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Moorhuhn (Computerspielreihe)
Computerspielserie Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Moorhuhn ist eine Serie von Videospielen im Shooter-Genre. Seit der ungeplanten Veröffentlichung und nachfolgenden Verbreitung des ersten Titels als Shareware, obwohl dieser ursprünglich lediglich als kleineres Werbespiel konzipiert war, gewann die Reihe schnell an Beliebtheit. In den frühen 2000ern galt Moorhuhn als Deutschlands beliebtestes Computerspiel[1] und entwickelte sich schnell zu einem plattformübergreifenden Franchise mit einer Vielfalt an Ablegern und Merchandise.[2]
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Geschichte
Zusammenfassung
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Das erste Moorhuhn-Spiel (inzwischen als Die Original Moorhuhnjagd vertrieben) wurde 1998 von der in Bochum sitzenden Werbeagentur Art Department als Werbespiel für die Whisky-Marke Johnnie Walker in Auftrag gegeben. Die Entwicklung übernahmen die niederländischen Witan Studios. Das Konzept eines Werbespiels für Johnnie Walker entstammte ursprünglich bereits 1997 einer anderen Werbeagentur, namhaft der in Hamburg sitzenden Vorwerk & Buchholz.[3] Witan Studios zeigte auf der Demo-Party Bizarre 98 einen Prototyp des Spiels, damals noch unter dem Namen KippenSchieten.
Im Oktober 1998 wurde das Spiel als Virtuelle Moorhuhnjagd dann von einem als Jäger verkleideten Werbeteam in ausgewählten Kneipen auf Laptops bereitgestellt.[3] Obwohl eine weitere Verbreitung nie geplant war, tauchte das Spiel knapp ein Jahr später auf einer Vielzahl an privaten Websites auf. Was von den Herausgebern anfangs noch kritisch betrachtet wurde, sorgte bald für ein unerwartet hohes öffentliches Interesse an der Marke, weswegen das Spiel ab 1999 offiziell von Art Department zum Download bereitgestellt wurde.[3] Es erfreute sich im deutschen Sprachraum dermaßen großer Beliebtheit, dass es von verschiedenen Medien sogar als Bedrohung für die Geschäftsergebnisse von Unternehmen beschrieben wurde, da die Mitarbeiter angeblich aufgrund der einfachen Zugänglichkeit und Teilbarkeit (das Originalspiel hatte nur eine Dateigröße von circa zwei Megabyte, sodass es per E-Mail verschickt werden konnte) viele Stunden am Arbeitsplatz mit Spielen verschwendeten.[4]
Der Spieleentwickler und Urheberrechtsinhaber des Franchise ging Ende 1999 auf dem Höhepunkt der Dotcom-Blase an die Börse und erreichte einen Marktwert von bis zu einer Milliarde Euro.[5]
Im Jahr 2002 erfuhr der Aktienwert der Phenomedia AG dann einen drastischen Einbruch, nachdem bekannt wurde, dass gegen Führungskräfte des Unternehmens wegen Bilanzfälschung ermittelt wurde.[1] Vorstandsvorsitzender Markus Scheer und Finanzvorstand Björn Denhard, welche die Fälschungen gestanden hatten,[6] wurden entlassen. Im Jahr 2009 wurden sie wegen Kapitalanlagenbetrugs und anderer Verstöße zu 46 bzw. 36 Monaten Haft verurteilt. Anschließend verließ Scheer die Videospielbranche, wandte sich stattdessen der Politik zu und galt als „mächtiger Strippenzieher“ der rechtsextremen AfD in Nordrhein-Westfalen, bis er 2022 mit Bündnis Deutschland seine eigene Partei gründete.[7]
