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Gesine Walther

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Dagmar Rübsam, Gesine Walther, Marita Koch und Sabine Busch 1984
Dagmar Rübsam, Gesine Walther, Marita Koch und Sabine Busch 1984

Gesine Walther (* 6. Oktober 1962 in Weißenfels, verheiratete Gesine Tettenborn) ist eine deutsche Leichtathletin, die in den 1980er Jahren – für die DDR startend – eine erfolgreiche Sprinterin war. Walter ist Opfer des staatlich verordneten Dopings im DDR-Leistungssport.

Leben

Gesine Walther erreichte ihren sportlichen Höhepunkt bei den Europameisterschaften 1982, als sie mit der DDR-Staffel den Titel im 4-mal-100-Meter-Lauf gewann (42,19 s; zusammen mit Bärbel Wöckel, Sabine Rieger und Marlies Göhr).

Bei denselben Europameisterschaften wurde sie Fünfte im 100-Meter-Lauf (11,38 s) und Vierte im 200-Meter-Lauf (22,60 s).

Am 3. Juni 1984 lief sie in Erfurt zusammen mit Sabine Busch, Dagmar Rübsam und Marita Koch einen Staffel-Weltrekord über 4-mal 400 Meter – in der Zeit von 3:15,92 min. Kurz darauf beendete sie im Alter von 22 Jahren ihre Leistungssport-Karriere. Nach eigener Aussage tat sie dies, um ihrem Bruder, der infolge eines gescheiterten Fluchtversuchs in der DDR in Haft saß, den Häftlingsfreikauf zu ermöglichen.[1]

Im Alter von 17 Jahren bekam sie im Zuge der Vorbereitung für die Olympischen Spiele 1980 erstmals wissentlich Dopingsubstanzen verabreicht.[1] Infolge des DDR-Staatsdopings leidet sie heute an körperlichen wie psychischen Einschränkungen.[1] Das Verfahren gegen ihren ehemaligen Trainer Eberhard König wurde gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt.[1] Im Januar 2010 ließ sie sich auf eigenen Wunsch aus der Rekordliste streichen, weil ihre Leistungen mit Hilfe von Doping erreicht wurden.[2]

Gesine Walther startete für den SC Turbine Erfurt. In ihrer aktiven Zeit war sie 1,76 m groß und wog 65 kg.

Auszeichnungen

Literatur

  • Klaus Amrhein: Biographisches Handbuch zur Geschichte der Deutschen Leichtathletik 1898–2005. 2 Bände. Darmstadt 2005 publiziert über Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft.

Einzelnachweise

  1. a b c d Vgl. Der Spiegel, Heft 4/2010: „Ich will nicht lügen“ - Die ehemalige DDR-Sprinterin Gesine Tettenborn über die Last mit ihrer Doping-Vergangenheit - und warum sie sich aus den Rekordlisten des Verbandes streichen ließ, S. 116f.
  2. Ehemalige DDR-Sprinterin lässt Rekorde streichen bei Spiegel Online
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