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Liste der Truppenteile der Heeresfliegertruppe des Heeres der Bundeswehr
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Die Liste der Truppenteile der Heeresfliegertruppe des Heeres der Bundeswehr enthält nahezu alle aufgelösten, aktiven und nicht aktiven (Geräteeinheiten, gekaderte Bataillone) Verbände und Großverbände der Heeresfliegertruppe der Bundeswehr sowie eine kurze Übersicht über ihren Aufstellungszeitpunkt, Stationierungsorte, Unterstellung und über ihre Auflösung oder Umbenennung.
Ausdrücklich ausgenommen sind Hubschrauberverbände der Luftwaffe und Marine.
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Einführung in die Nummerierungskonventionen
Zusammenfassung
Kontext
Seit der Heeresstruktur II bis etwa 1990 erfolgte die Nummerierung der Heeresfliegerverbände anhand einer stringenten Nummerierungskonvention. In dieser Zeit konnte man der Bezeichnung meist direkt die Unterstellung des Bataillons oder des Regiments entnehmen. Bei Unterstellungswechseln, Umgliederungen etc. wurde die Nummer bis auf Ausnahmefälle in der Regel jeweils konsequent angepasst. In dieser Zeit gilt umgekehrt aber auch, dass Verbände gleicher Nummer nicht immer in derselben Traditionslinie gesehen werden können. Nach 1990 und Eingliederung von Teilen der aufgelösten Nationalen Volksarmee und den erheblichen Umgliederungen in den Jahren nach Ende des Kalten Krieges wurde diese Anpassung oft nicht mehr vorgenommen; die Verbände behielten aus Tradition oft ihre Bezeichnung. Ihre Unterstellung lässt sich damit aus ihrer Nummer meist nicht mehr ableiten. Gewisse Rückschlüsse ergeben sich aber in Bezug auf ihre Herkunft und Traditionslinie. Im Folgenden wird die Systematik geordnet nach Größenordnungen der Verbände vorgestellt. Die nachfolgenden Überlegungen zur Systematik der Bezeichnung bleiben aber auch für die Zeit vor 1990 stets nur als prinzipielles Konzept zu verstehen. Im Falle von Truppenversuchen, in der Aufstellungs- und Auflösungsphase etc. sind immer wieder Abweichungen von der Regel anzutreffen.
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Legende
Die Legende gilt für alle folgenden Listen
Abkürzungen, siehe unten
Divisionen
Zusammenfassung
Kontext
Heeresfliegerdivisionen im engeren Sinne hat es in der Geschichte der Bundeswehr nie gegeben. Erwähnt werden soll aber hier die Division Luftbewegliche Operationen, die erstmals die Heeresfliegerkräfte in einer Division bündelte und deren Kernelement sie darstellten, wenn sie auch aus ganz verschiedenen Truppengattungen bestand und die unterstellten Truppenteile entgegen dem Divisionsnamen nicht alle luftbeweglich waren.
Brigaden
Brigaden, deren Kern Heeresflieger stellten, wurden erst nach Ende des Kalten Krieges aufgestellt. Ihre Nummerierung sagt daher nur wenig über die tatsächliche Unterstellung aus. Mit der Luftbeweglichen Brigade 1 entstand 2007 ein völlig neuer Brigadetyp, der luftmechanisierte Heeresfliegerregimenter, Transporthubschrauberregimenter und luftbewegliche Infanterie organisch miteinander verband, mitnichten also ein reiner Heeresfliegerverband ist.