Für die Phenomedia AG wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet, in dessen Rahmen ihre Marken, darunter die Rechte für die Moorhuhn-Reihe, an die neugegründete Phenomedia publishing GmbH gingen. Diese widmete sich weiterhin der Entwicklung und Veröffentlichung von Computerspielen,[5] bis die GmbH 2017 liquidiert wurde und die Marke an die ak tronic Software & Services GmbH ging, welche zuvor bereits als Publisher für mehrere Moorhuhn-Spiele agierte.[8]
Stand 2025 sind mehrere Spiele der Reihe in Deutschland auf Steam aus rechtlichen Gründen gesperrt. Dies betrifft unter anderem "Moorhuhn (Crazy Chicken)"[9], "Moorhuhn Invasion (Crazy Chicken Invasion)"[10] und "Moorhuhn / Crazy Chicken Tales".[11]
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Spielprinzip
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Innerhalb der Hauptserie, deren Konzept vom schottischen Glorious Twelfth abgeleitet ist, besteht das Ziel des Spiels normalerweise darin, einen Highscore zu erreichen, indem man im Rahmen des Shooter-Genres die titelgebenden Moorhühner abschießt. Dafür stehen den Spielern pro Runde meist 90 Sekunden und eine unendliche Menge an Munition zur Verfügung. Ab Moorhuhn 2 – Die Jagd geht weiter beinhalteten die Spiele auch eine Vielfalt an Rätseln und Geheimnissen, welche sich durch das Abschießen von verschiedenen Objekten auf dem Bildschirm zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder in einer bestimmten Reihenfolge lösen lassen. Der Umstand, dass diese die Punktzahl auch deutlich mehr erhöhten als die regulären Moorhühner, trug viel zum Wettbewerb und zur Diskussion zwischen Spielern bei. Spätere Einträge fügten zudem noch Elemente wie eine größere Vielfalt an Nicht-Spieler-Charakteren, Minispielen nach einer erfolgreichen Runde oder mehrere Level hinzu.
Abgesehen von den Shooter-Spielen beinhaltet das Moorhuhn-Franchise auch eine Vielfalt an Ablegern, wie etwa die Mario-Kart-inspirierte Moorhuhn-Kart-Reihe, die sich als Point-and-Click spielende Moorhuhn-Adventure-Reihe, die Moorhuhn-Jump-'n'-Run-Plattformer, die Moorhuhn-Sportspiele, sowie viele weitere Spiele, welche Moorhuhn-Charaktere und -Schauplätze verwenden.
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Charaktere
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Das Franchise enthält eine Reihe fiktiver wiederkehrender Charaktere:
- Moorhuhn: Die namensgebende Spezies der Serie. Diese ursprünglich von Ingo Mesche im Jahr 1992 für das unveröffentlichte Commodore-Amiga-Spiel Duckling entworfenen Hühner gelten als „Deutschlands beliebteste Computerspiel-Figur“.[12] Ihr aktuelles Design, welches seit Moorhuhn X verwendet wird, wurde von 3D-Künstler Ernst Weber kreiert. In ihren Erscheinungen zeigen sie häufig Anzeichen von humanoider Intelligenz, indem sie etwa Werkzeuge verwenden, wie eine organisierte Gesellschaft untereinander interagieren, Kostüme tragen und individuelle Charaktereigenschaften haben.
- Moorhuhn Indy: Eine Moorhuhn-Karikatur von Indiana Jones. Der Charakter fungiert als Hauptfigur der Moorhuhn Adventure-, sowie Moorhuhn Jump'n Run-Ableger und hatte kleinere Auftritte in verschiedenen anderen Spielen der Reihe. Über die Jahre haben sich für Moorhuhn Indy eigene Charaktereigenschaften (wie eine Mischung aus Abenteuerlust und kindlicher Naivität, gepaart mit einer allgemeinen Unbeholfenheit, die sowohl in seinen Dialogen als auch in seinen Handlungen zum Ausdruck kommt) sowie eine Hintergrundgeschichte etabliert, die seinen Wohnsitz (ein Schloss im schottischen Hochland) und seine Großfamilie, wie etwa seinen Geister jagenden Großvater, umfasst.
