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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – 50 km Gehen (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 50-km-Gehen
Geschlecht Männer
Teilnehmer 54 Athleten aus 29 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion Athen (Start und Ziel)
Wettkampfphase 27. August 2004
Medaillengewinner
Robert Korzeniowski (PolenPolen POL)
Denis Nischegorodow (RusslandRussland RUS)
Alexei Wojewodin (RusslandRussland RUS)

Das 50-km-Gehen der Männer bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen wurde 27. August 2004 auf einem Rundkurs südlich des Olympiastadions Athen ausgetragen. 54 Athleten gingen an den Start, 41 erreichten das Ziel.

Olympiasieger wurde der Pole Robert Korzeniowski. Er gewann vor den Russen Denis Nischegorodow und Alexei Wojewodin.

Der deutsche Geher André Höhne musste das Rennen aufgeben, sein Mannschaftskamerad Andreas Erm wurde disqualifiziert.
Athleten aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträger

Olympiasieger 2000 Robert Korzeniowski (PolenPolen Polen) 3:42,22 h Sydney 2000
Weltmeister 2003 3:36,03 h Paris 2003
Europameister 2002 3:36,39 h München 2002
Panamerikanischer Meister 2003 Germán Sánchez (MexikoMexiko Mexiko) 4:05,02 h Santo Domingo 2003
Zentralamerika und Karibik-Meister 2003 50-km-Gehen nicht im Meisterschaftsprogramm
Südamerika-Meister 2004 Luis Villagra (ChileChile Chile) 4:16,45 h Los Ángeles 2004
Asienmeister 2003 50-km-Gehen nicht im Meisterschaftsprogramm
Afrikameister 2004
Ozeanienmeister 2002

Bestehende Rekorde

Weltrekord 3:36:03 h Robert Korzeniowski (RusslandRussland Russland) Paris, Frankreich 27. August 2003[1]
Olympischer Rekord 3:38:29 h Wjatscheslaw Iwanenko (SowjetunionSowjetunion Sowjetunion) 50-km-Gehen von Seoul, Südkorea 30. September 1988

Anmerkungen:

  • Offizielle Weltrekorde im Straßengehen führte der Internationale Leichtathletikverband IAAF erstmals bei den Weltmeisterschaften 2003, vorher galt hier wegen der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten der Begriff „Weltbestleistung“. Mindestvoraussetzung für die Anerkennung einer Leistung als Weltrekord ist die Streckenführung über einen Kurs mit identischem Start- und Zielpunkt, damit gesichert ist, dass die Route insgesamt keine Gefälle hat.[2]
  • Der Russe Denis Nischegorodow erzielte am 14. Juni 2004 im russischen Tscheboksary eine Zeit von 3:35:29 h und war damit um mehr als eine halbe Minute schneller als Korzeniowski. Da jedoch keine Dopingkontrollen stattfanden, was für die Anerkennung eines Weltrekordes obligatorisch ist, konnte Nischegorodows Leistung nicht als Weltrekord anerkannt werden.

Streckenführung

Der Wettbewerb wurde im Olympiastadion Athen gestartet. Die Route verlief gleich anschließend außerhalb des Stadions und führte nach Süden auf einen Rundkurs von zwei Kilometern Länge. Dieser Rundkurs verlief zunächst südwärts über die Lavrou bis zur Kapodistriou. Hier gab es einen Wendepunkt, an dem die Strecke zurückführte. Dabei ging es noch in einer Schleife ostwärts in die Neapoleos. Nach 24 Runden führte der Weg wieder zurück ins Stadion.[3]

Rennverlauf

27. August 2004 um 7:00 Uhr, Ortszeit Athen (UTC+2)

Als Topfavorit galt der zweifache Olympiasieger, zweifache Weltmeister und zweifache Europameister Robert Korzeniowski aus Polen. Anwärter auf die weiteren Medaillen waren der russische WM-Vierte und Vizeeuropameister Alexei Wojewodin, der deutsche WM-Dritte Andreas Erm, der allerdings verletzungsbedingt mit Trainingsrückstand antrat, der russische WM-Fünfte Denis Nischegorodow und der spanische Vizeweltmeister von 2003 Jesús Ángel García.

Zu Beginn des Rennens übernahmen die drei Chinesen Yu Chaohong, Han Yucheng und A Latangadasu die Führungsarbeit. Zu Anfang des Rundkurses verschärfte Han das Tempo und erarbeitete sich und seinen Landsleuten einen Vorsprung. Jedoch fiel Han bald zurück ins Hauptfeld. Der Australier Nathan Deakes, die beiden Russen Nischegorodow und Wojewodin, Korzeniowski, der Lette Aigars Fadejevs sowie Erm schlossen schnell zu den beiden führenden Chinesen auf, von denen Latangadasu schon bald das Tempo nicht mehr mitgehen konnte. Aus dieser sechsköpfigen Spitzengruppe musste Fadejevs als erster Geher abreißen lassen, bald konnte auch Erm das Tempo nicht mehr halten und nach Kilometer dreißig fiel Deakes ebenfalls aus der Gruppe. Erm und Deakes wurden wenig später disqualifiziert. Schnell waren Korzeniowski und Nischegorodow alleine vorn, denn auch Yu fiel jetzt zurück.