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Kommandos
Zusammenfassung
Kontext
Anfang 1957 wurde das erste Heeresfliegerkommando (HFlgKdo 801) aufgestellt und der obersten Heeresführung unterstellt. Schon zwei Jahre später wurde das Kommando aufgelöst und stattdessen die Heeresflieger auf Ebene der Korps unter das Kommando von drei Korps-Heeresfliegerkommandeuren 1, 2 und 3 (1 beim I. Korps, 2 beim II. Korps, 3 beim III. Korps) gestellt. In der Heeresstruktur III, Anfang 1971, wurden die Kommandos aufgewertet, jetzt bestanden die Heeresfliegerkommandos aus einem Stab und einer Stabsstaffel mit den unterstellten Truppenteilen. Bei der Einnahme der Heeresstruktur V (N) 1994 wurden die Heeresfliegerkommandos 1 und 2 aufgelöst und Teile des Heeresfliegerkommando 3 mit Personal und Material in die neu aufgestellte Heeresfliegerbrigade 3 überführt. Die Heeresfliegerkommandos 1 – 3 gliederten sich in der Heeresstruktur IV in:
- Stab
- Stabsstaffel
- sowie den unterstellten Truppenteilen
- Heeresfliegerstaffel (Geräteeinheit)
- Geophysikalische Gruppe (Geräteeinheit)
- Heeresfliegerinstandsetzungstaffel (nur bei HFlgKdo 1)
- Heeresflugplatzkommandanturen (in verschiedener Anzahl)
- Heeresfliegerausbildungsstaffel
- Heeresfliegerregimenter (3 je Korps, X0, X5 und X6, X = die Nummer des jeweiligen Korps)
- sowie den unterstellten Truppenteilen
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Regimenter
Zusammenfassung
Kontext
Häufiger als bei vielen anderen Truppengattungen finden sich bei den Heeresfliegern Truppenteile auf der Gliederungsebene Regimenter, weil die Wartung und Instandsetzung des eigenen Geräts relativ personalstarke Truppenteile erfordern. Die Regimenter der Heeresflieger tragen – wie sonst in der Geschichte des Heeres nur wenige Truppenteile vergleichbarer Größe – offiziell verliehene Beinamen, die sich auf ihren Stationierungsraum beziehen. Die Nummern der Regimenter lassen auch heute noch die Herkunft der ehemals stringent nummerierten Regimenter erkennen. Unterschieden werden können folgende „Nummerierungsgruppen“:
- Die Regimenter, die 1979 ursprünglich mit Panzerabwehrhubschraubern MBB BO105 aufgestellt wurden, erhielten die Bezeichnungen Heeresfliegerregiment 16, 26 und 36. Die Endziffer „Sechs“ stand also für diese Klasse Regimenter, während die erste Ziffer jeweils für die ursprüngliche Unterstellung unter eines der Heeresfliegerkommandos 1, 2 und 3 stand (das Heeresfliegerregiment 26 war also beispielsweise beim II. Korps angesiedelt). Aus diesen Regimentern gingen später die als Kampfhubschrauberregimenter bezeichneten Regimenter hervor, die – so war zumindest geplant – den Eurocopter Tiger erhalten sollten. Auch als die Unterstellung unter die Korps (bzw. unter die Heeresfliegerkommandos) 1997 abgelöst wurde durch die Unterstellung unter die Luftmechanisierte Brigade 1 wurden die Ziffern aus Tradition beibehalten.
- Die überwiegend zum Transport aufgestellten Regimenter erhielten die Bezeichnungen Heeresfliegerregimenter 10, 15, 20, 25, 30 und 35. Jeweils zwei Regimenter wurden einem der Heeresfliegerkommando 1, 2 oder 3 unterstellt. Die erste Ziffer der Regimentsnummer entsprach dabei ihrer Unterstellung. Auch als diese Regimenter später in die Heeresfliegerbrigade 3 eingegliedert wurden und sich ihre Bezeichnung durch Namenszusätze („mittel“ steht für Regimenter mit CH-53G) bzw. Umbenennung in Transporthubschrauberregimenter änderte, hielt man dennoch an der ursprünglichen Ziffernsystematik fest, die bis heute den Ursprung dieser Regimenter erkennen lässt.
- Das Regiment mit der Nummer 6 war überwiegend ganz ähnlich wie die oben geschilderten Heeresfliegerregimenter 10, 15, 20, 25, 30 und 35 vorwiegend für Transportaufgaben ausgeplant. Die besondere Organisation der Verteidigung Deutschlands nördlich der Elbe, deren Hauptlast LANDJUT tragen sollte, führte wie bei vielen anderen Truppenteilen im Bereich Norddeutschland zu einigen weiteren Besonderheiten in der Aufstellung und Bezeichnung dieses Regiments (vgl. Gliederung im Bereich LANDJUT). So wurde das Regiment durch Panzerabwehrhubschrauber verstärkt, so dass auch die Panzerabwehr analog zu den Regimentern 16, 26 und 36 übernommen werden konnte, denn diese Fähigkeit wurde im Bereich LANDJUT durch kein selbständig ausgeplantes Regiment geleistet. Außerdem bestand eine Heeresflugplatzkommandantur. Insgesamt gliederte sich das Heeresfliegerregiment damit in: Heeresflugplatzkommandantur 601, 1. Staffel mit Panzerabwehrhubschraubern, die 2. Staffel mit leichten Transporthubschraubern, die 3. mit Verbindungs- und Beobachtungshubschraubern. Im Frieden war das Regiment ein Truppenteil der 6. Panzergrenadierdivision und erhielt an deren Bezeichnung angelehnt wie die übrigen Divisionstruppen ebenfalls die Regimentsnummer „Sechs“. Erst im Verteidigungsfall wäre das Regiment im Bedarfsfall LANDJUT zugeordnet worden. Da die 6. Panzergrenadierdivision, die im Verteidigungsfall ebenfalls zu LANDJUT gewechselt wäre, nicht zusätzlich analog zu den anderen Divisionen des Heeres noch über eine separate Heeresfliegerstaffel (Heeresfliegerstaffel 6 wäre die naheliegende Nummer gewesen) verfügte, war das Heeresfliegerregiment 6 wohl im Verteidigungsfall auch weiterhin anteilig mit der Unterstützung der 6. Panzergrenadierdivision beauftragt. Dazu wäre die 3. Staffel bei der 6. Panzergrenadierdivision auch im Verteidigungsfall verblieben.