- Moorfrosch: Dieser Frosch diente als Einführung in die Geheimnis- und Rätselmechaniken, die ab Moorhuhn 2 – Die Jagd geht weiter zu einer tragenden Säule der Serie wurden. Er sollte die Aufmerksamkeit der Spieler dadurch erregen, dass er entweder einerseits quakend in Sichtweite saß, jedoch jeglichen Geschossen auswich, sofern nicht bestimmte andere Bedingungen erfüllt waren, oder andererseits als Ausgangspunkt eines eigenen Rätsels diente. Anschließend hatte er mehrere Auftritte in der Moorhuhn-Kart-Serie, trat als Reittier in Moorhuhn – Das verbotene Schloss auf und erhielt sein eigenes Videospiel. In einer Pressemitteilung wurde er offiziell als „die kleine, grüne Nervensäge aus Moorhuhn 2 und dem Online Game der zweiten Meisterschaft“ bezeichnet.[13]
- Hank: Ein Maulwurf, der in der Moorhuhn Winter-Edition eingeführt wurde. Während sein ursprünglicher Zweck darin bestand, dem Spieler als Tutorial-Charakter zu dienen, wurde er in späteren Teilen stärker eingebunden, wie zum Beispiel in Moorhuhn Wanted, wo Hank aus seinem Maulwurfshügel gelockt werden muss, um den Schlüssel zum nächsten Level aus seinen Händen zu schießen. Abgesehen von seinen Auftritten in der Moorhuhn-Kart-Reihe war er später in seinem eigenen Spiel spielbar, in welchem dem seine Mission darin bestand, den Urus, einer fiktiven Rasse von Erdgeistern, Schätze zu stehlen.
- Kröt: Diese anthropomorphe Schildkröte tauchte zum ersten Mal in Moorhuhn 3 – Es gibt Huhn! unter dem Namen „Marzipan“ auf und bewachte dieselben Babyschildkröten, die schließlich zum Hauptschwerpunkt eines eigenen Spiels werden sollten. Während ihn frühere Auftritte, etwa in der Moorhuhn-Kart-Serie, ohne viele Unterscheidungsmerkmale zeigten, stattete ihn sein eigener Ableger mit einer Schutzbrille, einem Raketenrucksack und einer Laserpistole aus.
- Lesshuhn: Ein enger Verwandter des Moorhuhns, welcher in Moorhuhn 3 – Es gibt Huhn! eingeführt wurde. Die Spezies wird als derart unintelligent beschrieben, dass ihre Dummheit sie zu einer bedrohten Art am Rande des Aussterbens gemacht hat, weswegen der Abschuss eines Lesshuhns üblicherweise mit Punktabzug bestraft wird. Ihr Name ist ein Wortspiel, welches auf der Tatsache basiert, dass das „Moor“ im Namen des Moorhuhns dem englischen Wort „more“ (dt.: mehr) ähnlich klingt, zu dem „less“ (dt.: weniger) das natürliche Gegenteil wäre. Darüber hinaus ähnelt ihr Name dem des Blässhuhns.
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Liste von Moorhuhn-Spielen
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Hauptserie
Spin-Offs
Kart-Serie
Spielbare Charaktere in der Moorhuhn Kart-Serie
1
Charakter muss freigespielt werden.
2
Charakter im Mehrspieler-Modus spielbar.
Adventure-Serie
Jump-'n'-Run-Serie
Sports-Serie
Online-Glücksspiel
Spin-Offs ohne Moorhuhn
Sonstige
Sammlungen
Über die Jahre wurden eine Reihe an Sammlungen mit Moorhuhn-Spielen veröffentlicht. Die folgende Tabelle stellt dar, welche Spiele in welchen Sammlungen beinhaltet sind.
