Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 10.000 m (Männer) - Wikiwand
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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 10.000 m (Männer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Sportart Leichtathletik
Disziplin 10.000-Meter-Lauf
Geschlecht Männer
Teilnehmer 51 Athleten aus 33 Ländern
Wettkampfort Olympiastadion München
Wettkampfphase 31. August 1972 (Vorläufe)
3. September 1972 (Finale)
Medaillengewinner
Lasse Virén (FinnlandFinnland FIN)
Emiel Puttemans (BelgienBelgien BEL)
Miruts Yifter (Athiopien 1941
 ETH)

Der 10.000-Meter-Lauf der Männer bei den Olympischen Spielen 1972 in München wurde am 31. August und 3. September 1972 im Olympiastadion München ausgetragen. 51 Athleten nahmen teil.

Olympiasieger wurde der Finne Lasse Virén, der im Finale einen neuen Weltrekord aufstellte. Die Silbermedaille gewann der Belgier Emiel Puttemans, Bronze ging an den Äthiopier Miruts Yifter.

Für die Bundesrepublik Deutschland – offiziell Deutschland – starteten Günter Mielke und Manfred Letzerich. Beide schieden in den Vorläufen aus, Mielke musste seinen Lauf aufgeben, Letzerich wurde 14. seines Vorlaufs.
Auch die beiden Schweizer Werner Dössegger und Albrecht Moser schieden in den Vorläufen aus.
Läufer aus der DDR, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Bestehende Rekorde

Weltrekord 27:39,4 min Ron Clarke (AustralienAustralien Australien) Oslo, Norwegen 14. Juli 1965[1]
Olympischer Rekord 28:24,4 min Billy Mills (Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten) 10.000-Meter-Lauf von Tokio, Japan 14. Oktober 1964

Durchführung des Wettbewerbs

Die Athleten traten am 31. August zu insgesamt drei Vorläufen an. Die jeweils ersten Vier sowie die nachfolgend drei Zeitschnellsten erreichten das Finale am 3. September.

Zeitplan

31. August, 17.30 Uhr: Vorläufe
3. September, 17.15 Uhr: Finale[2]

Die direkt qualifizierten Athleten sind hellblau, die übrigen hellgrün unterlegt.

Vorrunde

Datum: 31. August 1972, ab 17.30 Uhr[3]

Vorlauf 1

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Emiel Puttemans BelgienBelgien Belgien 27:53,4 min OR
2 David Bedford Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 27:53,6 min
3 Javer Álvarez Spanien 1945
 Spanien
28:08,6 min
4 Abdelkader Zaddem TunesienTunesien Tunesien 28:14,8 min
5 Josef Jánský Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
28:23,2 min
6 Anatoli Badrankow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
28:35,8 min
7 Noël Tijou FrankreichFrankreich Frankreich 28:36,2 min
8 Werner Dössegger SchweizSchweiz Schweiz 28:36,4 min
9 Tadesse Wolde-Medhin Athiopien 1941
 Äthiopien
28:45,4 min
10 Akio Usami Japan 1870
 Japan
29:24,8 min
11 Jeff Galloway Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 29:35,0 min
12 Naftali Temu Kenia
 Kenia
30:19,6 min
13 Esaie Fongang Kamerun 1961
 Kamerun
31:32,6 min
14 Phang Cue Suppiah SingapurSingapur Singapur 31:59,2 min
15 Crispin Quispe BolivienBolivien Bolivien 32:31,8 min
16 Giuseppe Cindolo ItalienItalien Italien 33:03,4 min
DNF Günter Mielke Deutschland BR
 BR Deutschland
Usaia Sotutu FidschiFidschi Fidschi

Vorlauf 2

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Mohamed Gammoudi TunesienTunesien Tunesien 27:54,8 min
2 Mariano Haro Spanien 1945
 Spanien
27:56,0 min
3 Frank Shorter Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 27:58,2 min
4 Lasse Virén FinnlandFinnland Finnland 28:04,4 min
5 Paul Mose Kenia
 Kenia
28:18,8 min
6 Raschid Scharafetdinow Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
28:24,6 min
7 Wohib Masresha Athiopien 1941
 Äthiopien
28:28,2 min
8 Pedro Miranda MexikoMexiko Mexiko 28:35,8 min
9 Karel Lismont BelgienBelgien Belgien 28:41,8 min
10 Neil Cusack IrlandIrland Irland 28:45,8 min
11 Dave Holt Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 28:46,8 min
12 Keisuke Sawaki Japan 1870
 Japan
29:29,0 min
13 Rafael Pérez Costa RicaCosta Rica Costa Rica 29:36,6 min
14 Julio Quevedo GuatemalaGuatemala Guatemala 30:08,4 min
15 Abdel Hamid Khamis Agypten 1972
 Ägypten
30:19,2 min
16 Lucien Rosa Ceylon
 Ceylon
30:20,2 min
DNF Richard Mabuza EswatiniEswatini Swasiland
DNS Abdi Gulet SomaliaSomalia Somalia
Per Halle NorwegenNorwegen Norwegen