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Bataillone
Zusammenfassung
Kontext
Heeresfliegerbataillone waren in der Geschichte der Heeresfliegertruppe selten. Sie existierten vorwiegend in der Heeresstruktur II, mit einer Ausnahme eines Bataillons in der Heeresstruktur III. Für die meisten Divisionen und die drei Korps des Heeres war jeweils ein Heeresfliegerbataillon aufgestellt worden. Ihre Bataillonsnummer entsprach der Nummer der Division (also Heeresfliegerbataillon 1 unterstellt 1. Panzergrenadierdivision usw.). Die Bataillone der Korps erhielten hunderter Nummern (also Heeresfliegerbataillon 100 unterstellt I. Korps usw.). Das Bataillon der Gebirgsdivision erhielt die Bezeichnung Gebirgsheeresfliegerbataillon 8, weil die Division als 8. Division des Heeres galt und das Präfix Gebirgs- fast alle unterstellten Truppenteile aufwiesen. Davon abweichend wurden nicht aufgestellt ein Heeresfliegerbataillon 3 (für die 3. Panzerdivision) und ein Heeresfliegerbataillon 9, das der 1. Luftlandedivision als „9. Division“ des Heeres unterstellt gewesen wäre, hätte es denn dort Bedarf für ein Heeresfliegerbataillon gegeben. Eine Sonderstellung nahm das HFlgBtl 6 ein, es wurde erst am 1. April 1980 in ein HFlgRgt umgegliedert. Es erhielt ab Oktober 1971 eine neue Gliederung, die 1./ wurde Stab-/Stabsstaffel, die selbständige HFlgInstStff 607 wurde als 4. Staffel eingegliedert und die Versorgungsstaffel wurde als 5. Staffel neu aufgestellt. Die Heeresfliegerbataillone in der Heeresstruktur II gliederten sich in:
- Stab
- 1./ Stabs- und Versorgungsstaffel
- 2./ Beobachtungs- und Verbindungsstaffel (fliegende Staffel)
- 3./ Transportstaffel (fliegende Staffel)
Hinweis: die meisten dieser Bataillone führten kein internes Verbandsabzeichen, weil die offizielle Erlaubnis zum Tragen dieser Verbandsabzeichen erst 1980 erfolgte
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Staffeln
Zusammenfassung
Kontext
Bei den Heeresfliegern werden Einheiten als „Staffeln“ bezeichnet, analog zur Artillerie als Batterie.
Im Folgenden werden die Staffeln aufgeführt, die selbständig von einem übergeordneten Truppenteil aufweisen und nicht nur eine bloße Teileinheit einer übergeordneten Dienststelle darstellen. Diese wurden auch als selbständige Staffeln bezeichnet, wenn sie zu den Divisionstruppen zählten.