Doch auch diese Zweiergruppe hatte nur kurzzeitig Bestand. Nach Kilometer dreißig forcierte Korzeniowski noch einmal und Nischegorodow musste den Polen ziehen lassen. Bei Kilometer 35 betrug Korzeniowskis Vorsprung bereits eine halbe Minute. Gut zwanzig Sekunden hinter dem Russen folgte Yu, der wiederum drei Minuten Vorsprung auf den jetzt viertplatzierten Wojewodin hatte. Korzeniowski ging vorne einen einsamen Wettkampf. Sein Vorsprung wuchs immer weiter und auch auf den Rängen dahinter schien die Entscheidung über die Verteilung der Medaillen gefallen zu sein. Nischegorodows Vorsprung auf Yu vergrößerte sich ebenfalls und noch bei Kilometer 45 lag Yu als Dritter ca. eineinhalb Minuten vor Wojewodin. Doch der Russe holte stetig auf gegen den immer mehr nachlassenden Yu.

Am Ende konnte Robert Korzeniowski nach 3:38:46 h seinen dritten Olympiasieg in Folge feiern. Sein Vorsprung auf den Silbermedaillengewinner Denis Nischegorodow betrug über vier Minuten. Und dahinter verlor Yu Chaohong seinen dritten Platz doch noch. Alexei Wojewodin schob sich vorbei am Chinesen und gewann mit neun Sekunden Vorsprung die Bronzemedaille.

Robert Korzeniowski war der erste Geher, der dreimal das 50-km-Gehen gewinnen konnte. Nachdem er bei den Spielen 2000 auch Olympiasieger im 20-km-Wettbewerb geworden war, hatte er nun bereits seine vierte Goldmedaille errungen und war damit der erfolgreichste Geher der olympischen Geschichte.

Zwischenzeiten
Marke Zwischenzeit Führende(r) 5-km-Zeit
5 km 22:21 min Korzeniowski, Erm, Chaohong, Fadejevs, Deakes, Nischegorodow 22:21 min
10 km 44:48 min Nischegorodow, Korzeniowski, Fadejevs, Deakes, Yu, Erm 22:27 min
15 km 1:06:27 h Nischegorodow, Korzeniowski, Yu, Erm, Deakes 21:39 min
20 km 1:27:54 h Nischegorodow, Korzeniowski, Yu, Deakes 21:27 min
25 km 1:49:18 h Korzeniowski, Nischegorodow, Yu, Deakes 21:24 min
30 km 2:10:57 h Korzeniowski, Nischegorodow, Deakes, Yu 21:39 min
35 km 2:32:12 h Korzeniowski 21:15 min
40 km 2:53:42 h Korzeniowski 21:30 min
45 km 3:15:48 h Korzeniowski 22:06 min
50 km 3:38:46 h Robert Korzeniowski 22:58 min