Vorlauf 3

Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Miruts Yifter Athiopien 1941
 Äthiopien
28:18,2 min
2 Willy Polleunis BelgienBelgien Belgien 28:19,8 min
3 Pawlo Andrejew Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
28:21,0 min
4 Dane Korica Jugoslawien
 Jugoslawien
28:22,2 min
5 Juan Martínez MexikoMexiko Mexiko 28:23,2 min
6 Lachie Stewart Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 28:31,4 min
7 Arne Risa NorwegenNorwegen Norwegen 28:31,8 min
8 Jon Anderson Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 28:34,2 min
9 Carlos Lopes PortugalPortugal Portugal 28:53,6 min
10 Albrecht Moser SchweizSchweiz Schweiz 29:05,8 min
11 Richard Juma Kenia
 Kenia
29:13,0 min
12 Domingo Tibaduiza KolumbienKolumbien Kolumbien 29:24,0 min
13 Shag Mousa Medani SudanSudan Sudan 29:32,8 min
14 Manfred Letzerich Deutschland BR
 BR Deutschland
29:37,8 min
15 Hikmet Şen TurkeiTürkei Türkei 29:51,8 min
DNF Anilus Joseph Haiti 1964
 Haiti
Gavin Thorley NeuseelandNeuseeland Neuseeland
DNS Juha Väätäinen FinnlandFinnland Finnland
Edmundo Warnke ChileChile Chile
  • Naftali Temu, Kenia
    Naftali Temu, Kenia
  • Willy Polleunis, Belgien
    Willy Polleunis, Belgien

Finale

Finalszene auf einer Briefmarke des Emirats Umm al-Qaiwain aus dem Jahr 1972: rechts der finnische Olympiasieger Lasse Virén, in der Mitte im grünen Trikot der Äthiopier Miruts Yifter, links Frank Shorter, USA
Finalszene auf einer Briefmarke des Emirats Umm al-Qaiwain aus dem Jahr 1972: rechts der finnische Olympiasieger Lasse Virén, in der Mitte im grünen Trikot der Äthiopier Miruts Yifter, links Frank Shorter, USA

Datum: 3. September 1972, 17.15 Uhr[3]

Es gab ein so großes Starterfeld, dass es notwendig wurde, Vorläufe auf dieser Langstrecke durchzuführen. Das hatte es zuletzt bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen gegeben. Schon in diesen Vorausscheidungen wurden schnelle Zeiten gelaufen. Fünf Athleten unterboten die 28-Minuten-Marke, gleich im ersten Vorlauf verbesserte der Belgier Emiel Puttemans Billy Millsolympischen Rekord um mehr als eine halbe Minute. Der Ausgang des Rennens war offen, es gab einen größeren Favoritenkreis. Häufig genannt wurden der finnische Doppeleuropameister von 1971 über 5000 und 10.000 Meter, Juha Väätäinen, sein Landsmann Lasse Virén, der im Vorlauf so starke Puttemans, der Tunesier Mohamed Gammoudi, 1968 Olympiasieger über 5000 Meter und Zweiter über 10.000 Meter, sowie der Brite David Bedford.

Bedford, der wegen seiner Spurtschwäche darauf angewiesen war, seine Tempohärte auf der Strecke auszuspielen, ging gleich vom Start weg in Führung und hielt das Tempo bis zur 2000-Meter-Marke hoch. Anschließend verlangsamte sich das Rennen etwas, blieb jedoch auf einem hohen Niveau. Bedford blieb weiter an der Spitze. In der zwölften Runde hatte sich eine neunköpfige Spitzengruppe gebildet. Auf der Gegengeraden kam es zu einer Berührung zwischen dem an vierter Stelle laufenden Puttemans und dem auflaufenden Virén. Der Finne kam zu Fall, der Tunesier Gammoudi hinter ihm stolperte über Virén und blieb angeschlagen zunächst liegen. Virén konnte sich schnell aufrappeln und das Rennen als Achter wieder aufnehmen. Noch vor der Zielgeraden derselben Runde war er wieder zu der Gruppe aufgelaufen. Auch Gammoudi versuchte es noch einmal, gab jedoch nach anderthalb weiteren Runden das Rennen auf.