Heeresfliegerstaffeln
Die Heeresfliegerstaffeln können in mehrere Gruppen geordnet werden:
- Heeresfliegerstaffeln der ursprünglichen Divisionen des Feldheeres. Diese Heeresfliegerstaffeln waren Teil der Divisionstruppen. Die meisten Heeresfliegerstaffeln der Divisionen waren schon in der Heeresstruktur I aufgestellt worden, wurden aber in der Heeresstruktur II aufgewertet und in Heeresfliegerbataillone umgegliedert (vgl. oben). Ausnahme war die Heeresfliegerstaffel 3, die am 1. Oktober 1958 in Rotenburg (Wümme) aufgestellt wurde und nie umgegliedert wurde. 1971 wurden die übrigen Heeresfliegerstaffeln aus den Heersfliegerbataillonen heraus neu aufgestellt. In Fortführung der Nummerierungssystematik der Heeresgliederstaffeln vor Umgliederung in Heeresfliegerbataillone und der daraus aufgestellten Heeresfliegerbataillone, behielten die 1971 neu aufgestellten Heeresfliegerstaffeln die Nummerierung ihrer Vorgänger jeweils bei. Ihre Staffelnummer entsprach also (vgl. oben) genau der Nummer der übergeordneten Division, wobei die 1. Gebirgsdivision als 8. Division des Heeres galt und die ihr unterstellte Staffel die Bezeichnung Gebirgsheeresfliegerbataillon erhielt, weil dieses Präfix ganz allgemein für fast alle dieser Division unterstellten Truppenteile typisch war. Nicht aufgestellt wurde eine Heeresfliegerstaffel 9 bei der 9. Division (=1. Luftlandedivision), wo schlicht kein Bedarf bzw. keine Möglichkeit zur Integration einer Heeresfliegerstaffel bestand. Erst später wurde eine Heeresfliegertransportstaffel aufgestellt, die diese „freie“ Nummer belegte. Nicht neu aufgestellt wurde außerdem eine Heeresfliegerstaffel 6, weil man im Bereich LANDJUT relativ starke Heeresfliegerkräfte auf Ebene der Divisionen vorhielt (vgl. Gliederung LANDJUT), so dass man dort bei der 6. Panzergrenadierdivision am bestehenden Heeresfliegerbataillon 6 festhielt und dieses später sogar zu einem Regiment aufwachsen ließ.
- Heeresfliegerstaffeln der „ostdeutschen Divisionen“. Nach 1991 wurden weitere Heeresfliegerstaffeln aufgestellt, die für die beiden neu aufgestellten Divisionen (nachmalig 13. und 14. Panzergrenadierdivision) in Ostdeutschland nach 1990 vorgesehen waren. Diese neu aufgestellten Heeresfliegerstaffeln erhielten aber aus unterschiedlichen Gründen nicht die naheliegenden Ziffern 13 bzw. 14. Ursächlich war, dass im Bereich Bundeswehrkommando Ost bzw. im Bereich des Heereskommando Ost / IV. Korps die in der Heeresstruktur V vorgesehene Fusion von Territorialheer und Feldheer mit der Aufstellung gemeinsamer Stäbe für die Wehrbereichskommandos 7 und 8 und der jeweils im Wehrbereich dislozierten (anfänglich noch ohne Ziffer versehenen) Divisionen (die spätere 13. und 14. Panzergrenadierdivision) ansatzweise umgesetzt wurde. Gleichzeitig war man in Ostdeutschland verpflichtet, die dort stationierten Truppen während des Abzuges der GSSD nicht in das in die NATO-Kommandostruktur integrierte Feldheer einzubinden, so dass die dort stationierten Truppen offiziell Teil der zum Territorialheer zählenden Wehrbereichskommandos waren. Folgerichtig erhielten die Heeresfliegerstaffeln in den Wehrbereichen VII und VIII die Bezeichnung Heeresfliegerstaffeln 70 und 80. Als die Fusionierung der Wehrbereichskommandos und Division rückgängig gemacht wurde und viele analog benannte „70er- und 80er-Truppenteile“ anderer Truppengattungen die Ziffern 13 uns 14 zur Kennzeichnung ihrer Divisionszugehörigkeit erhielten, waren die Heeresfliegerstaffeln 70 und 80 aber bereits in dieser Form außer Dienst gestellt.
- Heeresfliegerstaffeln der Korps des Feldheeres. Diese Heeresfliegerstaffeln waren Teil der Korpstruppen und direkt den Heeresfliegerkommandos 1, 2 und 3 unterstellt. Ihre Staffelnummern waren 100 und 101 (beim Heeresfliegerkommando 1), 200 und 201 (beim Heeresfliegerkommando 2) und 300 und 301 (beim Heeresfliegerkommando 3). Die Staffeln waren (teils?) Geräteeinheiten, d. h. im Verteidigungsfall mobilzumachende Truppenteile, deren Gerät für diesen Fall eingelagert war.
