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Venezuela (amtlich Bolivarische Republik Venezuela, spanisch República Bolivariana de Venezuela [venezolanische Aussprache reˈpuβlika βoliβaˈɾjana ðe βeneˈswela]) ist ein südamerikanischer Staat an der Karibikküste. Er grenzt im Süden an Brasilien, im Westen an Kolumbien und im Osten an Guyana.

Quick facts: ...
República Bolivariana de Venezuela
Bolivarische Republik Venezuela
Flagge Wappen
Amtssprache Spanisch
daneben Wayuu, Warao, Pemón, Mapoyo, Panare, Puinave, Pémono, Sapé, Sikiana, Yabarana und Yaruro[1]
Hauptstadt Caracas
Staats- und Regierungsform föderale präsidentielle Republik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsident Nicolás Maduro
Fläche 912.050 (34.)[2] km²
Einwohnerzahl 28,4 Millionen (50.) (2020; Schätzung)[3]
Bevölkerungsdichte 31 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung 0,9 % (Schätzung für das Jahr 2021)[4]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2020 (Schätzung)[5]
  • 47 Milliarden USD (87.)
  • 145 Milliarden USD (77.)
  • 1.691 USD (152.)
  • 5.177 USD (144.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,691 (120.) (2021) [6]
Währung Bolívar digital (VED)
Unabhängigkeit 5. Juli 1811 (von Spanien)
1821 anerkannt
National­hymne Gloria al bravo pueblo
Nationalfeiertag 5. Juli (Freiheitserklärung)
Zeitzone UTC−4
Kfz-Kennzeichen YV
ISO 3166 VE, VEN, 862
Internet-TLD .ve
Telefonvorwahl +58
Vereinigtes Königreich (Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln)Inseln über dem Winde (multinational)Puerto Rico (zu Vereinigte Staaten)Vereinigtes Königreich (Kaimaninseln)Vereinigtes Königreich (Turks- und Caicosinseln)Vereinigtes Königreich (Bermuda)Frankreich (St.-Pierre und Miquelon)Dänemark (Grönland)Spanien (Kanarische Inseln)Frankreich (Französisch-Guayana)Vereinigtes Königreich (Falklandinseln)
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Los Roques, ein Archipel Venezuelas in der Karibik

Venezuela wurde 1811 von Spanien unabhängig. Im Land herrscht seit der Bolivarischen Revolution von 1999 ein sozialistisch ausgerichtetes Präsidialsystem der Regierungspartei Partido Socialista Unido de Venezuela. Seit 2014 wird Venezuela von deren Parteivorsitzenden Nicolás Maduro regiert, dessen Regierungszeit zunehmend von politischen Protesten und internationaler Isolation geprägt ist. Experten und Beobachter von links bis rechts schätzen den Regierungsstil als autoritär ein und beklagten die Einschränkungen von Gewaltenteilung, freier Wahl und demokratischen Prinzipien.[7] Ein zustande gekommenes Abberufungsreferendum wurde 2016 mit Tricks unterbunden.[8] Das seit 2015 oppositionelle Parlament wurde seit den Wahlen von 2015 durch Notverordnungen umgangen sowie zuerst im März 2017 durch den de facto vom Staatspräsidenten kontrollierten Obersten Gerichtshof entmachtet,[7] danach wurde zur Entmachtung des Parlaments verfassungswidrig eine verfassunggebende Versammlung einberufen,[9] welche zudem die Generalstaatsanwältin Luisa Ortega entließ, wozu nur das Parlament befugt war.[10] Oppositionspolitiker wurden inhaftiert.[11] Weltweit wurde das Land von Kritikern der Entmachtung des Parlaments im Jahr 2017 als auf dem Weg zu einer zivilen Diktatur oder, aufgrund der immens wichtigen Rolle des Militärs, zu einer Militärdiktatur gesehen.[12][13][14][15][16][17] Im Januar 2019 erklärte sich Parlamentspräsident Juan Guaido zum von einer Reihe von Ländern anerkannten Interimspräsidenten.[18][19] Die nächsten Parlamentswahlen boykottierte die Opposition.

Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt.[20] Doch innerhalb des 2010er Jahrzehnts kollabierte der weltweite Ölpreis.[21] Die venezolanische Wirtschaft, die fast vollständig vom Erdölexport abhängig ist, befindet sich u. a. deswegen in einer schweren Krise, geprägt von Hyperinflation, Versorgungsengpässen und Hungersnöten mit einer Armutsquote, die ab 2014 über 50 Prozent stieg, im Jahr 2016 rund 80 Prozent und bis Ende 2018 wohl 90 Prozent erreichte.[21]