Nach ca. 6000 Metern übernahm Virén die Führung, die Geschwindigkeit blieb bis zur 9000-Meter-Marke ziemlich konstant. Nach und nach riss das Feld immer mehr auseinander. Fünf Runden vor dem Ziel waren noch fünf Läufer zusammen: Virén, der Spanier Mariano Haro, der Äthiopier Miruts Yifter, Puttemans und der US-Amerikaner Frank Shorter. Auf der vorletzten Runde übernahm Haro die Spitze und forcierte noch einmal. Shorter fiel nun zurück. 600 Meter vor dem Ziel verschärfte Virén, auch Haro konnte jetzt nicht mehr folgen. Puttemans und Yifter kämpften um den Anschluss, aber Virén gewann nun immer mehr Abstand zu seinen Verfolgern. Dahinter gab es ebenfalls eine Lücke von Puttemans zu Yifter. Auf der Gegengeraden der letzten Runde versuchte der Belgier noch einmal alles, verkürzte den Rückstand und kam fast noch einmal heran. Aber Lasse Virén war nicht mehr aufzuhalten und gewann mit ca. sieben Metern Vorsprung die Goldmedaille vor Emiel Puttemans und löschte dabei trotz seines Sturzes Ron Clarkes mehr als sieben Jahre bestehenden Weltrekord. Bronze ging an Miruts Yifter, der deutlich vor Mariano Haro blieb. Hinter Frank Shorter kam David Bedford als Sechster ins Ziel.[4]

Für Lasse Virén war es der erste von zwei Olympiasiegen in München. Eine Woche später triumphierte er über 5000 Meter.

Im dreizehnten olympischen Finale gewann Virén die sechste Goldmedaille für Finnland über 5000 Meter.

Emiel Puttemans errang die erste belgische Medaille in dieser Disziplin.

Zwischenzeiten
Zwischenzeit-
Marke
Zwischenzeit Führende(r) 1000-m-Zeit
1000 m 2:36,8 min David Bedford 2:36,8 min
2000 m 5:18,8 min David Bedford 2:42,0 min
3000 m 8:06,4 min David Bedford 2:47,6 min
4000 m 10:55,4 min David Bedford 2:49,0 min
5000 m 13:43,9 min David Bedford 2:48,5 min
6000 m 16:35,7 min David Bedford 2:51,8 min
7000 m 19:27,7 min Lasse Virén 2:52,0 min
8000 m 22:17,7 min Lasse Virén 2:50,0 min
9000 m 25:09,2 min Lasse Virén 2:51,5 min
10.000 m 27:38,4 min Lasse Virén 2:29,2 min
Platz Name Nation Zeit Anmerkung
1 Lasse Virén FinnlandFinnland Finnland 27:38,35 min WR
2 Emiel Puttemans BelgienBelgien Belgien 27:39,35 min
3 Miruts Yifter Athiopien 1941
 Äthiopien
27:40,96 min
4 Mariano Haro Spanien 1945
 Spanien
27:48,14 min
5 Frank Shorter Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 27:51,32 min
6 David Bedford Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 28:05,44 min
7 Dane Korica Jugoslawien
 Jugoslawien
28:15,18 min
8 Abdelkader Zaddem TunesienTunesien Tunesien 28:18,17 min
9 Josef Jánský Tschechoslowakei
 Tschechoslowakei
28:23,59 min
10 Juan Martínez MexikoMexiko Mexiko 28:44,08 min
11 Pawlo Andrejew Sowjetunion 1955
 Sowjetunion
28:46,27 min
12 Javier Álvarez Spanien 1945
 Spanien
28:56,38 min
13 Paul Mose Kenia
 Kenia
29:02,87 min
14 Willy Polleunis BelgienBelgien Belgien 29:10,15 min
DNF Mohamed Gammoudi TunesienTunesien Tunesien

Literatur

Video

Einzelnachweise

  1. IAAF Statistics Handbook, Berlin 2009 Seite 551 (engl.) (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive), abgerufen am 20. November 2017
  2. Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 43, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 20. November 2017
  3. a b Offizieller Bericht, Band 3 "The competitions" (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.la84foundation.org, S. 53, englisch/französisch/deutsch (PDF, 28 MB), abgerufen am 20. November 2017
  4. SportsReference (engl.), abgerufen am 20. November 2017
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Olympische Sommerspiele 1972/Leichtathletik – 10.000 m (Männer)
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