- Heeresfliegerstaffeln der ursprünglich drei Territorialkommandos. Diese als Geräteeinheiten ausgeplanten Heeresfliegerstaffeln waren Teil der Territorialheeres und unterstanden den Territorialkommandos Nord, Süd und Schleswig-Holstein. Ihre Staffelnummer war analog zur Bezeichnung anderer Truppenteile in diesen Kommandos 800 (Nord), 850 (Süd) und 600 (Schleswig-Holstein).
- Heeresfliegerstaffeln des „ostdeutschen Korps/Territorialkommandos“: Analog zu den Heeresfliegerstaffeln der westdeutschen Korps und der westdeutschen Territorialkommandos wurde nach der Wiedervereinigung auch in Ostdeutschland weitere Heeresflieger ausgeplant. Da in Ostdeutschland die Heeresstruktur V bereits ansatzweise auch auf Ebene der Korps umgesetzt war, wurde statt zwei Staffeln nur eine Heeresfliegerstaffel Ost aufgestellt, die dem fusionierten Korps/Territorialkommando Ost unterstellt war. Wie bei den Heersfiegerstaffeln 70 und 80 wählte man aus identischen Gründen eine Bezeichnung, die nicht der „normalen“ Nummerierungssystematik im Feldheer entsprach (naheliegend wäre beispielsweise Heeresfliegerstaffel 400 gewesen), sondern der Bezeichnung des territorialen Anteils des Stabes folgte.
- Heeresfliegerstaffeln im Bereich des Bundesministeriums der Verteidigung bzw. im Bereich der Heeresfliegerwaffenschule. Diese Heeresfliegerstaffel war Teil der Territorialheeres und hatte im Frieden primär Aufträge im Zusammenhang bei der Ausbildung, Übung und Weiterentwicklung der Heeresfliegertruppe bei der Heeresfliegerwaffenschule zu erfüllen. Im V-Fall hätte das Regiment nach Mendig verlegt und wäre dort im Sicherungs- und Versorgungsregiment BMVg (Wehrbereichskommando IV) direkt zur Unterstützung der obersten Bundeswehrführung herangezogen worden. Auf diese Besondere Zuordnung in der Kriegsgliederung deutete auch bereits die Staffelnummer 900 hin, die typisch für fast alle Truppenteile im Bereich des BMVg war.
Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffeln
Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffeln wurden nach Ende des Kalten Krieges aufgestellt. Zunächst wurde 1993 in Ostdeutschland die Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffel 400 aufgestellt. Ihre Staffelnummer 400 deutete darauf hin, dass die Staffel für den Einsatz dem IV. Korps zugeordnet war und der NATO assigniert wurde. Zu diesem Zeitpunkt war es also nicht mehr nötig ihre Bezeichnung an die Bezeichnungen im Territorialheer (vgl. oben zur Benennung Heeresfliegerstaffel Ost, 70 und 80) anzulehnen, weil das Feldheer in Ostdeutschland nach Abzug der GSSD auch offiziell Truppenteile ausplante. Erst später (2002/2003) wurden weitere Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffeln auch in Westdeutschland aufgestellt.
Heeresfliegertransportstaffeln
Für die Allied Command Europe Mobile Forces (AMF) der NATO hielt das Heer bei Bedarf von der AMF abrufbare Truppenteile zur Verfügung. Viele dieser Truppenteile waren bei der 1. Luftlandedivision angesiedelt. Zu diesen Elementen zählte auch die leichte Heerestransportstaffel, die am 1. Oktober 1993 als 3. selbständige Staffel im Heeresfliegerregiment 30 aufgestellt wurde. Sie erhielt die Staffelnummer 9, weil die 1. Luftlandedivision als 9. Division des Heeres galt. Auch als die Division zum 1. April 1994 aufgelöst wurde, behielt man die Bezeichnung bei. Im Gegensatz zu den meisten anderen Divisionen des Heeres verfügte die 1. Luftlandedivision bisher (vgl. oben) nicht über eigene Heeresfliegertruppenteile. Bis dahin war der deutsche Beitrag zu den Lufttransportkapazitäten für AMF-Land bei dem Heeresfliegerregiment 30, der seit 1974 bestand. Von 1974 bis 1979 hatte die 2. Staffel, danach die 1. Staffel den Auftrag. Seit 1. April 1994 war die leichte Heeresfliegertransportstaffel 9 für Übung und Einsatz im Rahmen von AMF der Heeresfliegerbrigade 3 direkt unterstellt, unterstand truppendienstlich aber dem Heeresfliegerregiment 30, um so beispielsweise die logistischen Kapazitäten im Frieden nutzen zu können. Die leichte Heeresfliegertransportstaffel 9 bestand nur rund fünf Jahre. Sie wurde aus Kostengründen wieder aufgelöst. Danach übernahm wieder die 1. Staffel des Heeresfliegerregiment 30 den Auftrag.