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Andere Medien
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Der Erfolg der Spiele brachte zahlreiche Merchandise-Artikel, eine Comicserie, eine Zeichentrickserie,[65] mehrere Drehbücher für Kinofilme (obwohl nie ein Film gedreht wurde) und eine von BMG produzierte Single (Gimme more Huhn von Komiker Wigald Boning) hervor.[65]
Musik
Spielesoundtrack
Nils Fritze war Komponist aller Spiele der Reihe seit Moorhuhn Winter-Edition (2001) bis Mitte 2006. Für den Soundtrack zu Schatzjäger 2 (Ende 2006) waren Georg Heckermann und Gunther Glöckner, für Schatzjäger 3 Henrik Jacoby (2007) und für die Fortsetzung Moorhuhn Atlantis (2008) Kai Walter (Snap Dragon Games) verantwortlich. Die Fortsetzungen der Kart-Reihe (Moorhuhn Kart 3 und Thunder) sowie das Hauptspiel Director’s Cut vertonte Haiko Ruttmann.
Der Soundtrack zum Spiel Moorhuhn – Tiger & Chicken wurde von Jan Klose/Tilman Sillescu (Dynamedion) komponiert, Helge Borgarts hat einige Tracks beigesteuert. Gespielt wurde der Soundtrack von der Staatskapelle Halle.
Separate Musik
Im Jahr 2000 nahm Wigald Boning das Lied „Gimme more Huhn“ auf. Als Interpret war „Moorhuhn feat. Wigald Boning“ angegeben. Im selben Jahr wurde das dazugehörige Album Geflügelpop Non Stop veröffentlicht. Von Pro7 wurde auch noch eine Cover Version von Ottawans Hit Hands Up veröffentlicht. Auch gab es eine Radioserie namens „Moorhuhn Ausnahmezustand“, welches im Universum der Gerd Show spielt. Eine Best of CD namens „Moorhuhn 2 Ausnahmezustand: das Beste aus der Radio Kult-Comedy!“ wurde von Sony veröffentlicht.[67]
Filme
Im Jahr 2001 wurden insgesamt 26 einminütige Zeichentrickfilme produziert, die dann in Werbeunterbrechungen deutscher TV-Sender zu sehen waren. Santiago Ziesmer übernahm dabei die Synchronisation des Moorhuhns.[68]
Im September 2011 wurde die Produktion eines Moorhuhn-Kinofilms von der Phenomedia angekündigt. Der Film sollte von Douglas Welbat und der „Nova Entertainment Cinema“ produziert werden.[69] Ein Jahr darauf wurde das Drehbuch mit einem Fördergeld von 45.000 Euro der Filmförderungsanstalt FFA gefördert, seinerzeit die höchste Förderung der Drehbuchkommission.[70] Seither hat man von der Produktion nichts mehr erfahren.
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Rezeption
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Kommerzieller Erfolg
Obwohl das massenhafte Interesse an dem Franchise ursprünglich durch die Verbreitung seiner frühen Titel als kostenlose Software über das Internet hervorgerufen wurde, gelang es der Serie, auch nach der sogenannten „Moorhuhn-Boom“-Periode Anfang der 2000er Jahre eine gewisse Relevanz zu behalten. So konnten sich bis 2013 mehr als 15 Millionen kostenpflichtige Computerspiele unter der Moorhuhn-Marke verkaufen, während allein die von offiziellen Quellen bereitgestellten Demoversionen rund 80 Millionen Mal heruntergeladen wurden.[71] Gleichzeitig hatte die Serie von Anfang an Probleme mit der ordnungsgemäßen Monetarisierung ihrer Spiele. Ein Beispiel dafür ist die PC-Version von Moorhuhn 2 – Die Jagd geht weiter. Während sich von dieser zwar über 300.000 Exemplare für die UVP von 20 Mark verkauften,[72] wurde eine kostenlose Version am Tag der Veröffentlichung Berichten zufolge 180.000 Mal pro Stunde heruntergeladen. Diese Datenmenge war groß genug, um einige der wichtigsten deutschen IXPs in Frankfurt am Main und Hamburg zum Absturz zu bringen.[8]
