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Sri Lanka

Inselstaat südöstlich des indischen Subkontinents in Südasien / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sri Lanka (singhalesisch ශ්‍රී ලංකා, śrī laṃkā, [ˌɕriːˈlaŋkaː]; Tamil இலங்கை, ilaṅkai), bis 1972 Ceylon (seither Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka), ist ein Inselstaat im Indischen Ozean, 237 km (Westküste der Insel) östlich der Südspitze des Indischen Subkontinents, und hatte 2021 etwa 22 Millionen Einwohner. Die kürzeste Entfernung zwischen Indien (Kodiyakkarai) und Sri Lanka (Munasal) beträgt 54,8 km.

Quick facts: ...
Demokratische Sozialistische
Republik Sri Lanka
ශ්‍රී ලංකා ප්‍රජාතාන්ත්‍රික සමාජවාදී ජනරජය (Sinhala)
இலங்கை ஜனநாயக சமத்துவ குடியரசு (Tamil)

śrī laṁkā prajātāntarika samājavādī janarajaya (Sinhala)
Ilaṅkai jaṉanāyaka camattuva kuṭiyaracu (Tamil)
Flagge Emblem
Dänemark (Grönland)Moldau
Amtssprache Sinhala, Tamil[1]
Hauptstadt de jure: Sri Jayewardenepura Kotte
de facto: Colombo[1]
Regierungssitz Sri Jayewardenepura Kotte[1]
Staats- und Regierungsform präsidentielle Republik
Staatsoberhaupt Präsident
Ranil Wickremesinghe
Regierungschef Premierminister
Dinesh Gunawardena
Staatsreligion Theravada-Buddhismus
Fläche (119.) 65.610 km²
Einwohnerzahl 21,9 Millionen (57.) (2020; Schätzung)[2]
Bevölkerungsdichte 346[3] Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung + 1,1 % (Schätzung für das Jahr 2021)[4]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2020[5]
  • 81 Milliarden USD (67.)
  • 290 Milliarden USD (56.)
  • 3.681 USD (121.)
  • 13.224 USD (96.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,782 (73.) (2021) [6]
Währung Sri-Lanka-Rupie (LKR)
Unabhängigkeit 4. Februar 1948
(vom Vereinigten Königreich)
National­hymne Sri Lanka Matha
Nationalfeiertag 4. Februar (Unabhängigkeitstag)
Zeitzone UTC+5:30
Kfz-Kennzeichen CL
ISO 3166 LK, LKA, 144
Internet-TLD .lk
Telefonvorwahl +94
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Die Insel war von der Antike bis zur Moderne ein strategischer Knotenpunkt für die Seefahrt zwischen Vorder- und Südostasien. Der Süden und die Gebiete um Anuradhapura waren Zentren des antiken Buddhismus; im Norden und Osten gab es hinduistische Tempelkomplexe.[7] Sri Lanka ist heute eine multireligiöse und multiethnische Nation, in der neben dem Buddhismus und dem Hinduismus das Christentum und der Islam bedeutende Religionen sind. Die Singhalesen machen den größten Teil der Bevölkerung aus. Die Tamilen stellen die größte Minderheit. Andere ethnische Minderheiten sind die Moors, Malaien, Burgher und die indigene Bevölkerung Sri Lankas, die Veddas.[8]

Sri Lanka ist bekannt für die Produktion und den Export von Tee (Ceylon), Kaffee, Kautschuk und Kokosnüssen. Die Insel ist aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit und ihres reichen Kulturerbes (zum Beispiel des Ayurveda, einer traditionellen Heilkunst) ein beliebtes Touristenziel.

Sri Lanka wurde über zwei Jahrtausende von verschiedenen lokalen Königreichen regiert, bis im 16. Jahrhundert große Teile der Insel von den Portugiesen und danach von den Niederländern kolonisiert wurden. Nur das Königreich Kandy im Hochland der Insel konnte sich gegen die Kolonisatoren behaupten. 1815 wurde ganz Sri Lanka Teil des Britischen Weltreichs. Während des Zweiten Weltkriegs diente Sri Lanka den Alliierten als eine strategisch wichtige Basis im Kampf gegen das japanische Kaiserreich.[9] Seit Anfang des 20. Jahrhunderts gab es immer stärker werdende Unabhängigkeitsbestrebungen. Im Jahr 1948 wurde Sri Lanka nach friedlichen Verhandlungen von Großbritannien unabhängig. Im Gegensatz zu den meisten Staaten der sogenannten „Dritten Welt“ besteht seit der Unabhängigkeit ein stabiles, demokratisches System, das allerdings durch die Gegensätze zwischen der singhalesischen Bevölkerungsmehrheit und der tamilischen Minderheit belastet war und immer noch ist. Zwischen 1983 und 2009 herrschte Bürgerkrieg in Sri Lanka zwischen tamilischen Separatisten und der von Singhalesen dominierten Zentralregierung. Die Menschenrechtsverbrechen des Bürgerkrieges sind bis heute nicht unabhängig aufgearbeitet. Zwischen 2005 und 2015 war Mahinda Rajapaksa Präsident des Landes und regierte das Land mit autoritärem Gestus.[10][11] 2019 wurde Gotabaya Rajapaksa, der Bruder von Mahinda, zum Präsidenten gewählt, Mahinda wurde Premierminister. Unter den Brüdern kam es zu einem Kollaps der Wirtschaft 2022. Demonstrationen der Bevölkerung führten zur Absetzung der Rajapaksas und einer demokratischen Verfassungsreform im Oktober 2022.