Heeresfliegerversuchsstaffeln
Die bei der Heeresfliegerwaffenschule aufgestellte Heeresfliegerversuchsstaffel diente der Erprobung neuer Methoden und Technik im Rahmen der Weiterentwicklung der Heeresfliegertruppe. Ihre Staffelnummer 910 zeugte davon, dass sie an die Heeresfliegerstaffel 900 (siehe oben) angelehnt war. Auch ihre Nummer im 900er-Bereich deutete demzufolge an, dass sie in der vor 1990 vorgesehenen Kriegsgliederung unmittelbar zur Unterstützung der obersten Bundeswehrführung im Bereich des Bundesministeriums der Verteidigung herangezogen werden sollte bzw. im Frieden in den Kommandobereich des Heeresamtes fiel.
Heeresfliegerunterstützungsstaffeln
Die Heeresfliegerunterstützungsstaffeln waren nur eine kurze Episode in der Geschichte der Heeresflieger. Ihr Aufgabenbereich ist gleichzusetzen mit den Heeresfliegerstaffeln der Divisionen in der Heeresstruktur IV. Sie waren den Divisionen unterstellt, gehörten aber nicht zu den Divisionstruppen, sondern zu den beiden Brigaden (HFlgBrig 3 und LuftBwglBrig 1). Sie wurden mit der Einnahme der Heeresstruktur „Heer der Zukunft“ 2002 schrittweise aufgestellt. Den Anfang machte die Heeresfliegerunterstützungsstaffel 1. Sie entstand aus der Heeresfliegerverbindungs- und Aufklärungsstaffel 400. Es folgten die Heeresfliegerunterstützungsstaffeln 14, 7, 13 und 10. Zur Aufstellung der 4 neuen Staffeln wurden die Verbindungs- und Aufklärungs Teile aller Stabs- und Betriebsstaffeln der Regimenter herausgelöst und in die neu aufzustellenden Heeresfliegerunterstützungsstaffeln eingegliedert. Die Staffel Nummerierung orientiert sich an den Divisionen (HFlgUstgStff 1 = 1. PzDiv, HFlgUstgStff 7 = 7. PzDiv, HFlgUstgStff 10 = 10. PzDiv, HFlgUstgStff 13 = 13. PzGrenDiv und HFlgUstgStff 14 = 14. PzGrenDiv). Schon 2003 wurde die Heeresfliegerunterstützungsstaffel 7 wieder aufgelöst, es folgte die Heeresfliegerunterstützungsstaffel 13, 14 und 10 bis 2007.
Heeresfliegerinstandsetzungsstaffeln
Die ersten Heeresfliegerinstandsetzungsstaffeln wurden schon Ende der fünfziger Jahre aufgestellt. Ihr Auftrag war die Wartung und Instandsetzung des fliegenden Materials sicherzustellen. Anfangs selbständig, wurden die meisten Heeresfliegerinstandsetzungsstaffeln in die am 1. April 1971 neu aufgestellten Heeresfliegerregimenter eingegliedert. Die Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 102 (vormals HFlgInstStff 109) auf dem Heeresflugplatz Rotenburg (Wümme), war dem I. Korps unterstellt und blieb selbständig. Sie hatte den Auftrag die beiden dort stationierten Heeresfliegerstaffeln zu warten und instand zu setzen. Sie wurde 1994, nach Auflösung der Heeresfliegerstaffeln 3 und 11, auch aufgelöst. Nach 8 Jahren (2002) wurden wieder selbständige Instandsetzungstaffeln, in der Heeresfliegerbrigade 3 und Luftmechanisierte Brigade 1 mit den Nummern 300 = HFlgBrig 3 und 100 = LMechBrig 1, neu aufgestellt. Jetzt waren sie für die Wartung und Instandsetzung des Fliegenden Materials (Bölkow Bo 105) der selbständigen Heeresfliegerstaffeln zuständig. Nach Auflösung der Staffeln und der Heeresfliegerbrigade 3 2007, wurde die Heeresfliegerinstandsetzungsstaffel 300 am 30. Juni 2008 Außerdienst gestellt.