Was den Zweck des ursprünglichen Spiels als Marketing für Johnnie Walker-Whisky betrifft, ergab eine Studie der Universität Mannheim aus dem Jahr 2003, dass Probanden, die das Spiel bereits gespielt hatten, die Marke Johnnie Walker im Vergleich als moderner und zeitgemäßer empfanden. Obwohl die Studie zu dem Schluss kam, dass das Spiel keinen wesentlichen Einfluss auf die allgemeine Bekanntheit der Marke oder die Kaufabsichten der Kunden hatte, stellte sie fest, dass die Etablierung des Moorhuhns als Teil eines neuen Images weitaus schneller erfolgte als ähnliche Bemühungen über traditionelle Massenmedien.[73]
Tierschutzbedenken
Anfang 2000 behauptete ein Vertreter des Deutschen Tierschutzbundes, dass die Prämisse der Original Moorhuhnjagd sinnbildlich für einen allgemeinen Mangel an Respekt gegenüber Tieren sei und angeblich das Töten von Vögeln durch Desensibilisierung der Spieler fördere. Da Johnnie Walker mit solcher Kritik bereits vor der Veröffentlichung rechnete, mussten die Entwickler die Gewalt im Spiel mehrmals abschwächen. Zudem wurde im Endbildschirm nach einem Level ein Bild eines traurigen Moorhuhns in Gips und Krücken eingebaut, um einerseits zu zeigen, dass die Tiere im Spielverlauf nicht wirklich umgebracht werden und andererseits, um durch die Darstellung der Folgen von Gewalt diese weniger attraktiv zu machen.[74]
Reviews
Während Kritiker die einzelnen Teile der Serie zu deren Anfängen allgemein noch als positive Erfahrung werteten, schnitten spätere Einträge langsam immer schlechter ab.
Mehrere Fachmedien lobten die leichte Zugänglichkeit von Moorhuhn, sowohl in Bezug auf die Spiele an sich als auch auf deren geringe Hardware-Anforderungen. Allerdings führte die schiere Menge an Veröffentlichungen, insbesondere in den 2000er Jahren, dazu, dass in professionellen Reviews Bedenken hinsichtlich der „Monotonie“ der Franchise geäußert wurden.[75] Selbst kleinste Neuerungen wie das Nutzen von Bewegungssteuerung wurden als Grund dafür angeführt, dass ein Spiel „wesentlich mehr Spaß als sein Vorgänger“ bereite.[76] Auch wenn die Spiele als „einfach, aber charmant“ beschrieben wurden,[77] wurden einige für ihre als – anbetracht der Bepreisung – mangelhaft wahrgenommene Menge an Inhalten kritisiert.[78]
Die Moorhuhn-Kart-Reihe wurde meist mit niedrigeren Bewertungen abgestraft, wobei besonders der Umfang, die Grafik und die Steuerung durch ihren Vergleich mit der Mario-Kart-Reihe wenig überzeugen konnten.[79][80]
Moorhuhn – Tiger & Chicken war bei den Kritikern erfolgreicher als die meisten anderen Ableger und erhielt Lob für seine Geschichte, Grafik und sein Gameplay.[81]
Auszeichnungen
Mehrere Spiele der Serie wurden für Computerspiel-bezogene Auszeichnungen nominiert oder haben diese gewonnen:
- KippenSchieten: 3. Platz für „PC Demo“ im Rahmen der Bizarre-Demoparty (1998).[82]
- Die Original Moorhuhnjagd (PC): Gewann den „Platin-Award für mindestens 200.000 verkaufte Einheiten“ der VUD (2000).[83]
- Die Original Moorhuhnjagd (GBC): Gewann den „Gold Award für mindestens 100.000 verkaufte Einheiten“ der VUD (2001).[83]
- Moorhuhn 2 – Die Jagd geht weiter (PC): Gewann den „Platin-Award für mindestens 200.000 verkaufte Einheiten“ der VUD (2000).[83]
