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Gollach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gollach

Die Gollach bei Aub-Baldersheim

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2462
Lage Bayern
Mittelfranken
Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim
Unterfranken
Landkreis Würzburg
Flusssystem Rhein
Abfluss über Tauber → Main → Rhein → Nordsee
Quelle zwischen den Markt Nordheimer Ortsteilen Herbolzheim und Ulsenheim am südwestlichen Rand des Steigerwaldes
49° 33′ 34″ N, 10° 18′ 43″ O
Quellhöhe 337,6 m ü. NN
Mündung bei Bieberehren von rechts und insgesamt etwa Osten in die mittlere TauberKoordinaten: 49° 31′ 14″ N, 10° 0′ 2″ O
49° 31′ 14″ N, 10° 0′ 2″ O
Mündungshöhe ca. 245 m ü. NN[1]
Höhenunterschied ca. 92,6 m
Sohlgefälle ca. 2,8 ‰
Länge 33,6 km[2]
Einzugsgebiet 164,53 km²[2]
Abfluss am Pegel Bieberehren[3]
AEo: 162,39 km²
MNQ
MQ
Mq
MHQ
HHQ (1970)
89 l/s
592 l/s
3,6 l/(s km²)
9,41 m³/s
23,7 m³/s
Kleinstädte Uffenheim, Aub
Gemeinden Markt Nordheim, Gollhofen, Hemmersheim, Bieberehren

Furt über die Gollach an der Bayrisch-Württembergischen Grenze zwischen Burgerroth und Waldmannshofen.

Die Gollach (im ostfränkischen Dialekt „Golch“) ist ein rechter Nebenfluss der Tauber in Mittel- und Unterfranken. Sie durchfließt vom Rand des Steigerwalds kommend als zentrales Fließgewässer in einer weiten Talkerbe die fruchtbare ackerbaulich geprägte Landschaft Gollachgau von Ost nach West. Näher zum Vorfluter im relativ tief gelegenen Taubertal hin schneidet sich die Gollach stärker in die Landschaft ein und bildet ein markanteres Tal, das Gollachtal.

Geographie

Verlauf

Die Gollach ist fast 34 km lang und entsteht auf einer Höhe von 337,6 m ü. NHN im Bereich einer kaum sichtbaren Talwasserscheide zwischen Herbolzheim und Ulsenheim am südwestlichen Rand des Steigerwaldes auf 337,6 m.

Sie fließt in westlicher Richtung durch den flachwelligen, intensiv agrarisch genutzten Gollachgau vorbei an Ulsenheim (Markt Nordheim), der Kleinstadt Uffenheim und den Orten Gollachostheim (Gollhofen), Lipprichhausen (Hemmersheim) und Hemmersheim. Nach der Kleinstadt Aub biegt die Gollach in südwestliche Richtung ab und schneidet sich dabei tief in die Umgebung ein.

Schließlich mündet sie in Bieberehren auf 244 m von rechts in die Tauber.

Ihr etwa 33,6 km langer Lauf endet 92,6 Höhenmeter unterhalb ihrer Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von 2,8 ‰.

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet umfasst 163 Quadratkilometer. Im Norden grenzt es an die Entwässerungsgebiete kleinerer linker Zuflüsse des Mains, insbesondere des Thierbachs und des Breitbachs. Im Osten zieht die bedeutendere Aisch gegenläufig zur Regnitz und über diese dann ebenfalls zum Main. Im Süden konkurriert die kleinere Steinach, die wenig oberhalb der Gollach in die Tauber mündet.

Flusssysteme

Geologie und Morphologie

Die Gollach entspringt in den tonigen Schichten des Gipskeupers. Im Gollachgau schneidet sie den tonig-mergeligen Unterkeuper an. Bei Aub beginnt sie sich tief in die harten Kalksteine des Muschelkalks einzuschneiden.[4] Die unterschiedlichen Gesteinseigenschaften spiegeln sich deutlich in der Talform wider. Im Bereich von Uffenheim wölbt sich das Schichtpaket etwas (Uffenheimer Sattel)[5]. Da lokal Gesteine des Muschelkalks angeschnitten werden ist das Tal hier ebenfalls kurzzeitig deutlicher ausgeprägt.

Flora und Fauna

Die Gollach ist wieder ein sauberes Fließgewässer geworden. Über 20 Fischarten haben hier ihren Lebensraum. Dazu gehören unter anderem die Karausche und der Hecht. Der Fluss bietet für viele Fischarten Lebensraum, da er an vielen Stellen unbegradigt und wenig durch die Landwirtschaft belastet ist.[6]

Geschichte

Bereits in karolingischer Zeit (9./10. Jahrhundert) gab die Gollach einem fränkischen Gau den Namen, dem Gollachgau mit dem „Königshof“ Gollhofen als vermutetem Zentrum. Ob der Begriff als Landschaftsname weiter verwendet wurde oder erst im 18./19. Jahrhundert wieder „neu entdeckt“ wurde, ist unklar und müsste untersucht werden. Jedenfalls spricht man seit dem 19. Jahrhundert (wieder) vom Gollachgau. Sein Mittelpunkt ist die ehemalige markgräfliche Stadt Uffenheim, bis 1972 Sitz eines bayerischen Landkreises.[7]

Siehe auch

Einzelnachweise

  • Alle Flächen- bzw. Längenangaben nach Messungen auf topographischer Karte 1:50.000.
  1. Höhe abgefragt (mit Rechtsklick) auf dem BayernAtlas. Siehe bei den → Weblinks.
  2. a b Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 136 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2016 (PDF; 3,3 MB)
  3. Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 6. September 2011)
  4. Bayerisches Geologisches Landesamt (Hrsg.), 1996: Geologische Karte von Bayern 1:500.000. 4. neubearb. Aufl., München.
  5. Bayerisches Geologisches Landesamt (Hrsg.), 1976: Geologische Karte von Bayern 1:25.000 Blatt Nr. 6327/6427, Markt Einersheim / Uffenheim, Erläuterungen. Von Hellmut Haunschild.
  6. Kunigundenkapelle | Umweltfreunde Würzburg - Ochsenfurt. Abgerufen am 30. Dezember 2019.
  7. Elisabeth Fuchshuber: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern, Band Uffenheim, München 1982.
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