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Afghanistan

Staat in Südmittelasien / aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Afghanistan (paschtunisch und persisch افغانستان, DMG Afġānistān) ist ein Binnenstaat an der Schnittstelle von Südasien, Zentralasien und Vorderasien,[15] der an Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, die Volksrepublik China und Pakistan grenzt. Drei Viertel des Landes bestehen aus schwer zugänglichen Gebirgsregionen.

Quick facts: ...
Afghanistan
افغانستان (Paschto) (Dari)
Afġānistān
Wahlspruch: لا إله إلا الله محمد رسول الله
Lā ilāha illā llāh Muhammadun rasūlu llāh.
(Arabisch für „Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist der Gesandte Gottes.“ Siehe Schahāda)
Dänemark (Grönland)Moldau
Amtssprache Paschto (Paschtunisch) und Dari (Dari-Persisch)[1][2]
Hauptstadt Kabul
Staats- und Regierungsform präsidentielle Republik (de jure)

theokratisches Emirat (de facto)[3]
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Republik (de jure):

Emirat (de facto):

Staatsreligion Islam
Fläche 652.864[8] km²
Einwohnerzahl 38,9 Millionen (37.) (2020; Schätzung)[9]
Bevölkerungsdichte 60 Einwohner pro km²
Bevölkerungs­entwicklung +2,3 % (Schätzung für das Jahr 2020)[10]
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nom.)
  • BIP/Einw. (KKP)
2020[11]
  • 20 Milliarden USD (111.)
  • 81 Milliarden USD (96.)
  • 611 USD (182.)
  • 2.456 USD (171.)
Index der menschlichen Entwicklung 0,478 (180.) (2021) [12]
Währung Afghani (AFN)
Gründung 1747 (Entstehung des Durrani-Reichs, des Vorgängerstaats des modernen Afghanistan)
Unabhängigkeit 19. August 1919
(vom Vereinigten Königreich; faktisch nie kolonisiert)[2]
Nationalfeiertag 19. August
(Unabhängigkeitstag)[2]
Zeitzone UTC+4:30, UTC
Kfz-Kennzeichen AFG
ISO 3166 AF, AFG, 004[13]
Internet-TLD .af
Telefonvorwahl +93[14]
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Nach dem Einmarsch der Sowjetunion 1979 besiegten – von den Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien finanzierte Mudschaheddin die von der Sowjetunion gestützte Regierung. Die Aufteilung der Machtbereiche scheiterte jedoch an Rivalitäten; die fundamentalistisch islamisch ausgerichteten Taliban-Milizen kamen an die Macht und setzten eine radikale Interpretation des Islam und insbesondere der Scharia mit aller Härte durch. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten wurde das Taliban-Regime, das Mitgliedern von Terrororganisationen Unterschlupf gewährt hatte, im maßgeblich von den Vereinigten Staaten geführten Krieg gegen den Terror gestürzt. Seither bestimmte dieser auch in Afghanistan geführte Krieg das Geschehen.

Das Land konstituierte sich während der internationalen Stabilisierungsmission (ISAF) durch die Verfassung von 2004 als demokratische, islamische Republik. Von 2004 bis 2014 war Hamid Karzai Präsident der Islamischen Republik Afghanistan. Nach der Präsidentschaftswahl 2014 wurde Aschraf Ghani zum Sieger erklärt und am 29. September 2014 als Staatsoberhaupt vereidigt. Nach dem Abzug der internationalen Truppen Ende August 2021 erlangten die Taliban schnell wieder Kontrolle über das Land und proklamierten das Islamische Emirat Afghanistan.[16][6] In diesem verüben die Taliban massive Menschenrechtsverletzungen.

Im weltweiten Demokratieindex belegte Afghanistan 2021 mit Abstand den letzten Platz.