Heeresfliegersicherungsstaffeln
Heeresfliegerausbildungsstaffeln
Die Heeresfliegerausbildungsstaffeln hatten die Aufgabe die Allgemeine Grundausbildung (AGA) für die Heeresflieger durchzuführen. Sie wurden Anfang der sechziger Jahre aufgestellt und den Heeresfliegerbataillonen unterstellt. In der Heeresstruktur III wurden einige aufgelöst und 3 Staffeln blieben erhalten, bekamen eine neue Nummerierung (103, 203 und 303) und wurden den Heeresfliegerkommandos unterstellt. 1980, mit Einnahme der Heeresstruktur IV, erhielten sie ihre endgültige Nummerierung. Die Nummer 8 steht für die Heeresfliegertruppe und die römische Zahl für das Korps bzw. Heeresfliegerkommando (Beispiel: 8/I untersteht dem HFlgKdo 1 des I. Korps). Nach Auflösung der Heeresfliegerkommandos 1994 wurden die Ausbildungsstaffel anderen Einheiten unterstellt. Mitte der neunziger Jahre wurden 2 weitere Ausbildungsstaffeln aufgestellt. Die neuen Ausbildungsstaffeln erhielten die Nummern 8/IV und 8/V. Die Nummerierung hatte bis Anfang 2002, mit Einnahme der Heeresstruktur „Heer der Zukunft“, Bestand. In der neuen Heeresstruktur wurden die Ausbildungsstaffel in den Heeresfliegerregimentern eingegliedert und umbenannt. Jetzt nennen sie sich Heeresfliegerstaffel mit der Endnummer 9 des jeweiligen Regimentes (HFlgStff 109 = 9. Staffel des mTrspHubschrRgt 10). Dieser Prozess, Umgliederung und Neuaufstellung, zog sich bis ins Jahr 2007 hin. Jetzt hat jedes Regiment ihre eigene Ausbildungseinheit. Die neuen Heeresfliegerstaffel sind Einsatz- und Unterstützungsstaffeln und gliedern sich in 2 Ausbildungszügen und einem Unterstützungszug. Ihr Auftrag ist: Durchführung der allgemeinen Grundausbildung und Aus- und Weiterbildung der Feldwebelanwärter für das Regiment.
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Heeresflugplatzkommandanturen
Zusammenfassung
Kontext
Die erste Heeresflugplatzkommandantur, damals nannte man sie Flugplatzkommando (H), wurde bereits Ende 1956 auf dem ersten Heeresflugplatz in Niedermendig aufgestellt. In den kommenden Jahren sollten bis zu 40 Flugplatzkommandos (H) aufgestellt werden. Schon Ende 1959 stellte man fest, dass selbständige Flugplatzkommandos keinen Sinn ergeben, und gliederte diese in die Heeresfliegerstaffel als „Versorgungs-Gruppe“ ein. Das war das Ende der selbständigen Flugplatzkommandos. Schon 2 Jahre später wurden sie wieder selbständig. In den Jahren bis 1973 wurden viele Flugplatzkommandos mehrmals umgegliedert und umnummeriert. Mit Einnahme der Heeresstruktur III erhielten die Flugplatzkommandos ihren neuen Namen „Heeresflugplatzkommandantur“, ein einheitliches Nummernschema (100, 101, 102 usw. beim HFlgKdo 1, 200, 201, 202 usw. beim HFlgKdo 2 und 300er-Nummern beim HFlgKdo 3, 600er-Nummern wie üblich im Bereich LANDJUT (vgl. oben) und 700er- und 800er-Nummern für die nach der Wiedervereinigung in den analog nummerierten Wehrbereichen VII und VIII aufgestellten Kommandanturen) und waren den Heeresfliegerkommandos direkt unterstellt, wobei davon abweichend die Kommandanturen im Bereich LANDJUT direkt dem Heeresfliegerregiment 6 (ein Heeresfliegerkommando gab es dort nicht!) unterstanden und im Gebiet des nach 1990 neu in Ostdeutschland aufgestellten Korps eine Unterstellung unter die Wehrbereichskommandos erfolgte, weil auch dort kein entsprechendes Heeresfliegerkommando ausgeplant wurde. Die Heeresflugplatzkommandanturen hatten bis zur Heeresstruktur 5 (N) Bestand. 1994 wurden alle Heeresflugplatzkommandanturen aufgelöst; einige wurden in die neu aufgestellten Stabs- und Flugbetriebsstaffeln der Heeresfliegerregimenter eingegliedert. Ihre Aufgabe ist Ablauf und Sicherheit des Flugbetriebes auf dem Flugplatz, und sie sind insofern auch nicht mit den weitgehend mit zivilen Aufgaben betrauten ehemaligen Standortverwaltungen zu vergleichen. Dieses hat sich bis heute nicht geändert.
