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Slawjanskoje (Kaliningrad, Polessk)

Ort in der Oblast Kaliningrad, Russland Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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Slawjanskoje (russisch Славянское, deutsch Pronitten) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Polessk im Rajon Polessk.

Schnelle Fakten Geographische Lage ...
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Geographische Lage

Slawjanskoje liegt neun Kilometer südwestlich der Stadt Polessk (Labiau) an der russischen Fernstraße A 190 (ehemalige deutsche Reichsstraße 126). Im Ort enden zwei Nebenstraßen, die aus südlicher Richtung von der Ortsstelle Kustowka (Lindenau, nicht mehr existent) bzw. aus nördlicher Richtung von Uschakowka (Kampkenhöfen) kommen. Slawjanskoje ist Bahnstation an der Bahnstrecke Kaliningrad–Sowetsk (Königsberg–Tilsit).

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Geschichte

Zusammenfassung
Kontext

Für den Ort Prewenithe wurde 1303 – Zeitpunkt seiner ersten Erwähnung – eine Handfeste für die dort angesiedelten Litauer ausgestellt.[2] Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Name in Pronitten.[3] und heute russisch „Slawjanskoje“. Zwischen 1874 und 1945 war das Dorf in den Amtsbezirk Legitten[4] eingegliedert, der zum Kreis Labiau im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Im Jahre 1910 zählte Pronitten 384 Einwohner[5]

Am 30. September 1928 wurden drei Nachbargutsbezirke in die Landgemeinde Pornitten eingegliedert: Jäger-Taktau (heute russisch: Turgenewo), Löbertshof (nicht mehr existent) und Schlepecken (1938–1946: Kleinpronitten, heute russisch: Owraschje). Die Einwohnerzahl belief sich 1933 auf 697 und betrug 1939 bereits 732.[6]

In Kriegsfolge kam Pronitten 1945 mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 nach dem russischen Wort sosna für Kiefer die Bezeichnung Sosnowka.[7] Gleichzeitig wurde der Ort Sitz eines Dorfsowjets. Von 2008 bis 2016 gehörte Slawjanskoje zur Landgemeinde Turgenewskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Polessk.

Slawjanski selski Sowet/okrug 1947–2008

Der Dorfsowjet Slawjanski selski Sowet (ru. Славянский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet.[7] Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Slawjanski selski okrug (ru. Славянский сельский округ). Im Jahr 2008 wurden die verbliebenen Orte des Dorfbezirks in die neu gebildete Landgemeinde Turgenewskoje selskoje posselenije eingegliedert.

Weitere Informationen Ortsname, Name bis 1947/50 ...

Die beiden im Jahr 1947 umbenannten Orte Dalneje (Bendiesen) und Olegowo (Senseln), die ebenfalls zunächst in diesen Dorfsowjet eingeteilt worden waren, kamen dann (vor 1975) aber zum Dobrinski selski Sowet.

Der im Jahr 1947 umbenannte Ort Turgenewo (Jäger-Traktau), der ebenfalls zunächst in diesen Dorfsowjet eingeteilt worden war, kam dann (vor 1975) aber zum Tjuleninski selski Sowet.

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Teufelsstein

Für Pronitten bemerkenswert war der sogenannte „Teufelsstein“.[2] Es handelte sich dabei um eine alte prußische Kultstätte, die sich nicht weit entfernt von dem vorchristlichen Friedhof in Löbertshof (heute nicht mehr existent) befand. Die Häuser des Dorfes hatte man hufeisenförmig um diesen Teufelsstein herum gruppiert.

Kirche

Mit seiner fast ausnahmslos evangelischen Bevölkerung war Pronitten bis 1945 in das Kirchspiel der Kirche Groß Legitten eingepfarrt. Es gehörte zum Kirchenkreis Labiau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Die alte Pfarrkirche ist renoviert und dient heute wieder als Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Kirchenglieder im Einzugsbereich Turgenewos, in dem auch Slawjanskoje liegt. Die Gemeinde ist Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) in der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

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Schule

In Pronitten gab es vor 1945 eine dreiklassige Schule, deren letzter deutscher Schulleiter der Hauptlehrer Emil Zantopp war. Das Schulgebäude ist bis heute erhalten.

Literatur

  • Rudolf Grenz, Der Kreis Labiau. Ein ostpreußisches Heimatbuch, Marburg, 1973

Einzelnachweise

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