 nicht gestartet 2 nicht gestartet 3 nicht gestartet 4 nicht gestartet 5 nicht gestartet
Nur in der Meldeliste
Hier finden sich Teams, Fahrer und Fahrzeuge, die für das Rennen gemeldet waren, aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht daran teilnahmen.
Klassensieger
Renndaten
- Gemeldet: 161
- Gestartet: 151
- Gewertet: 54
- Rennklassen: 8
- Zuschauer: unbekannt
- Wetter am Renntag: starker Regen am Rennende
- Streckenlänge: 1833,000 km
- Fahrzeit des Siegerteams: 16:16:39,000 Stunden
- Gesamtrunden des Siegerteams: 1
- Gesamtdistanz des Siegerteams: 1833,000 km
- Siegerschnitt: 112,238 km/h
- Pole Position: keine
- Schnellste Rennrunde: keine
- Rennserie: zählte zu keiner Rennserie
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Literatur
- R. M. Clarke: Mille Migla, 1927 – 1951, the Alfa und Ferrari Years; Brooklands Books, ISBN 1-85520-4673.
Weblinks
Commons: Mille Miglia 1947 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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