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Deutsches Militärordinariat
römisch-katholisches Bistum in Deutschland Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Das Deutsche Militärordinariat, auch Katholisches Militärbischofsamt oder Katholische Militärseelsorge ist ein Militärordinariat für die römisch-katholischen Soldaten der Bundeswehr, ihre Ehepartner und Kinder. Es ist immediat dem Heiligen Stuhl unterstellt. Bischofssitz ist die Johannes-Basilika in Berlin-Neukölln. Militärbischof ist seit 2011 Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen.
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Geschichte
Am 20. Juli 1933 wurde das Militärvikariat für den Jurisdiktionsbereich des Katholischen Feldpropstes gegründet (vgl. Art. 27 des Reichskonkordats). Bis zum Erlass der Apostolischen Konstitution Spirituali militum curae durch Papst Johannes Paul II. am 21. April 1986 lagen die vollen bischöflichen Rechte für die Militärseelsorge beim Papst. War der für die Militärseelsorge Verantwortliche bislang also als Vicarius Castrensis Stellvertreter des Papstes für diesen Bereich, wurden ihm nun die vollen bischöflichen Rechte übertragen. Das deutsche Militärordinariat wird stets durch einen deutschen Diözesanbischof geführt,[2] was es von anderen Militärordinariaten, aber auch etwa von der Militärseelsorge der Wehrmacht unterscheidet.
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Sitz
Das Militärordinat hat seinen Sitz in Berlin. Seit dem 1. Februar 2005 ist die Johannes-Basilika (ehemals Katholische Garnisonkirche) in Berlin-Neukölln die Bischofskirche. Vor dem Umzug nach Berlin war die St. Elisabeth-Kirche in Bonn die Bischofskirche.
Organisation
Zusammenfassung
Kontext
Das katholische Militärordinariat ist in vier Dekanate eingeteilt:
- Berlin, zuständig für Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern (Binnenland)
- Kiel, für Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern (Küste)
- Köln, für Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland
- München, für Bayern und Baden-Württemberg
Für die 97 Standortpfarreien sind 67 von den einzelnen Diözesen freigestellte Priester tätig. Sie sind nicht Kirchenbeamte, sondern gemäß einem durch den Militärseelsorgevertrag mit der evangelischen Kirche, der auch auf die katholische Kirche angewendet wird, geregelten Spezialverhältnis Bundesbeamte auf Zeit, soweit sie nicht auf Lebenszeit ernannt sind, und führen die Dienstgrade „Militärpfarrer“ oder „Militärdekan“. Ihr beamtenrechtlicher Disziplinarvorgesetzter ist der Militärgeneralvikar; der Militärbischof selbst ist kein Bundesbeamter. Unter Leitung des Militärgeneralvikars nimmt das Katholische Militärbischofsamt gleichzeitig die kirchlichen und staatlichen Verwaltungsaufgaben der Militärseelsorge wahr. 2013 wurde Reinhold Bartmann als Nachfolger von Walter Wakenhut in dieses Amt berufen.[3]
Wenn auch nicht offiziell erforderlich, werden als Militärseelsorger zumeist gediente Priester eingesetzt, was insofern eine Besonderheit darstellt, als Priesteranwärter nicht zum Wehrdienst verpflichtet sind.[4] Der Verteidigungsminister kann nur mit Zustimmung des Militärbischofs für die Militärseelsorger eine Dienstkleidung einführen,[5] was nicht geschehen ist. In der Praxis nimmt bisweilen der Feldanzug als Schutzkleidung, aber offiziell nicht Uniform, die Rolle einer Dienstkleidung ein, wobei an die Stelle des Dienstgradabzeichens das Abzeichen der katholischen Militärseelsorge tritt.
Militärbischöfe seit 1868
Zusammenfassung
Kontext
Bei Vakanz des bischöflichen Stuhles, wie nach dem Rücktritt von Bischof Walter Mixa der Fall, nimmt nach den kirchenrechtlichen Vorgaben der Generalvikar des katholischen Militärbischofs, damals Walter Wakenhut, die Leitung der katholischen Militärseelsorge Deutschlands wahr,[6] es findet also keine Wahl zum Diözesanadministrator statt. Ein neuer katholischer Militärbischof wird gemäß Vorgaben des Reichskonkordates von 1933 vom Heiligen Stuhl ernannt.[7]
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Weblinks
- Offizielle Website
- Eintrag zu Deutsches Militärordinariat auf catholic-hierarchy.org
- Eintrag zu Deutsches Militärordinariat auf gcatholic.org (englisch)
Einzelnachweise
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