Ergebnis

Platz Athlet Land Zeit (h) Verwarnungen Anmerkung
01 Robert Korzeniowski PolenPolen Polen 3:38:46 Bod
02 Denis Nischegorodow RusslandRussland Russland 3:42:50
03 Alexei Wojewodin RusslandRussland Russland 3:43:34
04 Yu Chaohong China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 3:43:45 Bod
05 Jesús Ángel García SpanienSpanien Spanien 3:44:42 Knie / Knie
06 Roman Magdziarczyk PolenPolen Polen 3:48:11 Bod
07 Grzegorz Sudoł PolenPolen Polen 3:49:09 Knie
08 Santiago Pérez SpanienSpanien Spanien 3:49:48
09 Juri Andronow RusslandRussland Russland 3:50:28
10 A Latangadasu China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China 3:51:55 Knie
11 Aigars Fadejevs LettlandLettland Lettland 3:52:52 Bod
12 Jefferson Pérez EcuadorEcuador Ecuador 3:53:04 NR
13 Trond Nymark NorwegenNorwegen Norwegen 3:53:20 Bod / Bod
14 Peter Korčok SlowakeiSlowakei Slowakei 3:54:22 Knie / Knie
15 Miguel Ángel Rodríguez MexikoMexiko Mexiko 3:55:43 Knie
16 Yūki Yamazaki JapanJapan Japan 3:57:00 Bod / Bod
17 Germán Sánchez MexikoMexiko Mexiko 3:58:33 Bod
18 Miloš Bátovský SlowakeiSlowakei Slowakei 3:59:11
19 Andrej Szepantschuk Weissrussland 1995
 Weißrussland
3:59:32
20 Sergej Korepanow KasachstanKasachstan Kasachstan 3:59:33
21 Eddy Riva FrankreichFrankreich Frankreich 4:00:25 Knie
22 David Boulanger FrankreichFrankreich Frankreich 4:01:32
23 Aleksandar Raković Serbien und Montenegro
 Serbien und Montenegro
4:02:06
24 Zoltán Czukor UngarnUngarn Ungarn 4:03:51 Knie
25 Modris Liepiņš LettlandLettland Lettland 4:04:26
26 Sérgio Galdino BrasilienBrasilien Brasilien 4:05:02 Knie
27 Kim Dong-young Korea SudSüdkorea Südkorea 4:05:16
28 Jani Lehtinen FinnlandFinnland Finnland 4:05:35
29 Craig Barrett NeuseelandNeuseeland Neuseeland 4:06:48 Knie
30 Daugvinas Zujus Litauen 1989
 Litauen
4:09:41 Bod
31 Timothy Berrett KanadaKanada Kanada 4:10:31 Bod
32 Curt Clausen Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 4:11:31 Knie / Bod
33 José Antonio González Conacho SpanienSpanien Spanien 4:11:51
34 Jorge Costa PortugalPortugal Portugal 4:12:24 Knie
35 Philip Dunn Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA 4:12:49
36 Kazimír Verkin SlowakeiSlowakei Slowakei 4:13:11 Knie
37 Rustam Kuwatow KasachstanKasachstan Kasachstan 4:13:40
38 Miloš Holuša TschechienTschechien Tschechien 4:15:01
39 Georgios Argiropoulos GriechenlandGriechenland Griechenland 4:17:25
40 Mário dos Santos BrasilienBrasilien Brasilien 4:20:11 Knie / Knie
41 János Tóth UngarnUngarn Ungarn 4:29:33
DNF Mario Iván Flores MexikoMexiko Mexiko Bod
Luis Fernando García MexikoMexiko Mexiko
Han Yucheng China VolksrepublikVolksrepublik China Volksrepublik China
André Höhne DeutschlandDeutschland Deutschland
Spiridon Kastanis GriechenlandGriechenland Griechenland
Denis Langlois FrankreichFrankreich Frankreich
Pedro Martins PortugalPortugal Portugal
Theodoros Stamatopoulos GriechenlandGriechenland Griechenland
DSQ Giovanni De Benedictis ItalienItalien Italien Knie / Knie / Knie
Nathan Deakes AustralienAustralien Australien Knie / Knie / Bod
Andreas Erm DeutschlandDeutschland Deutschland Bod / Bod / Knie
Julio René Martínez GuatemalaGuatemala Guatemala Bod / Bod / Bod
Takayuki Tanii JapanJapan Japan Knie / Bod / Bod
  • Olympiasieger Robert Korzeniowski aus Polen
    Olympiasieger Robert Korzeniowski aus Polen
  • Silbermedaillengewinner Denis Nischegorodow, Russland
    Silbermedaillengewinner Denis Nischegorodow, Russland
  • Der Spanier Jesús Ángel García wurde Olympiafünfter
    Der Spanier Jesús Ángel García wurde Olympiafünfter
  • Der Pole Grzegorz Sudoł belegte den siebten Platz
    Der Pole Grzegorz Sudoł belegte den siebten Platz
  • Der Olympiazwölfte Jefferson Pérez aus Ecuador
    Der Olympiazwölfte Jefferson Pérez aus Ecuador
  • Der Deutsche André Höhne gab den Wettkampf auf
    Der Deutsche André Höhne gab den Wettkampf auf
  • Der Portugiese Pedro Martins erreichte nicht das Ziel
    Der Portugiese Pedro Martins erreichte nicht das Ziel
  • Der Australier Nathan Deakes wurde disqualifiziert
    Der Australier Nathan Deakes wurde disqualifiziert
  • Julio René Martínez aus Guatemala wurde aus dem Rennen genommen
    Julio René Martínez aus Guatemala wurde aus dem Rennen genommen
  • Der Japaner Takayuki Tanii wurde disqualifiziert
    Der Japaner Takayuki Tanii wurde disqualifiziert

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Peking 2015, Seite 688 (engl.), abgerufen am 26. April 2018
  2. IAAF Weltrekorde, 50 km Gehen Männer, abgerufen am 26. April 2018
  3. Streckenbeschreibung auf Runscore.com (fr.), abgerufen am 26. April 2018
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Olympische Sommerspiele 2004/Leichtathletik – 50 km Gehen (Männer)
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