Die Heeresflugplatzkommandanturen gliederten sich in:
- Führungsgruppe
- Flugsicherheitsgruppe
- Flugunterstützungsgruppe
- Nachschubgruppe
- Instandsetzungsgruppe
- Sicherungszug (GerEinh)
Dazu kommt der zivile Teil:
- Heeresflugplatzfeuerwehr
- Geophysikalische Beratungsstelle (Wetterdienst)
- zivile Wache (nicht auf allen Heeresflugplätzen)
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Truppenschulen
Die Heeresfliegerwaffenschule wurde am 1. Juli 1959 in Niedermendig aufgestellt. Ihr unterstanden 2 Heeresfliegerlehrstaffeln: die Heeresfliegerlehrstaffel 51 (Verbindungshubschrauber) und die Heeresfliegerlehrstaffel 327 (Transporthubschrauber). Schon am 1. März 1960 verlegte die Schule mit ihren Staffeln nach Achum bei Bückeburg und auf den dort neu in Betrieb genommen Heeresflugplatz. Anfangs war die Aufgabe der Schule, das fliegende Personal auszubilden. 1962 wurden die Heeresfliegerlehrstaffeln aufgelöst und in die neuaufgestellte Lehrgruppe A eingegliedert. Im April 1963 erhielt die Schule die Lehrgruppe B, die für die allgemein militärische und Flugzeugführer Ausbildung zuständig war. Um Instandsetzungsarbeiten durchzuführen zu können, wurde 1969 die Flugzeugtechnische Gruppe, später Luftfahrzeugtechnische Abteilung, aufgestellt. Am 1. April 1973 entstand die Heeresfliegerversuchsstaffel aus Teilen der aufgelösten Drohnen.- Lehr.- und Versuchsstaffel in Celle-Wietzenbruch. Diese wurde 1981 nach Bückeburg verlegt und in Heeresfliegerversuchsstaffel 910 umbenannt. Über die Jahre gewann die Heeresfliegerwaffenschule an Bedeutung. Im Rahmen der Neuausrichtung der Bundeswehr wurde die Heeresfliegerwaffenschule am 1. Juli 2015 als Internationales Hubschrauberausbildungszentrum neu aufgestellt. Das Ausbildungszentrum gliedert sich in:
- Stab
- Bereich Lehre/Ausbildung
- Gruppe Lehre/Ausbildung
- Lehrgruppe A (Hubschrauberführergrundausbildung EC135 und Musterausbildung NH90)
- Simulatorzentrum
- Lehrgruppe B (Laufbahnlehrgänge, technische und vorfliegerische Ausbildung)
- Teileinheit 900 Celle (Restflugbetrieb Bo105) (wird aufgelöst)[2]
- Deutscher Anteil Deutsch-Französische Ausbildungseinrichtung Tiger (technische Ausbildung Tiger)
- Deutscher Anteil Deutsch-Französisches Heeresfliegerausbildungszentrum Tiger (DEU/FRA HFlgAusbZ Tiger) in Le Luc (Frankreich), (Musterausbildung Tiger)
- Bereich Unterstützung
- Luftfahrzeugtechnische Staffel NH90
- Flugbetriebsstaffel
- Fachmedienzentrum
- Ausbildungswerkstatt H
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Abkürzungen
Folgende Abkürzungen werden benutzt:
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Literatur
- Bernd Vetter, Frank Vetter: Die deutschen Heeresflieger. Geschichte, Typen und Verbände. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2001, ISBN 3-613-02146-3.
Weblinks
- Siegfried Schäfer: Die Geschichte(n) der Heeresflieger am Hungrigen Wolf. 1995, abgerufen am 20. Oktober 2010.
- Die Geschichte des Heeresflugplatz Mendig. Gemeinschaft Mendiger Heeresflieger, abgerufen am 20. Februar 2012.
- Die Geschichte des Heeresflugplatz Oberschleissheim. Flugplatz Schleissheim e. V., abgerufen am 20. Februar 2012.
- Standort Geschichte des Heeresflugplatz Roth. Rother Reservisten, abgerufen am 20. Februar 2012.
- 50 Jahre Garnison Rheine. (PDF) In: www.westfalengeschwader.com. Traditionsgemeinschaft Westfalengeschwader e. V., abgerufen am 20. Februar 2012.
Einzelnachweise
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