- Moorhuhn Kart (PC): Gewann den „Gold Award für mindestens 100.000 verkaufte Einheiten“ der VUD (2001).[83]
- Moorhuhn X (PC): Gewann den „Gold Award für mindestens 100.000 verkaufte Einheiten“ der VUD (2001).[83]
- Moorhuhn Schatzjäger 2: 3. Platz für „Bestes Deutsches Casual Game“ des Deutschen Entwicklerpreises (2006).[84]
- Moorhuhn Schatzjäger Mobile: 2. Platz für „Bestes Mobile RPG/Adventure-Spiel“ des Deutschen Entwicklerpreises (2006).[84]
- Moorhuhn – Tiger & Chicken: Gewann „Best Mobile Core Game“ des Deutschen Entwicklerpreises (2013).[85]
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Einfluss
Zusammenfassung
Kontext
Heute gilt die Moorhuhn-Reihe als frühes Beispiel für virales Marketing[86] und als eines der ersten Videospiel-Internetphänomene überhaupt.[87] Darüber hinaus führte die Bekanntheit des Franchise dazu, dass das Wort „Moorhuhnjagd“ in den Duden aufgenommen wurde.[1][88] Einer Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zufolge war Moorhuhn bei deutschen Kindern Anfang der 2000er das beliebteste Videospiel-Franchise, noch vor Pokémon, Tomb Raider oder Die Siedler.[89]
Art Department und sein Nachfolgeunternehmen Phenomedia zeichneten sich auch dadurch aus, dass sie zu den ersten Publishern gehörten, die das Internet nutzten, um die Interaktion zwischen Fans zu fördern. Beispiele hierfür sind der Kauf und die Weiterführung der Moorhuhn World-Foren im Jahr 2001 durch Phenomedia sowie die Nutzung der offiziellen Website des Franchises für die Sammlung und Veröffentlichung von Highscores[90] und Fan-Art[91] mit darauf bezogenen Wettbewerben und Preisen.[92] Das Unternehmen bat Spieler auch darum, Ideen für neue Moorhuhn-Spiele einzureichen. Darüber hinaus förderte Phenomedia das Modding ihrer Spiele, indem gelegentlich Wettbewerbe veranstaltet wurden, bei denen es beispielsweise PCs oder Digitalkameras für die Fans zu gewinnen gab, welche die besten Add-Ins für bestimmte Moorhuhn-Spiele einreichten; diese konnten über offizielle Add-In-Programme erstellt werden, die von Phenomedia-Partnern vertrieben wurden.[93]
Speziell in Deutschland lösten die Spiele auch eine Debatte über Organisationskultur aus, da kontrovers diskutiert wurde, ob das Spielen von Computerspielen während der Arbeitszeit und/oder in den Pausen als Rechtfertigung für Entlassungen dienen könnte.[94] Allein das Spielen von Moorhuhn 2 – Die Jagd geht weiter am Arbeitsplatz kostete deutsche Unternehmen im Jahr 2000 schätzungsweise rund 135 Millionen Mark.[95]
Die hohe Nachfrage nach der Moorhuhn-Reihe sorgte auch dafür, dass die Spiele häufig zu Trägern von Trojanern (allen voran CIH) wurden. Damit waren sie unter den ersten über das Internet verbreiteten Videospielen, denen diese zweifelhafte Ehre zuteilwurde.[96][97]
Mehrere Entwicklerstudios versuchten, den Erfolg der Moorhuhn-Spiele entweder durch Imitation des Namens (wie etwa Die Rache der Moorhühner, Die Rache der Sumpfhühner oder Digitale Hühnerjagd)[98] oder des Spielprinzips (beispielsweise in Chicken Shoot,[99] Rauchende Colts,[100] oder Chicken Blaster[101]) nachzuahmen.
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Einzelnachweise
Wikiwand - on
Seamless Wikipedia browsing. On steroids.
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